Verantwortungsvolle Landpolitik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben „Verantwortungsvolle Landpolitik“
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global – Benin, Laos, Madagaskar, Paraguay, Peru, Uganda
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021
 

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Ausgangssituation

Für einen großen Teil der Weltbevölkerung hängt die Lebensgrundlage direkt vom Zugang zu Land und dessen langfristig gesicherter Nutzung ab. Ist der Zugang verwehrt, sind oft Hunger und mangelnde Entwicklung die Folge. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen machen Mitglieder kleinbäuerlicher Familien 2017 die Hälfte der 815 Millionen Hungernden aus. Viele Landbesitzer und -nutzer verfügen nur über informelle oder traditionell gewährte Rechte, die oftmals nicht ausreichend anerkannt werden.

Neben seinem Wert als Produktionsfaktor hat Land in fast allen Kulturen wichtige traditionelle, religiöse und soziale Bedeutung. Großflächige Landinvestitionen üben vermehrt Druck auf die Ressource Land aus. Aufgrund fehlender Schutzmaßnahmen, mangelnder Planungstransparenz sowie nicht ausreichenden Konfliktpräventions- und Lösungsmechanismen führen diese Investitionen häufig zu Konflikten, Zwangsenteignungen und Vertreibungen. Der Druck auf die immer knapper werdende Ressource nimmt daher stetig zu. Viele Länder haben sich zu guter Regierungsführung in der Landpolitik verpflichtet und bekennen sich zu den „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“; ihre Umsetzung ist jedoch noch mit erhebliche Herausforderungen verbunden. Vor allem der ländlichen Bevölkerung, besonders Frauen und gesellschaftlich ausgegrenzten Gruppen wie indigene Völker, fehlt oft der gesicherte Zugang zu Land.

Ziel

In ausgewählten Partnerländern wurden durch sichere und faire Landnutzungs- und Landbesitzrechte sowie eine verantwortungsvolle Landnutzung die Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung und Ernährungssicherung geschaffen.

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Vorgehensweise

Mit den politischen Verantwortlichen in den Partnerländern arbeitet das Projektteam daran, die Rahmenbedingungen für die Landpolitik zu verbessern. Gemeinsam mit den Partnern sollen transparente Verfahren und Mechanismen der Landadministration eingeführt werden, die die Landrechtsituation der Bevölkerung verbessern.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen drei Arbeitsbereiche:

  1. Sicherung der Landnutzungs- oder Landbesitzrechte der ländlichen Bevölkerung durch bessere Verfahren
    In Peru steht die Titulierung der Gebiete indigener Gemeinschaften im Zentrum; in Benin und Uganda sind es individuelle Haushalte, deren Rechtssicherheit durch Eigentumstitel oder langfristige Pachtverträge gestärkt wird. In Madagaskar geht es um die Verbindung von sicheren Landrechten und die Rehabilitierung von Waldlandschaften mit Ernährungssicherheit.
     
  2. Formulierung und Umsetzung einer verantwortungsvollen Landpolitik unter Beteiligung der Zivilgesellschaft
    Das Projektteam unterstützt zivilgesellschaftliche Gruppen, die sich an der Umsetzung neuer Verfahren zur Sicherung der Landrechte beteiligen. Sie nehmen beispielsweise eine wichtige Rolle beim Konfliktmonitoring ein, gestalten Dialogprozesse und treten als Dienstleister auf.
     
  3. Sensibilisierung privater Agrarinvestoren für eine verantwortungsvolle Landpolitik durch nationale Transparenzinitiativen
    Das Projektteam unterstützt beispielsweise Dialogforen, die, unter Beteiligung verschiedener Akteure, Herausforderungen, Chancen und Lösungen für verantwortungsvolle Investitionen in Land thematisieren und fördern.

Das Programm ist in den Partnerländern in nationale Politiken und Programme eingebettet. Um schnell Erfolge zu erzielen, arbeitet es mit weiteren Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit eng zusammen.

Die „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ sowie die „Prinzipien für verantwortungsvolle Agrarinvestitionen“ des Welternährungsausschusses der Vereinten Nationen sind für die Arbeit des Programmes handlungsleitend.

In Benin setzt die Arbeitsgemeinschaft AFC/2D3D.GIS das Vorhaben um, in Madagaskar die ARGE ECO-GOPA-Land Ressources. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben in Uganda durch eine Kofinanzierung.

Fehlende Landnutzungsplanung und ungesicherte Landrechte führen in Madagaskar oft zu Übernutzung und Landdegradierung. © GIZ/Klaus Ackermann