Nachhaltige Entwicklung land- und forstwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Entwicklung land- und forstwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Togo
Politischer Träger: Ministère de la Planification, du Développement et de l’Aménagement du Territoire
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2016

Togo. Lernen, zu kalkulieren: Eine Bäuerin erstellt einen Businessplan für ihre Einnahmen. © GIZ

Ausgangssituation

Die Agrar- und Holzenergiewirtschaft Togos ist wenig leistungsfähig. Sie generiert eine geringe eigene Wertschöpfung, ist wenig in Märkte integriert und wird geringfügig vor Ort weiter verarbeitet. Frauen als Produzentinnen sind in der Landwirtschaft ökonomisch benachteiligt. Hinzu kommt die Landflucht männlicher Jugendlicher. Im Subsektor Holzenergie wird teilweise Raubbau betrieben, damit die Städte mit Holzkohle beliefert werden können. Durch staatliche Investitionen wurde erreicht, dass die Nahrungsmittelproduktion gesteigert wird. Es fehlen aber weiterhin effiziente, nachhaltige Produktionssysteme sowie technische und organisatorische Fertigkeiten und innovative Geschäftsmodelle.

Ziel

Akteure in drei ausgewählten landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten (Kaffee, Cashewnüsse, Ananas) und in der Wertschöpfungskette Holzenergie sind ökonomisch, technisch und hinsichtlich ihrer Selbstversorgung leistungsfähiger.

Togo. Auf Togos Hochplateau wächst ausgezeichneter Kaffee, den die Händler stärker vermarkten möchten. © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben ProDRA arbeitet mit den Ministerien für Landwirtschaft und für Umwelt sowie mit Organisationen der Bauern, mit Verarbeitern und Händlern an einer modellhaften Verbesserung der einzelnen Wertschöpfungsketten (WSK). Holzenergie wird von einer Beratungsfirma, ECO Consult, betreut.

Das Vorhaben arbeitet auf der lokalen, regionalen und nationalen Ebene mit Methoden, die sich gegenseitig ergänzen:

  • ValueLinks, mit der die Wertschöpfungsketten zusammen mit den Akteuren analysiert, strukturiert und bewertet werden, Projektaktivitäten geplant sowie neue Geschäftskontakte geschaffen werden
  • Farmer Business School, mit denen unternehmerische Fähigkeiten zusammen mit guter technischer Praxis für Bäuerinnen und Bauern gefördert werden
  • Existenzgründerkurse (Competency based Economies through Formation of Entreprise CEFE), mit denen Unternehmertum vornehmlich bei Verarbeiterinnen und Verarbeitern sowie bei Händlern gefördert wird
  • Technische Schulungen für verbesserte Anbautechniken sowie zu speziellen unternehmerischen und organisatorischen Fähigkeiten
  • Organisations- und Politikanalysen, anhand derer Strategien für verbesserte Rahmenbedingungen erarbeitet werden können

Die GIZ arbeitet hauptsächlich mit Dienstleistern des Staates sowie Nichtregierungsorganisationen zusammen. Gemeinsam wurden die genannten Methoden angepasst und die Feldberater darin ausgebildet. Die Ansätze zielen darauf ab, über Organisationen der Zielgruppen, beispielsweise Kleinbäuerinnen und Kleinbauern oder kleine bis mittlere Verarbeitungsbetriebe, die Transaktions- und Produktionskosten zu senken, die Verarbeitung zu erhöhen und die Integration der WSK selbst zu verbessern.

Auf regionaler und nationaler Ebene fließen die Erfahrungen in die Strategien und Politiken ein und verbessern die Rahmenbedingungen. Weiterhin unterstützt das Vorhaben mit dem Fachwissen von nationalem Personal und Entwicklungshelfern, die Produkte auf Messen zu präsentieren und kleine innovative Projekte zu realisieren.

ProDRA arbeitet im Bereich der WSK Kaffee/Kakao, Cashewnüsse, Ananas und Energieholz, zusammen mit den Nahrungsmittelkulturen Soja, Maniok, Mais und Geflügel.

Wirkungen

Bisher wurden über 100 Beraterinnen und Berater des Staates und von Nichtregierungsorganisationen intensiv in den genannten Methoden ausgebildet. Sie haben insgesamt bisher mehr als 2.500 Bäuerinnen und Bauern in den Farmer Business Schools in einwöchigen Trainings fortgebildet, etwa 100 Verarbeiterinnen und Verarbeiter in CEFE und verwandten Methoden (ein- bis zweiwöchige Trainings) sowie mehr als 550 Personen in verschiedenen technischen und organisatorischen Themen. Weiterhin wurden mehr als 20 Kleinprojekte finanziell und fachlich unterstützt.

Togo. Geflügelhändler fördern: Das Programm bietet Kleinunternehmern Fortbildungen an, damit sie ihre Marktchancen verbessern können. © GIZ

Die gemessene Zufriedenheit der Zielgruppen liegt bei über 85 Prozent. Auch die Motivation der Mittler zur Anwendung anspruchsvoller Methoden liegt in diesem Bereich. In Beispielfällen wurde nach den Trainings der Gewinn der Produktion durch den Einsatz von Produktionsmitteln, zum Beispiel Saatgut, Dünger, Futtermittel, um mehr als 30 Prozent erhöht. Vom Projekt begleitete regionale Messeauftritte ließen die Nachfrage nach bestimmten Produkten, wie gemahlener Kaffee oder Bio-Ananas, so ansteigen, dass die Produzenten in den ersten Monaten der Nachfrage kaum nachkommen konnten.