Schutz und nachhaltiges Management in Indigenengebieten Amazoniens

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltiges Management in Indigenengebieten Amazoniens
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 
Land: Brasilien 
Politischer Träger: Brasilianische Indigenenbehörde (Fundação Nacional do Índio (FUNAI))
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Die Entwaldung in Brasilien ist nach wie vor eine große politische Herausforderung: Besonders wichtig ist es, die verschiedenen Interessen  miteinander in Einklang zu bringen. In der Region Amazonien verhindern die Indigenengebiete das Abholzen und tragen in hohem Maße zum Schutz des Tropenwaldes und der einzigartigen Biodiversität Brasiliens bei. Die über 400 Indigenengebiete des Landes erstrecken sich zusammen über mehr als 12 Prozent des brasilianischen Territoriums, zumeist in Amazonien. Darüber hinaus sind Indigenengebiete grundlegend für den Schutz indigener Völker und den langfristigen Erhalt ihrer Kultur und ihres Wissens. 

Nach wie vor ist die Situation der indigenen Völker Brasiliens schwierig. Trotz weitreichender, von der Verfassung garantierter Rechte, führen Landkonflikte zwischen Indigenen und Großgrundbesitzern immer wieder zu Gewalt. Große Infrastrukturprojekte und das Überdecken von indigenen Gebieten mit anderen Nutzungsformen führen oft zu Konflikten. Vor diesem Hintergrund stellt die partizipative und gemeinschaftliche Ausarbeitung der ersten Nationalen Politik für Umwelt- und Landmanagement in Indigenengebieten (PNGATI) von 2008 bis 2012 einen wichtigen Schritt in Richtung Einbindung der indigenen Völker in die nachhaltige Verwaltung ihres Landes dar. Das Governance-Modell der PNGATI beruht auf zwei Ebenen, einer nationalen und einer regionalen, auf der staatliche Institutionen und indigene Organisationen die Politik gemeinsam umsetzen. 

Das Modul „Schutz und nachhaltiges Management in Indigenengebieten Amazoniens: Stärkung der Governance-Instrumente und -instanzen der Nationalen Politik für Umwelt- und Landmanagement in Indigenengebieten (PNGATI)“ unterstützt die Umsetzung der PNGATI. 

Die PNGATI gilt als politischer Rahmen für alle Interventionen zum Schutz und Management von Indigenengebieten. Nach der Konsolidierung und Unterzeichnung des Dekrets der PNGATI liegt die Herausforderung darin, diese Politik in einem integrierten Ansatz umzusetzen. 

Ziel

Ziel des Moduls ist es, dass die Governance-Strukturen der Nationalen Politik für Land- und Umweltmanagement in Indigenengebieten (PNGATI) auf nationaler und regionaler Ebene effektiv sind.

Vorgehensweise

Auf nationaler Ebene nimmt das Steuerungskomitee der PNGATI das Mandat wahr, die Umsetzung der Politik zu begleiten. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die effiziente qualifizierte Leistung des Exekutivsekretariats der PNGATI.

In den Pilotregionen Médio Perus und Madeira stärkt der brasilianische Partner IEB durch Fortbildungs- und Beratungsmaßnahmen die Governance-Strukturen der Regionalkomitees.  

Results

Um das Steuerungskomitee zu stärken, unterstützt das Projekt das Exekutivsekretariat der PNGATI und seine Mitglieder. Es berät und qualifiziert das Exekutivsekretariat für den Aufbau effektiver und permanenter Arbeitsabläufe sowie bei der Gestaltung der Sitzungen des nationalen Steuerungskomitees als nationaler Governance-Struktur. Die Regionalkomitees, in denen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der FUNAI (Fundação Nacional do Indio = Nationale Indigenenbehörde) sowie indigene Vertreter und Vertreterinnen mitarbeiten, werden im Aufbau einer effektiven Struktur unterstützt und in ihrer methodischen und fachlichen Kompetenz gestärkt. Der Fokus liegt auf der Beratung der regionalen FUNAI-Büros, d.h. der Regionalkoordinationen. 

Über eine E-Learning-Plattform wird den Mitgliedern der Regionalkoordinationen, lokalen staatlichen Instanzen, Indigenenorganisationen und den Regionalkomitees eine fachliche Qualifizierung angeboten. Diese konzentriert sich neben den Inhalten der PNGATI auf partizipative Ansätze sowie kulturell angepasste Kommunikationskompetenzen. Die Maßnahmen berücksichtigen gender- und generationsspezifische Aspekte. 

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