Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft in Togo

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Entwicklung einschließlich Landwirtschaft in Togo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la planification du développement (MPD), Ministry of Planning and Development
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2020

DSC05866

Ausgangssituation

Das Wirtschaftswachstum Togos blieb mit durchschnittlich fünf Prozent in den vergangenen Jahren relativ stabil. Trotzdem sind viele Menschen von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung betroffen. Die Landwirtschaft Togos ist wenig entwickelt. Die Weiterverarbeitung von Agrarprodukten im Land findet kaum statt, beim Export dominieren Primärgüter wie Baumwolle und Kakaobohnen. 

Um das Problem der Armut in ländlichen Gebieten zu lösen, setzt die togoische Entwicklungspolitik auf einen strukturellen Wandel der Volkswirtschaft durch den Ausbau von landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten mit hohem Beschäftigungs- und Exportpotenzial („Nationalem Entwicklungsplan 2018 bis 2022“). Durch staatliche Investitionen wurde erreicht, dass die Nahrungsmittelproduktion gesteigert wird. Es fehlen aber weiterhin effiziente nachhaltige Produktionssysteme, technische und organisatorische Fertigkeiten sowie innovative Geschäftsmodelle. Während die Marktorientierung gestärkt wird, ist es gleichzeitig notwendig, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten und die Qualität der Lebensmittel selbst zu verbessern.

Ziel

Akteure in ausgewählten landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten (Kaffee und Kakao, Ananas sowie Gemüse und Gewürze) sind ökonomisch und technisch sowie hinsichtlich ihrer Selbstversorgung leistungsfähiger.

 

DSC05930

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet mit den Ministerien für Landwirtschaft und Industrie, mit Kooperativen und Produzentenvereinigungen sowie mit Verarbeiter*innen und Händler*innen an einer modellhaften Verbesserung der einzelnen Wertschöpfungsketten und ist zum Teil über die EU kofinanziert. Die Ansätze zielen darauf ab, über Organisationen der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und kleine bis mittlere Verarbeitungsbetriebe, die Transaktions- und Produktionskosten zu senken, die Weiterverarbeitung zu steigern und die Integration der Wertschöpfungsketten zu verbessern. Dies bietet insbesondere Kleinbauern und Kleinbäuerinnen die Chance, genügend Einkommen zu erwirtschaften und langfristig Arbeitsplätze in der Verarbeitung zu schaffen und zu sichern. Das Vorhaben verknüpft dabei sowohl die Produktion für den nationalen und internationalen Markt als auch die gesicherte Selbstversorgung für die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen. Gemeinsam mit Finanzdienstleistern entwickelt das Vorhaben Kredite, die an die Bedingungen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft angepasst sind. Das Projekt berät die togoische Regierung um förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Auf diesem Weg fördert es sowohl Investitionen im Land als auch den Export für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum.

Wirkungen

In den vorangegangenen Phasen des Vorhabens ist die Entwicklung in den ausgewählten Wertschöpfungsketten Cashew, Kaffee und Kakao sowie Ananas bedeutend vorangeschritten. Die Selbstorganisation der Akteure in den Wertschöpfungsketten wurde vor allem in den Branchenverbänden Kaffee, Kakao und Cashew gestärkt. Das Vorhaben förderte über 24.600 Cashew-, Kaffee-, Kakao- und Ananasproduzent*innen in ihrer Organisationsentwicklung. Mehr als 6.000 Subsistenzlandwirt*innen wurden in verbesserten Methoden und Unternehmertum ausgebildet. Über 60 Prozent der Teilnehmer*innen haben dadurch ihr Einkommen gesteigert, 41 Prozent von ihnen sogar um mehr als zehn Prozent. Durch den Verbund mit der Privatwirtschaft haben die Produzent*innen Zugang zu internationalen Märkten erhalten. Verarbeitungseinheiten wurden gefördert und neue Arbeitsplätze geschaffen. Mittlerweile sind 18.000 Personen in der Cashew-Produktion beschäftigt, 2012 waren es 5.300. In der Ananas-Branche produzieren bereits 60 Prozent der Unternehmen biologisch. Mittlerweile sind 3.800 Personen in der Ananas-Produktion beschäftigt.
Zusammen mit Finanzdienstleistern entwickelte das Vorhaben neue Kreditprodukte. 3.000 Cashew- und Ananasproduzent*innen erhielten Schulungen im Finanzmanagement und 53 Bankangestellte Weiterbildungen zu Risikoeinschätzung im Landwirtschaftssektor. 640 Produzent*innen haben bereits in der Testphase in den Jahren 2017/2018 Kredite erhalten.

Weitere Informationen