Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Abfall- und Kreislaufwirtschaft
© GIZ/Radike

Unsachgemäßes Abfallmanagement ist ein Problem für Gesundheit, Umwelt und Klima. Deshalb unterstützt die GIZ die Einführung integrierter Kreislauf- und Abfallwirtschaftssysteme.


Abfallprobleme belasten weltweit besonders Städte und urbane Ballungsräume. Städte in Afrika und Asien werden Schätzungen zufolge ihr Abfallaufkommen in den nächsten 15 bis 20 Jahren verdoppeln. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer verfügen aber nicht über die notwendigen Strukturen, um mit den steigenden und komplex zusammengesetzten Abfallmengen umzugehen. Obwohl Kommunen zwischen 20 und 50 Prozent ihres Budgets allein für die Sammlung und Entsorgung von Abfällen aufwenden, haben derzeit rund zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu geregelter Abfallsammlung. Daraus folgen Hygiene- und Gesundheitsrisiken, unter denen vor allem die ärmere Bevölkerung leidet. Doch das Problem betrifft jeden: Wilde Abfalldeponien und unsachgemäß behandelter und entsorgter Abfall kontaminieren Wasser, Luft und Boden. Zudem entstehen insbesondere bei der Abfalldeponierung erhebliche Treibhausgasemissionen, die zum Klimawandel beitragen.

Die GIZ führt im Auftrag der Bundesregierung seit mehr als 30 Jahren gemeinsam mit ihren Partnern weltweit Projekte in der Abfallwirtschaft durch. Sie kooperiert dabei insbesondere mit Stadtverwaltungen, Verbänden, Behörden, Ministerien, Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Industrie und Wirtschaftsvertretungen. Ziel der Zusammenarbeit ist tragfähige, einvernehmliche Lösungen zu entwickeln, welche die Stakeholder partizipativ aushandeln und umsetzen. Wichtige Beteiligte sind auch die informell arbeitenden Wertstoffsammler, die sich durch Sammlung und Verkauf von verwertbaren Abfällen einen geringen Lebensunterhalt verdienen: Sie sind kaum in die formelle Abfallwirtschaft eingebunden, sozial marginalisiert und arbeiten unter gesundheitlich prekären Bedingungen. Die GIZ unterstützt ihre Einbindung in integrierte Kreislauf- und Abfallwirtschaftskonzepte, die neue formelle Arbeitsplätze im Sinne der „Green Economy“ ermöglichen können, wodurch ihre Gesundheits- und Arbeitsbedingungen verbessert werden sowie die Einkommenssicherheit erhöht wird.

Neben den Möglichkeiten für den informellen Sektor bietet die Kreislaufwirtschaft im Rahmen neuer Geschäftsmodelle noch viele weitere ökologische und ökonomische Chancen und kann zudem einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Diese Potenziale gilt es in Schwellen- und Entwicklungsländern stärker zu nutzen. Es sollen weniger Abfälle entstehen und anfallende Abfälle weit möglichst stofflich oder energetisch verwertet werden. Nicht nutzbare Reststoffe gilt es umweltgerecht zu entsorgen. Der Ansatz der GIZ geht dabei auch über Abfallwirtschaft hinaus hin zur Veränderung von Produktions- und Konsummustern, die eine zentrale Rolle bei der Abfallvermeidung spielen. Der hierfür notwendige Wandel erfolgt in einem mehrjährigen Prozess, der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderung, neue Strukturen und technische Innovationen beinhaltet. Die GIZ begleitet die Partnerländer bei diesem Paradigmenwechsel um lokal angemessene Lösungen umzusetzen.

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