One Health: Weltweit Pandemien vorbeugen und bekämpfen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben für Pandemieprävention und -bekämpfung, One Health
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2021 bis 2024

Ausgangssituation

Gesundheit ist nicht nur eine der Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben. Sie ist auch essentiell für eine gesellschaftliche und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Die COVID-19-Pandemie sowie die damit verbundenen Maßnahmen haben sich stark auf die menschliche Gesundheit sowie auf Wirtschaft und Gesellschaft ausgewirkt. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer sind besonders stark getroffen. Durch den Erreger dieser Pandemie, SARS-CoV-2, wurde die Bedeutung zoonotischer, also vom Tier auf den Mensch übertragbarer, Krankheiten deutlich. Viele bei Menschen verbreitete Infektionskrankheiten haben ihren Ursprung im Tierreich. Schätzungen zufolge gibt es noch etwa 1,7 Millionen unbekannte Viren in wilden Säugetieren und Vögeln. Davon haben etwa 700.000 das Potenzial, auf den Menschen überzuspringen.

Eine wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel, steigende Mobilität, das Vordringen des Menschen in unberührte Lebensräume, industrielle Landwirtschaft und intensivierte Nutztierhaltung – all dies erhöht das Risiko dafür, dass sich Krankheitserreger weltweit schnell verbreiten. Darüber hinaus nehmen antimikrobielle Resistenzen (AMR) zu: Wenn Krankheitserreger immun gegen gängige Medikamente sind, können bisher harmlose, gut behandelbare Infektionen lebensbedrohlich werden. Um diese massiven Gesundheitsrisiken einzudämmen, bedarf es neuer Handlungsansätze, auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit.

Der Begriff „One Health“ steht für einen ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz. Er soll die globale Gesundheit verbessern und Risiken mindern. Dazu betrachtet One Health gegenseitige Abhängigkeiten und Interaktionen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt. Ein Beispiel hierfür sind die Auswirkungen des Klimawandels auf das Verbreitungsgebiet krankheitsübertragender Insekten.

One Health setzt auf präventive Maßnahmen in allen drei Bereichen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) will diesen Ansatz fachübergreifend in der internationalen (Entwicklungs-)Zusammenarbeit verankern.

Ziel

Ausgewählte Länder und Regionalorganisationen können Epidemien und Pandemien besser vorbeugen und bekämpfen.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet in drei, eng miteinander verzahnten Bereichen. Erstens geht es darum, die Zusammenarbeit zu One Health international und regional zu verbessern. Zweitens will das Vorhaben Institutionen stärken, die zur Umsetzung des One Health-Ansatzes relevant sind. Drittens will es die technischen und fachlichen Fähigkeiten im Zusammenhang mit One Health entwickeln und fördern.

Dabei kommt auch die Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) zum Einsatz. Sie kann mit ihrem multidisziplinären Team an komplexen Schnittstellen zwischen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt arbeiten.

Insgesamt wird die Zusammenarbeit internationaler, regionaler und nationaler Organisationen und Institutionen verbessert. Vier bis sechs Partnerländer integrieren One Health in ihre Entwicklungsstrategien. Dies ist entscheidend, um den One Health-Ansatz zielgerichtet und langfristig umzusetzen.

Das Vorhaben fördert zudem digitale Lösungsansätze. Sie ermöglichen es, Krankheitsausbrüche schneller zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Ein Beispiel ist die Open-Source-Anwendung SORMAS (Outbreak Response Management and Analysis System). Digitale Lösungsansätze sind essentiell, um auf den Ausbruch zukünftiger Epidemien oder Pandemien besser vorbereitet zu sein.

Stand: März 2021