Wirtschaftliche Teilhabe für benachteiligte Gruppen am Asowschen Meer fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung wirtschaftlicher Teilhabe vulnerabler Gruppen ein-schließlich Binnenvertriebener in der Region Asowsches Meer
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für Wirtschaftsentwicklung, Handel und Landwirtschaft der Ukraine
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2024

Ausgangssituation

Die Wirtschaft der Ukraine leidet seit Jahren unter strukturellen Problemen wie veralteten Produktionsprozessen, vielen Großbetrieben und wenigen kleinen und mittelständischen Unternehmen. Die Arbeitsvermittlung sowie die staatliche Privatwirtschafts- und Investitionsförderung sind unzureichend entwickelt. Die unzeitgemäße berufliche Aus- und Weiterbildung, die demografische Entwicklung der Ukraine und die Abwanderung verschärfen den vorhandenen Fachkräftemangel. Innenpolitische Umwälzungen sowie die außenpolitische Krise durch die Annexion der Krim und den Konflikt in der Ostukraine haben die strukturellen Probleme verstärkt. 

Von dieser Entwicklung sind insbesondere der Oblast Saporischschja sowie die Region Mariupol im Oblast Donezk betroffen: Seit der russischen Besetzung der Krim ist der internationale Handel im Asowschen Meer blockiert. Das trifft vor allem die Hafenstädte Mariupol und Berdjansk hart. Die Folge waren massive Arbeitsplatzverluste in den Häfen sowie damit verbundenen Unternehmen. Dadurch gingen die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Region stark zurück, was die wirtschaftliche Teilhabe von weiten Teilen der Bevölkerung beeinträchtigt. Durch den fortschreitenden Stellenabbau bei Großbetrieben in traditionellen Wirtschaftszweigen wie Kohle oder Stahl ist ohne entsprechende Gegenmaßnahmen mit einer baldigen Verschärfung zu rechnen. Kleinste, kleine und mittelständische Unternehmen (KKMU) benötigen Unterstützung, um Arbeitsplätze zu schaffen und die bevorstehende Massenarbeitslosigkeit abzufedern. 

Neben der schlechten wirtschaftlichen Lage müssen die Oblaste Saporischschja und Donezk die Aufnahme von rund 547.000 Binnenvertriebenen bewältigen. Die geringe Anzahl an lokalen KKMU und der Stellenabbau bei Großbetrieben erschweren die berufliche Integration von Binnenvertriebenen für die aufnehmenden Gemeinden. Fehlende Beschäftigungsperspektiven betreffen vor allem Binnenvertriebene, in deren Berufsfeld es in den aufnehmenden Regionen keinen Bedarf gibt. Anderen fehlen bestimmte Zusatz- oder Schlüsselqualifikationen, um auf dem lokalen Arbeitsmarkt eine Anstellung zu finden.

Des Weiteren ist auch die Situation anderer benachteiligter Gruppen in der Zielregion prekär. Hierzu zählen neben - insbesondere alleinerziehenden -Frauen auch Langzeitarbeitslose, Jugendliche, Menschen mit Behinderung und Veteran*innen. Ohne Beschäftigung und angemessene Einkommen bleiben ihnen wesentliche Elemente wirtschaftlicher Teilhabe versagt, wie Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Ziel

Die wirtschaftliche Teilhabe der Bevölkerung, insbesondere benachteiligter Gruppen, am Asowschen Meer ist verbessert.

Vorgehensweise

Im Auftrag der deutschen Bundesregierung unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) die lokale Bevölkerung und vor allem benachteiligte Gruppen dabei, ihre unternehmerischen Kompetenzen mittels Fortbildungen und Praktika zu verbessern. Teilnehmende sollen so einen besseren Einstieg in den Beruf finden.

Bereits bestehende Kleinst- und Kleinunternehmen sowie junge Start-ups werden in der Region mit Trainings und professioneller Beratung gefördert, um ihre Geschäftsabläufe zu verbessern. Dadurch sollen Unternehmen wachsen und mehr Arbeitsplätze schaffen. Das Vorhaben schult Existenzgründer*innen bei der Ausarbeitung von Geschäftsplänen und begleitet sie bei der Umsetzung ihrer Geschäftsidee.

Darüber hinaus fördert das Vorhaben lokale Gemeinden beim Auf- und Ausbau von Strukturen, um Unternehmensdienstleistungen zu erbringen, beispielsweise durch den Aufbau eines Tourismusbüros. Zusätzlich unterstützt es die Regionalverwaltung bei der Umsetzung der regionalen Wirtschaftsstrategie 2021 bis 2027 mittels Schulungen, Konferenzen und Austauschformaten.