Umwelt und Klima

Sonnige Aussichten für saubere Energie

Chile stößt weniger Emissionen aus und trägt so zum Klimaschutz bei.

Das sonnenverwöhnte Chile hat erkannt, wie es vom Kohle- und Gaskonsumenten zum Produzenten von erneuerbaren Energien wird. Insbesondere die Solarenergie boomt. Der Energiemix des Landes wird somit nachhaltiger und stößt weniger Emissionen aus. Damit leistet der Andenstaat einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz.

Chiles Wirtschaft wächst, gleichzeitig steigt der Energiebedarf des Landes um jährlich rund sechs Prozent. Der energieintensive Kupfererzabbau ist der Haupttreiber: Das südamerikanische Land hat die weltweit größten Kupfervorkommen, die weltweite Nachfrage ist stark angestiegen. Bislang werden noch mehr als 60 Prozent des elektrischen Stroms in Chile mit fossilen Energieträgern erzeugt, die größtenteils importiert werden müssen. Dadurch ist es das Land mit den höchsten Energiekosten Südamerikas.

Mit der Umstellung auf erneuerbare Energien und dem Einsatz energieeffizienter Technologien will die Regierung Chiles nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erhöhen. Bis 2030 will sie die Menge der C02-Emissionen um rund ein Drittel gegenüber 2007 senken. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt den Andenstaat dabei, diese Umwelt- und Klimaschutzziele zu erreichen.

„Paradies für erneuerbare Energien“

Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) wurde gemeinsam mit dem chilenischen Energieministerium das Potenzial des Landes in Hinblick auf Wasser-, Wind- und Sonnenenergie berechnet – konservativ betrachtet beträgt dieses mehr als 1.900 Gigawatt. Das ist das Zehnfache der insgesamt in Deutschland installierten Kraftwerkskapazität. „Chile ist ein Paradies für erneuerbare Energien“, bringt es Rainer Schröer auf den Punkt. Er ist für die GIZ vor Ort und leitet das aus mehreren Einzelprojekten bestehende Energieprogramm. Mit Erfolg: Die Stromproduktion durch große Photovoltaik (PV)-Anlagen hat sich innerhalb von fünf Jahren von weniger als 7 auf mehr als 2.100 Megawatt (MW) erhöht. Inzwischen erzeugen Windparks fünfmal so viel Strom wie 2014.

Außerdem ist gemeinsam mit der deutschen Soventix GmbH im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft der erste solare Investment-Fonds für die Finanzierung von vergleichsweise kleinen PV-Anlagen entwickelt worden. Mit dem Solar-Fonds konnten einheimische und deutsche mittelständige Projektentwickler und Investoren gefunden werden, die derzeit 25 PV-Anlagen mit insgesamt knapp 80 MW realisieren. Aber auch auf öffentlichen Gebäuden soll die Sonnenenergie systematisch angezapft werden: Innerhalb von drei Jahren wurden bereits mehr als 110 Solaranlagen errichtet.

Deutsch-chilenischer Wissensaustausch

Genügend qualifizierte Fachkräfte sind der Schlüssel, um Solarenergie breitenwirksam zu nutzen. Die GIZ hat landesweit sechs Solarlabore ausgestattet, die bereits mehr als 1.000 Techniker ausgebildet haben. Dazu werden auch regelmäßig Reisen chilenischer Delegationen nach Deutschland organisiert. Außerdem baut die Universität in Antofagasta mit Unterstützung des Bundesunternehmens ein Fort- und Weiterbildungszentrum speziell für konzentrierte Solartechnologie und PV-Feldanlagen auf.

Es geht aber auch darum, die erneuerbaren Energien sinnvoll für die Produktion einzusetzen. So fördert eine öffentlich-private Partnerschaft mit der deutschen Firma Grammer Solar solare Trocknungsmethoden für landwirtschaftliche Produkte.

Für Schulungszwecke installierte das Unternehmen eine Pilotanlage zur solaren Trocknung von Blaubeeren. Bis 2017 sind etwa 100 Fachkräfte aus- bzw. fortgebildet worden. Durch den Einsatz der Technologie lassen sich Heilkräuter und Früchte nicht nur klimaneutral, sondern auch produktschonend trocknen. Dadurch reduzieren die Landwirte Kosten und Emissionen. Zudem können sie besser auf die gestiegene Nachfrage nach nachhaltig hergestellten Lebensmitteln reagieren.

Insgesamt konnte mit Unterstützung durch die vom BMU finanzierten Maßnahmen der Anteil der mit Sonne und Wind erzeugten Energie in Chile seit 2014 von fünf auf 17 Prozent gesteigert, die Energiekosten gesenkt und die Versorgungssicherheit erhöht werden. Von 2007 bis 2016 sind durch den Ausbau der Erneuerbaren mehr als 20 Millionen Tonnen CO2 in dem südamerikanischen Land eingespart worden. Doch am Ende profitiert nicht nur Chile vom Ausbau und der innovativen Anwendung der erneuerbaren Energien: „Wenn wir Emissionen vermeiden, schützen wir das Klima weltweit“, so Rainer Schröer.

Stand: Mai 2018

Projekt

Förderung der Solarenergie in Chile

Projekt

Solarenergie zur Strom-und Wärmeerzeugung

Projekt

Erneuerbare Energien für den Eigenverbrauch in Chile

Projekt

Emissionsminderung durch den Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen in Gewerbe und Industrie Chiles

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Traumland für Erneuerbare