Aus- und Weiterbildung fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung formaler und non-formaler Berufsbildung in Honduras
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Honduras
Politischer Träger: Generaldirektion für Außenpolitik
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Die Wirtschaft in Honduras hat sich nach der Weltwirtschaftskrise 2008 und dem Staatsstreich 2009 kaum erholt. Hinzu kommt, dass die steigende Kriminalität und die schlechte Sicherheitslage die wirtschaftliche Entwicklung und das soziale Gefüge des Landes gefährden. Trotz der hohen Jugendarbeitslosigkeit haben Unternehmen häufig Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden, da Absolvent*innen der Berufsbildungsinstitutionen zum überwiegenden Teil nicht über die erforderlichen Kompetenzen verfügen. Die fehlende Bedarfsorientierung des Berufsbildungssystems ist ein großes Hindernis für wirtschaftliches Wachstum und für eine bessere Beschäftigungssituation von Jugendlichen. Das Kernproblem besteht darin, dass die Berufsbildung (BB) nur bedingt den Anforderungen der Wirtschaft und den Bedarfen der Zielgruppe entspricht.

Ziel

Das honduranische Berufsbildungssystem bietet eine Aus- und Weiterbildung, die qualitativ hochwertig ist und sich sowohl an den Bedarfen des Arbeitsmarkts als auch an Bedürfnissen von marginalisierten Jugendlichen orientiert. 

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verfolgt einen Mehrebenen-Ansatz. Durch das Zusammenspiel von Maßnahmen der Kapazitätsentwicklung in Ministerien, Institutionen und auf lokaler Ebene werden systemische Kapazitäten in der beruflichen Bildung effektiv in den Partnerstrukturen verankert. Ein Beispiel hierfür ist die Stärkung des Qualitätsmanagements in Berufsbildungsschulen und die Einführung von einheitlichen Qualitätsstandards bis hin zu einem Akkreditierungssystems auf nationaler Ebene.

In den Ministerien sollen die Voraussetzungen für Reformen (Rahmenbedingungen) zur institutionellen Stärkung einer arbeitsmarkt-orientierten Berufsausbildung verbessert werden. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten liegt dabei auf der Ausweitung und Intensivierung des Dialogs, der Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Arbeitgebern, ordnungspolitischen Akteuren sowie den Trägerinstitutionen der Berufsbildung, dem nationalen Berufsbildungsinstitut (INFOP), dem Netzwerk von privaten Berufsbildungszentren (CADERH) und dem Bildungsministerium (SEDUC). Ziel ist es, die Bedarfsorientierung von Qualifizierungsangeboten zu erhöhen. 

Die non-formale Berufsbildung auf lokaler Ebene wird durch höher qualifiziertes Personal verbessert. Das Projekt unterstützt die Partner dabei, Ausbilder*innen in technischen und didaktisch-methodischen Kompetenzen zu schulen, damit diese die Schüler*innen entsprechend den Anforderungen des Arbeitsmarktes unterrichten. Ein zentraler Hebel für bessere Qualität und die Ausweitung des Angebotes ist die Erstellung der Lerninhalte auf Grundlage von Arbeitsmarktstudien und die Qualifizierung von Lehrpersonal. 

Im Bereich der formalen Berufsbildung wird gemeinsam mit dem Bildungsministerium ein Modell für eine bedarfsorientierte Berufsausbildung entwickelt und als Pilotprojekt eingesetzt.

Durch die Beratung von Institutionen der non-formalen Berufsbildung werden diese in die Lage versetzt, die Qualität ihrer Ausbildung in Kooperation mit der Privatwirtschaft zu steigern und die entwickelten, modular gestalteten Ausbildungsprogramme auf andere Bereiche zu übertragen. In den beteiligten Durchführungsorganisationen werden durch die Aus- und Weiterbildung des Personals Kapazitäten geschaffen, die dazu beitragen, die Qualitätssicherungsfunktionen dieser Institutionen zu stärken. Ein besserer Zugang zu bedarfsorientierter Qualifizierung für Jugendliche aus den benachteiligten Bevölkerungsschichten versetzt diese in die Lage, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen.

Wirkungen

In der ersten Phase des Vorhabens gelang die erfolgreiche Qualifizierung von mehr als 1500 Jugendlichen und deren Integration. Auch die Qualität non-formaler Berufsbildung in Kooperation mit der Privatwirtschaft hat sich durch das Vorhaben erhöht. Die entwickelten Ausbildungsprogramme wurden auf andere Sektoren übertragen. Des Weiteren wurde der Zugang zu bedarfsorientierter Qualifizierung für Jugendliche verbessert. 

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