Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards fördern

Projektkurzbeschreibung

Titel: Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards (NAS)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Politischer Träger: Je nach Land unterschiedlich
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

Dorothea Hohengarten_IMG_1202

Ausgangssituation

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern produzieren etwa 90 Prozent des Kakaos und weit über 70 Prozent des Kaffees, der Baumwolle und des Kautschuks weltweit. Sie bilden den Anfang einer langen Lieferkette. Doch ausgerechnet sie können in aller Regel nicht von ihrer Arbeit im Anbau leben. Ganze Familien, auch Kinder, arbeiten täglich auf Feldern und Plantagen und erwirtschaften doch kein existenzsicherndes Einkommen. Ein Leben in Würde und eine sichere Existenz bleiben ihnen verwehrt. 

Soja, Palmöl, Kakao, Kaffee und Kautschuk gehören zu den größten Entwaldungstreibern weltweit. Die Degradierung von Ökosystemen, darunter die Rodung der Regenwälder, befeuert den Klimawandel. Dieser beeinträchtigt vielerorts die Anbaubedingungen, was zu einer weiteren Verschärfung der Situation für die Bäuerinnen und Bauern führt. Landflucht und Migration sind immer häufiger die Folge. Die deutsche Bundesregierung hat in diesem Zusammenhang den Handlungsbedarf erkannt: „Entwaldungsfreie Lieferketten“ sind Bestandteil des aktuellen Koalitionsvertrags. Dadurch hat sich die Relevanz des Programms weiter erhöht.

Ziel

Menschen in globalen Agrarlieferketten führen ein Leben in Würde und erwirtschaften ein existenzsicherndes Einkommen. Agrarprodukte werden nachhaltig produziert und fair gehandelt. Waldvernichtung wurde gestoppt, Ökosysteme und das Klima werden besser geschützt. Die Land- und Ernährungswirtschaft ist ein modernes und attraktives Beschäftigungsfeld, das auch jungen Menschen eine Perspektive bietet.

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Vorgehensweise

Das Programm Nachhaltige Agrarlieferketten und Standards arbeitet länderübergreifend im Bereich der Agrarrohstoffe Kaffee, Kakao, Banane, Soja, Kautschuk, Palmöl und Baumwolle. Weil sich viele Herausforderungen von Bäuerinnen und Bauern nicht auf eine Region oder einen Rohstoff allein beschränken, können die Produktionsbedingungen nur rohstoffübergreifend und durch einen ganzheitlichen Ansatz verbessert werden.

So strebt das Projekt mehr Nachhaltigkeit in Agrarlieferketten an, indem es eine engere nationale und internationale Zusammenarbeit zwischen Akteuren und Akteurinnen der Privatwirtschaft und lokalen sowie nationalen Regierungen unterstützt. Über Multi-Akteurs-Partnerschaften arbeitet das Programm mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen.

Fachberaterinnen und -berater entwickeln strategische Ansätze, um Arbeitsbedingungen, Löhne und Einkommen zu verbessern. Die Maßnahmen richten sich sowohl an die  Landwirtschaft als auch die Ernährungs- und Textilwirtschaft, darunter Weiterverarbeitung und Handel. Das Programm setzt die Ansätze gemeinsam mit allen Akteuren und Akteurinnen entlang der Lieferketten um. Mit Hilfe von innovativen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) werden Lösungen entwickelt, die in verschiedenen Gebieten und Situationen Anwendung finden können. Zudem beraten Spezialistinnen und Spezialisten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu Strategien, Konzepten und aktuellen Entwicklungen. 

Wirkung

  • Das Thema Umweltverträglichkeit und Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft weltweit ist erfolgreich in internationalen und nationalen Austauschgremien vertreten.
  • Das Programm hat über eine Förderung von walderhaltenden Anbauformen zum Schutz von Wäldern in Indonesien und der Côte d‘Ivoire beigetragen. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zum Biodiversitätserhalt und zur Minderung von Treibhausgasen geleistet.
  • Die geförderten Partnerschaften setzen in den globalen Lieferketten für Kaffee, Kautschuk, Kakao und Bananen zunehmend Nachhaltigkeitsaspekte um. Zum Beispiel ist bei Kakao der Anteil zertifizierter Produkte auf dem deutschen Markt bereits deutlich gestiegen.
  • Um auf einen fairen Handel hinzuwirken, erarbeitet das Programm gemeinsam mit Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel Lösungsansätze für transparente Lieferketten und verantwortungsvolle Beschaffungspraktiken. Im Rahmen einer Arbeitsgruppe der Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Einkommen und Löhnen wurde eine freiwillige Selbstverpflichtung erarbeitet und in Anwesenheit des Bundesministers unterzeichnet.

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