Existenzgrundlagen schaffen – Zugang zu Land sichern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Landgovernance
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Landnutzungszertifikate in Uganda

Ausgangssituation

Der sichere Zugang zu Land und dessen langfristige Nutzung stellen für den Großteil der Weltbevölkerung eine wichtige Lebens- und Einkommensgrundlage dar. Das Land wird bewirtschaftet, dient als Siedlungsfläche und erfüllt wichtige kulturelle und soziale Funktionen für die lokale Bevölkerung. Nach Angaben der Weltbank verfügen jedoch nur 30 Prozent der Weltbevölkerung über dokumentierte und rechtlich anerkannte Landrechte, denn viele Staaten besitzen keine funktionierenden Landverwaltungssysteme. Dabei werden vor allem benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Frauen und Indigene häufig vom Zugang zu Land ausgegrenzt. Sind die Besitz- und Nutzungsverhältnisse ungeklärt, entstehen oftmals Landkonflikte. Diese gefährden die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. 

In den letzten Jahren entstand zu Fragen des gerechten und langfristigen Zugangs zu Land eine wachsende Anzahl von internationalen Initiativen. Dazu zählen beispielsweise die „Ziele für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen oder die „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“. Folglich haben sich mittlerweile viele Staaten zu guter Regierungsführung im Landbereich verpflichtet. 

Um die Entwicklung in der Regierungsführung beim Thema Land zu verbessern, fehlt es jedoch an Kompetenzen und Personal in den Partnerländern sowie Abstimmungen innerhalb der Gebergemeinschaft. Es besteht deshalb ein großer Bedarf an gerechten, armutsorientierten und nachhaltigen Ansätzen zur Stärkung des Themas in der internationalen Zusammenarbeit.

Ziel

Innovative und praxiserprobte Konzepte zur Stärkung der Regierungsführung im Bereich von Bodenpolitik und Landmanagement sind in nationalen und internationalen Politikprozessen und Initiativen positioniert. Akteure der Internationalen Zusammenarbeit nutzen diese verstärkt. 

Aus- und Weiterbildung von Fachexpertise im Landsektor

Vorgehensweise

Politische Beratung und Positionierung in nationalen und internationalen Prozessen

Das Vorhaben berät das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) inhaltlich bei der Politikformulierung und Strategieentwicklung im Zusammenhang mit Land- und Bodenrechten. Dazu erarbeitet das Vorhaben Strategie- und Diskussionspapiere, Stellungnahmen sowie thematische Zulieferungen für politische Diskussionen des BMZ. Das Vorhaben arbeitet dabei mit nationalen und internationalen Partnern zusammen und unterstützt die internationale Fachdiskussion.

Konzeptentwicklung und Wissensgenerierung

Das Vorhaben erstellt Studien und entwickelt Handbücher zu Themen wie Landkonflikten, Landnutzungsplanung oder großflächigen Investitionen in der Landwirtschaft. Die erarbeiteten Konzepte werden in Wissensplattformen und Netzwerken eingespeist und Akteuren der internationalen Zusammenarbeit zur Verfügung gestellt. Schnittstellen zu Themen wie Gender, Forst, Bodenschutz, Menschenrechte oder Stadtentwicklung ergänzen die Beratungsprodukte des Vorhabens.

Wissensvermittlung, Mainstreaming und Vernetzung

Akteure der Internationalen Zusammenarbeit erhalten durch Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung Unterstützung vom Vorhaben. Dazu zählen unter anderem Sensibilisierungs- und Fortbildungsangebote sowie Austauschformate für Fach- und Führungskräfte im Bereich von Landverwaltung und Bodenrechten. Intensives Wissensmanagement, die Beratung von Auslandsvorhaben und die Mitwirkung in Netzwerken fördern weiterhin die Verbreitung von innovativen Ansätzen zur Verbesserung der Regierungsführung im Landbereich. 

GIZ LandHub

Wirkung

Durch die Beratung des Vorhabens konnte das BMZ landrelevante Themen erfolgreich in nationalen und internationalen Prozessen und Initiativen platzieren. Dazu zählen unter anderem die Verankerung von Sozial- und Umweltverträglichkeitsstandards in großflächigen Landaneignungen, die Abstimmung von Geberkonzepten und die Entwicklung von Indikatoren zur Messung der Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen wurden für Studierende sowie Fach- und Führungskräfte in Deutschland, Frankreich, Niederlande, Uganda, Äthiopien und China erfolgreich durchgeführt. Durch digitale Angebote konnten Fachexpert*innen weltweit vom Fortbildungsangebot des Vorhabens profitieren. 

Das Vorhaben konnte den „GIZ LandHub“ erfolgreich als deutsche Vernetzungs- und Wissensveranstaltung im Landbereich und darüber hinaus etablieren. Der LandHub findet jährlich mit über 100 Vertreter*innen der deutschen und internationalen Zusammenarbeit, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Privatwirtschaft statt.