Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards fördern

Projektkurzbeschreibung

Titel: Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards (NAS)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Politischer Träger: Je nach Land unterschiedlich
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

GIZ2019_Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards_1

Ausgangssituation

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern produzieren etwa 90 Prozent des Kakaos weltweit und weit über 70 Prozent des weltweiten Kaffees, der Baumwolle und des Kautschuks.  Sie bilden den Anfang einer langen Lieferkette. Doch ausgerechnet sie können in aller Regel nicht von ihrer Arbeit im Anbau leben. Ganze Familien, auch Kinder, arbeiten täglich auf Feldern und Plantagen und erwirtschaften doch kein existenzsicherndes Einkommen. Ein Leben in Würde und eine sichere Existenz bleiben ihnen verwehrt. Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee und Kautschuk gehören zu den größten Entwaldungstreibern weltweit. Die Rodung der Regenwälder befeuert den Klimawandel. Dieser beeinträchtigt vielerorts die Anbaubedingungen, was zu einer weiteren Verschärfung der Situation für die Bäuerinnen und Bauern führt. Landflucht und Migration sind immer häufiger die Folge. Die deutsche Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang den Handlungsbedarf erkannt: „Entwaldungsfreie Lieferketten“ sind Bestandteil des aktuellen Koalitionsvertrags. Dadurch hat sich die Relevanz des Programms weiter erhöht.

Ziel

Menschen in globalen Agrarlieferketten führen ein Leben in Würde und erwirtschaften ein existenzsicherndes Einkommen. Agrarprodukte werden produziert und fair gehandelt. Waldvernichtung wurde gestoppt und wir schützen unsere Ökosysteme und unser Klima. Der landwirtschaftliche Sektor ist ein attraktives Beschäftigungsfeld, das auch jungen Menschen eine Perspektive bietet.

GIZ2019_Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards_2

Vorgehensweise

Das Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards arbeitet länderübergreifend im Bereich der Agrarrohstoffe Kaffee, Kakao, Banane, Soja, Kautschuk, Palmöl und Baumwolle. Weil sich viele Herausforderungen von Bäuerinnen und Bauern nicht auf eine Region oder einen Rohstoff allein beschränken, kann eine Verbesserung von Produktionsbedingungen nur rohstoffübergreifend und durch einen ganzheitlichen Ansatz erreicht werden.

So strebt das Projekt mehr Nachhaltigkeit in Agrarlieferketten an, indem es eine engere nationale und internationale Zusammenarbeit mit Akteuren der Privatwirtschaft sowie mit lokalen und nationalen Regierungen unterstützt. Über Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP) arbeitet das Vorhaben zusammen mit Vertreter*innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie.

Fachberater*innen entwickeln strategische Ansätze für eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen und Löhnen in der Landwirtschaft und setzen diese gemeinsam mit allen Akteuren*innen entlang der Lieferketten um. Mit Hilfe von innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) werden Lösungen entwickelt, die in verschiedenen Gebieten und Situationen Anwendung finden können. Zudem beraten Spezialist*innen das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu Strategien, Konzepten und aktuellen Entwicklungen. 

Wirkungen

  • Das Thema Umweltverträglichkeit und Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft weltweit ist erfolgreich in internationalen und nationalen Austauschgremien vertreten. 
  • Die geförderten Multi-Akteurs-Partnerschaften setzen in den globalen Lieferketten Kaffee, Kakao und Bananen zunehmend Nachhaltigkeitsaspekte um. Zum Beispiel ist bei Kakao der Anteil zertifizierter Produkte im deutschen Markt deutlich gestiegen. 
  • Das Programm hat über eine Förderung von walderhaltenden Anbauformen zum Schutz von Wäldern in Indonesien und der Côte d‘Ivoire beigetragen. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zum Biodiversitätserhalt und zur Minderung von Treibhausgasen geleistet.
GIZ2019_Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards_3