Schutz und nachhaltiges Management in Indigenengebieten Amazoniens fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schutz und nachhaltiges Management in Indigenengebieten Amazoniens
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 
Land: Brasilien
Partner: 2,000.000 EUR 
Politischer Träger: Nationale Indigenenbehörde (Fundação Nacional do Índio (FUNAI))
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

mapa pngati

Ausgangssituation

Die Entwaldung in Brasilien ist nach wie vor eine große politische Herausforderung: Besonders wichtig ist es, die verschiedenen Interessen miteinander in Einklang zu bringen. In der Region Amazonien verhindern die Indigenengebiete das Abholzen und tragen in hohem Maße zum Schutz des Tropenwaldes und der einzigartigen Biodiversität Brasiliens bei. Die über 400 Indigenengebiete des Landes erstrecken sich zusammen über mehr als zwölf Prozent des brasilianischen Territoriums, zumeist in Amazonien. Darüber hinaus sind Indigenengebiete grundlegend für den Schutz indigener Völker und den langfristigen Erhalt ihrer Kultur und ihres Wissens. 

Nach wie vor ist die Situation der indigenen Völker Brasiliens schwierig. Trotz weitreichender, von der Verfassung garantierter Rechte, führen Landkonflikte zwischen Indigenen und Großgrundbesitzer*innen immer wieder zu Gewalt. Große Infrastrukturprojekte und das Überdecken von indigenen Gebieten mit anderen Nutzungsformen führen oft zu Konflikten. Vor diesem Hintergrund ist die partizipative und gemeinschaftliche Ausarbeitung der ersten Nationalen Politik für Umwelt- und Landmanagement in Indigenengebieten (PNGATI) von 2008 bis 2012 ein wichtiger Schritt in Richtung Einbindung der indigenen Völker in die nachhaltige Verwaltung ihres Landes. Die PNGATI legt fest, wie staatliche Institutionen und indigene Organisationen die Politik national und regional umsetzen. 

Die PNGATI bildet den politischen Rahmen für alle Maßnahmen zum Schutz und Management von Indigenengebieten. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Politik in einem umfassenden Ansatz umzusetzen. 

Ziel

Kapazitäten für Planung, Monitoring und Evaluierung der Nationalen Politik für Land- und Umweltmanagement in Indigenengebieten (PNGATI) sind auf lokaler Ebene gestärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die regionale Umsetzung der PNGATI. Dabei sind die regionalen Büros und lokalen Netzwerke der Nationalen Indigenenbehörde FUNAI zentrale Akteure vor Ort. Im Zusammenspiel mit indigenen Vertreter*innen und lokalen Organisationen verantworten sie Planung, Monitoring, Evaluierung und die abgestimmte Entwicklung geeigneter Maßnahmen. 

In den Pilotregionen Médio Perus und Madeira stärkt das Internationale Bildungsinstitut (Instituto Internacional de Educaçâo do Brasil, IEB) als brasilianischer Kooperationspartner die Regionalbüros der FUNAI mit Fortbildungen und Beratungsmaßnahmen. Die Maßnahmen unterstützen die Indigenenbehörde bei Erstellung der Jahresarbeitspläne. Das Vorhaben bereitet die ersten Module derzeit gemeinsam mit IEB und FUNAI vor und wird diese in der zweiten Jahreshälfte 2020 durchführen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind alle Module als Online-Veranstaltung geplant. Indigene sind direkt in den gesamten Prozess eingebunden, von der Konzeption bis zur Durchführung und Nacharbeitung der Fortbildungsmodule. 

Eine E-Learning-Plattform bietet fachliche Qualifizierung und Fortbildungen in Organisationsentwicklung. Das Vorhaben hat die Plattform in Zusammenarbeit mit der staatlichen Verwaltungsakademie, den Regionalbüros der FUNAI, lokalen staatlichen Instanzen, Indigenenorganisationen und den Mitgliedsorganisationen der Lokalen Netzwerke für Planung, Monitoring und Evaluierung entwickelt. Die Lern- und Wissensplattform konzentriert sich neben den Inhalten der PNGATI auf partizipative Ansätze sowie kulturell angepasste Kommunikationskompetenzen. Die Maßnahmen berücksichtigen gender- und generationsspezifische Aspekte

Stand: Oktober 2020

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