Mit Wirtschaftskooperationen die Artenvielfalt in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik schützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wirtschaftskooperation und Biodiversität in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik (DaBio II)
Auftrgageber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Dominikanische Republik, Zentralamerika
Politischer Träger: SICA - Sistema de la Integración Centroamericana
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

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Ausgangssituation

Die Landfläche Zentralamerikas umfasst nur ein Prozent der Erdoberfläche, beherbergt jedoch etwa acht Prozent der weltweiten biologischen Vielfalt. Diese Artenvielfalt, auch Biodiversität genannt, ist stark gefährdet – zum Beispiel durch Raubbau, Klimawandel oder Abholzung tropischer Regenwälder für Agrarflächen.

Die zentralamerikanischen Staaten haben mit der Entwicklung von Maßnahmen auf die Gefährdung der biologischen Vielfalt reagiert und wichtige institutionelle Voraussetzungen landesweit und regional geschaffen. Eine Beteiligung der Privatwirtschaft ist unabdingbar für die erfolgreiche Umsetzung internationaler Konventionen. Wichtige Wirtschaftsvertreter*innen in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik tragen noch zu wenig zum Schutz biologischer Vielfalt an Land und im Meer bei, da sie bislang nur selten Partnerschaften mit Akteuren aus Regierung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eingehen. Kooperationen sind jedoch der Schlüssel zur nachhaltigen Nutzung, zum Schutz und zur Wiederherstellung der Biodiversität. 

Ziel

Private Unternehmen in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik berücksichtigen den Wert der Biodiversität in ihren wirtschaftlichen Entscheidungen und verbessern so den Schutz der biologischen Vielfalt und deren nachhaltige Nutzung. Dafür arbeiten sie mit Regierung, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zusammen.

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Vorgehensweise

Um private Unternehmen systematischer am Biodiversitätsschutz zu beteiligen, unterstützt das Programm die Aktivitäten der Zentralamerikanischen Kommission für Umwelt und Entwicklung (Central American Commission for Environment and Development, CCAD) und des Zentralamerikanischen Integrationssystems (Sistema de la Integración Centroamericana, SICA). Dabei geht es um die Konsolidierung und Erweiterung pilotierter Prozesse, Verfahren und Umsetzungserfahrungen der Kapitel Biodiversität und unternehmerisches Handeln der regionalen Rahmenumweltstrategie 2015 bis 2020 sowie um die Umsetzung der vom jeweiligen Land priorisierten Ziele der Agenda 2030.

Der Fokus liegt dabei auf der Aus- und Weiterbildung von Berater*innen und Unternehmer*innen, der Stärkung der Zusammenarbeit zwischen CCAD und der Wirtschaft sowie der Konsolidierung und der Integration bereits erreichter Ziele durch die Unterstützung neuer Allianzen mit der Privatwirtschaft und Multi-Akteurs-Partnerschaften. 

Zentraler Umsetzungspartner wird das regionale Unternehmernetzwerk Integration für Unternehmensverantwortung INTEGRARSE. Dieses besteht aus sieben nationalen Organisationen, die sich zu einer Partnerschaft zusammengeschlossen haben, um soziale Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit in Zentralamerika und der Karibik zu fördern.

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Wirkung

Das Folgevorhaben baut auf den Wirkungen und Umsetzungserfahrungen des Vorgängervorhabens „Business und Biodiversität in Zentralamerika und der Dominikanischen Republik“ (DaBio I) auf.

Dieses Vorhaben hat erfolgreich gezeigt, dass die Privatwirtschaft vom Schutz und der verantwortungsvollen Nutzung der Biodiversität profitieren kann. So sind bereits 29 Entwicklungspartnerschaften in Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica und der Dominikanischen Republik entstanden. Allein durch die beteiligten Unternehmen wurden etwa drei Millionen Euro für die ressourcenschonende Nutzung und den Schutz der biologischen Vielfalt investiert. Hinzu kommen signifikante Beiträge durch Zivilgesellschaft, wissenschaftliche Institutionen und öffentliche Geber.

Mit dem Biodiversity Check hat das Vorhaben ein flexibles Tool für verbessertes Biodiversitätsmanagement privater Unternehmen entwickelt, das bereits als Vorbereitung auf eine Zertifizierung genutzt wird. Die vom Vorhaben aufgezeigten innovativen Finanzierungsmechanismen für Projekte zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität werden bereits von verschiedenen Netzwerken der Privatwirtschaft in Anspruch genommen.

Mit DaBio II wird ein innovativer Projektansatz fortgeführt, der die Kooperation mit der Privatwirtschaft zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Biodiversität, den Zugang zu genetischen Ressourcen und zu einem gerechten Vorteilsausgleich (Access and Benefit Sharing, ABS) sowie ökosystembasierte Anpassungen an den Klimawandel in den Mittelpunkt stellt.

Die Schwerpunkte des Folgemoduls liegen zum einen auf der Erweiterung des Ansatzes um weitere Bereiche (wie Landwirtschaft und Tourismus), und zusätzliche Länder (wie Guatemala und El Salvador). Zum anderen sollen die erfolgreich eingesetzten Instrumente (wie der Biodiversity Check) durch ihre Verknüpfung mit nationalen Auszeichnungen, Zertifizierungen oder den nachhaltigen Beschaffungen der öffentlichen Hand konsolidiert werden.