Flüchtlinge unterstützen

Friedensentwicklung in Kolumbien

Seit Mitte der 1980er Jahre sind aufgrund des Konflikts zwischen der staatlichen Macht und verschiedenen bewaffneten Gruppierungen schätzungsweise acht Millionen Kolumbianer Opfer von interner Vertreibung geworden. Die vormals auf dem Land lebenden Vertriebenen siedelten sich vornehmlich in den Randbezirken der großen Städte an. Dort trafen sie auf die ortsansässige Bevölkerung, die ebenfalls in extremer Armut lebte. Die Konkurrenz etwa um Arbeitsplätze führte oft zu Gewalt und gegenseitiger Diskriminierung. Die aktuelle Regierung Kolumbiens arbeitet seit 2010 daran, die Ursachen und Folgen des Konflikts zu beheben. Jüngster Erfolg ist ein Friedensabkommen mit der größten Guerilla-Bewegung FARC.

Unterstützung von Binnenflüchtlingen und Aufnahmegemeinden in Kolumbien

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ Kolumbien im Themenkomplex Flucht und Migration mit mehreren Programmen. Ziel ist, die Lebenssituation von Binnenvertriebenen und Bewohnern der aufnehmenden Gemeinden gleichermaßen zu verbessern. Ein Programm, das Friedensprogramm ProPaz, fördert die Europäische Union zusätzlich mit elf Millionen Euro. Erste Erfolge zeichnen sich ab: Im Dialog mit indigenen Dorfgemeinschaften konnte Land bereitgestellt werden, auf dem diese wieder ihre kulturellen und wirtschaftlichen Traditionen pflegen können. Außerdem sind bereits 40 Kleinunternehmen gegründet worden. Zudem haben über 100 ortsansässige Kolumbianer und Binnenvertriebene an Aus- und Weiterbildungskursen teilgenommen. Insgesamt konnten durch die bisherigen Maßnahmen fast 4.000 Opfer des Konflikts ihre Einkommenssituation verbessern. Darüber hinaus sind viele Behördenangestellte in den Regularien der Opferentschädigung geschult worden. Anträge werden dadurch zügiger und nach Recht und Gesetz bearbeitet.

Stand: Juni 2017


        
    
Versöhnungsakt im Gefängnis El Buen Pastor in Cúcuta, Norte de Santander
Versöhnungsakt im Gefängnis El Buen Pastor in Cúcuta, Norte de Santander © GIZ/Hanna Thiesing

        
    
Versöhnungsakt im Gefängnis El Buen Pastor in Cúcuta, Norte de Santander
Versöhnungsakt im Gefängnis El Buen Pastor in Cúcuta, Norte de Santander ©GIZ/Hanna Thiesing

        
    
Steine erinnern an die Opfer des bewaffneten Konfliktes in der humanitären Zone Civipaz in El Castillo, Meta
Steine erinnern an die Opfer des bewaffneten Konfliktes in der humanitären Zone Civipaz in El Castillo, Meta © GIZ/Hanna Thiesing

        
    
GIZ unterstützt staatliche und nicht-staatliche Stellen in der südkolumbianischen Stadt Florencia, damit diese die Opfer des Konfliktes besser betreuen. Auf dem Gedenktag für die Opfer präsentierte GIZ seine Arbeit mit einer Fotoserie
GIZ unterstützt staatliche und nicht-staatliche Stellen in der südkolumbianischen Stadt Florencia, damit diese die Opfer des Konfliktes besser betreuen. Auf dem Gedenktag für die Opfer präsentierte GIZ seine Arbeit mit einer Fotoserie