Indien: Mit innovativen Technologien die Umwelt und das Klima schützen

Projektkurzbeschreibung


Bezeichnung: Management organischer Abfälle in Indien
Politischer Träger: Ministerium für Wohnungswesen und Stadtentwicklung (MoHUA)                         
Auftraggeber:
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Indien
Gesamtlaufzeit: 2021 bis 2023

Ausgangssituation

In Indien entstehen jährlich 62 Millionen Tonnen feste Siedlungsabfälle. Davon werden etwa 75 Prozent gesammelt, aber lediglich circa 20 Prozent verwertet. Der Großteil der gesammelten Abfälle wird auf Deponien entsorgt, was erheblich zur Umweltverschmutzung beiträgt. Schätzungsweise werden sich die Abfallmengen des Landes bis 2030 mehr als verdoppeln und auf 165 Millionen Tonnen pro Jahr ansteigen. 

Indien hat das Potenzial jährlich 5,4 Millionen Tonnen Kompost aus städtischem Müll zu gewinnen, da dieser zu circa 50 Prozent aus organischen Abfällen besteht.

Jedoch stehen Gemeinden beim Umgang mit organischen Abfällen vor Herausforderungen bei der Kompostproduktion als auch der Kompostnutzung und -ausbringung. Zu den Herausforderungen gehören Fremdmaterialien im Müll, mangelhafte Trennung von organischen Abfällen, Entstehung von Gestank und hohe Kosten. Außerdem ist das Wissen zu erfolgreichen Kompostmaßnamen ausbaufähig. Es fehlen Demonstrationsflächen, die dabei helfen könnten, die Zurückhaltung vor Stadtkompost und Biodünger zu überwinden. 

Ziel

Ausgewählte Städte, Bundesstaaten und die nationale Ebene führen verbesserte Verfahren für eine nachhaltigere Bewirtschaftung organischer Abfälle ein.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben verbessert die nachhaltige Abfallwirtschaft in den Städten Kochi, Kanpur, Port Blair und den Bundesstaaten Kerala, Uttar Pradesh sowie auf den Inselgruppen Andamanen und Nikobaren. 

Dazu entwickelt es Richtlinien, digitale Tools und Arbeitsanweisungen für das Management organischer Abfälle. Zudem erstellt es einen Fahrplan für die Ausweitung der Maßnahmen auf weitere Teile des Landes. Begleitend finden Maßnahmen zur Kompetenzsteigerung und Aufklärungskampagnen statt.

Das Projekt arbeitet in Kooperation mit dem Globalvorhaben „Unterstützung der Exportinitiative Umwelttechnologien“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie mit weiteren Vorhaben der deutschen Technischen Zusammenarbeit in Indien. Die Mitarbeiter*innen vor Ort fungieren als Ansprechpartner*innen für weitere Projekte der Exportinitiative, die im Auftrag des BMU dort durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit fördert den regelmäßigen Austausch zwischen den Projekten und schafft Synergien. Darüber hinaus sind die Projekte stärker in die Strategien der Zielländer eingebettet.

Zu diesem Zweck bauen die geförderten Projekte technisches und institutionelles Wissen vor Ort auf und bereiten dort den Einsatz von Umwelt- und Klimaschutztechnologien vor. Im Fokus stehen Wissenstransfer, Umweltbildung, Sensibilisierung und Kompetenzaufbau. So tragen die Maßnahmen dazu bei, eine Kreislaufwirtschaft aufzubauen und nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erreichen. Das Vorhaben schafft damit die Voraussetzungen dafür, die Nachfrage nach innovativen Technologien zu steigern und die dafür notwendigen nachhaltigen Strukturen aufzubauen. In Pilotprojekten fördert es auch den Einsatz von Umwelttechnologien. Die Exportinitiative arbeitet damit ergänzend zur Außenwirtschaftsförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und der Entwicklungszusammenarbeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Der Schwerpunkt der Exportinitiative liegt auf dem Wissens- und Technologietransfer, insbesondere in den Kompetenzbereichen des BMU. Dazu gehören: Aufbau einer Kreislaufwirtschaft einschließlich Abfall- und Rohstoffwirtschaft, Wasser- und Abwassermanagement, Ressourceneffizienz, nachhaltiges oder energiesparendes Bauen und integrierte Stadtentwicklung, nachhaltiger Konsum, umweltfreundliche Mobilität und Luftreinhaltung sowie Klimaschutztechnologien in Abstimmung mit der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMU.
 

Stand: Februar 2021