Mit einem Fonds für Energieeffizienz zu mehr Klimaschutz

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des nationalen Energieeffizienzfonds und einer klimafreundlichen Reformagenda (S2I) in der Ukraine
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für Entwicklung von Gemeinden und Territorien der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

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Ausgangssituation

Der Energieverbrauch ist in der Ukraine gerade im Vergleich zu Ländern der Europäischen Union extrem hoch. Die Energiepreise steigen, nicht zuletzt durch die Abhängigkeit von teuren Energieimporten aus dem Ausland. Zudem reduzierte die ukrainische Regierung im Jahr 2018 ihre Subventionen für Gas in privaten Haushalten. Dies zog eine außerordentliche Erhöhung der Gaspreise nach sich – im Vergleich zu 2014 zahlen Verbraucher*innen heute über 600 Prozent mehr. Das belastet vor allem einkommensschwache Bevölkerungsgruppen und führt zu steigenden Sozialhilfen, was wiederum vom Staatshaushalt getragen werden muss. 

Auch die Belastung der Umwelt ist durch geringe Energieeffizienz und nicht mehr zeitgemäße Technologien außergewöhnlich hoch. Gemessen an der Wirtschaftsleistung stößt die Ukraine dreimal so viel Kohlendioxid aus wie der Durchschnitt in der EU.

Ziel

Durch den Aufbau eines Nationalen Energieeffizienzfonds hat sich die Energieeffizienz von Gebäuden in der Ukraine erhöht. Bewohner*innen sparen Energiekosten und der Ausstoß von CO2 ist gesunken.

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Vorgehensweise

Ende 2015 verpflichtete sich die ukrainische Regierung mit dem Nationalen Aktionsplan für Energieeffizienz zu neuen klima- und energiepolitischen Zielen. Das Land möchte seinen Energieverbrauch bis 2020 um neun Prozent reduzieren. Energie soll effizienter genutzt werden. Dazu wird ein nationaler Fonds für Energieeffizienz eingerichtet, um Sanierungen von Gebäuden zu ermöglichen und zu fördern. Energetische Sanierungen versprechen ein großes Einsparpotenzial: Durch bessere Wärmedämmungen und moderne Heizsysteme verbrauchen modernisierte Wohngebäude weniger Energie und reduzieren Energiekosten für Privathaushalte. Da die Wohnungseigentümer*innen meist nicht über die finanziellen Mittel für die Baumaßnahmen verfügen, springt der Fonds mit Zuschüssen ein. Der Staat profitiert, da er weniger energiebezogene Sozialhilfen aufbringen muss. Gleichzeitig reduzieren die Umbauten den Ausstoß von Treibhausgasen, weil der Energiebedarf in den Gebäuden sinkt. Der Fonds hilft der ukrainischen Bevölkerung und dem Staat, seine Klimaziele zu erreichen. Die Ukraine, Deutschland und die EU stellen Geld für den Fonds für Energieeffizienz zur Verfügung. Der deutsche Beitrag beträgt 20 Millionen Euro. 

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Das Vorhaben unterstützt die ukrainische Regierung bei der Einrichtung des Fonds. Gemeinsam schaffen die Partner notwendige Strukturen zur Abwicklung von Investitionen, erarbeiten Strategien, Personalkonzepte und Arbeitsprogramme. Ein eigens geschaffenes technisches Büro nimmt die Projektanträge an und entscheidet über ihre Förderfähigkeit. Dafür lernen rund 50 Fach- und Führungskräfte des Fonds für Energieeffizienz in Schulungen, wie sie ihre neuen Verantwortungsbereiche effektiv ausfüllen können. Besonders intensiv schult das Projekt die Mitarbeiter*innen, die für die technischen Bewertungen der auszuwählenden Projekte zuständig sind. Weiterhin lernen in einer ersten Phase 70 Energieberater*innen, wie sie Wohnungseigentümergemeinschaften bestmöglich bei der Bewerbung um Zuschüsse für intelligente Sanierungsprojekte unterstützen können. Der Plan sieht vor, dass die Expert*innen ihr Wissen später an mehr als 350 Energieberater*innen weitertragen. Nach der Genehmigung begleitet das Büro die Umsetzung und Auswertung der Projekte. So sind auch Schulungen für Bausachverständige vorgesehen, um technische Anforderungen für die energetische Sanierung von Wohngebäuden zu vermitteln. Die Ergebnisse und Erfahrungen werden Folgeprojekten zur Verfügung gestellt.