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Togo

Die GIZ vor Ort

Nationale Mitarbeiter*innen: 191
Internationale Mitarbeiter*innen: 23
Entwicklungshelfer*innen: 16

(Stand: 31.12.2020)

Seit 2012 ist die Republik Togo – nach einer Unterbrechung seit den 1990er-Jahren – wieder Kooperationsland der Bundesrepublik Deutschland. Die GIZ nahm im Jahr 2013 ihre Arbeit mit einem Landesbüro in der Hauptstadt Lomé wieder auf und ist derzeit landesweit an sechs weiteren Standorten dauerhaft präsent.

Das westafrikanische Land hat seitdem immense Reformprozesse eingeleitet und sich mit dem nationalen Entwicklungsplan das ambitionierte Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 zu einem Land mittleren Einkommens aufzusteigen. Unter anderem wurden wichtige Schritte in Richtung Demokratisierung und Dezentralisierung unternommen, im Jahr 2019 fanden die ersten Kommunalwahlen seit 1987 statt. Wichtige Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastrukturvorhaben wurden getätigt und das Geschäftsklima für die Privatwirtschaft wurde verbessert.

Trotz dieser positiven Entwicklungen steht Togo vor großen entwicklungspolitischen Herausforderungen. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen Togos liegt unter 700 US-Dollar, im Human Development Index 2020 der Vereinten Nationen belegt das Land Platz 167 von 189. Etwa die Hälfte der knapp acht Millionen Menschen im Land lebt unter der absoluten Armutsgrenze. Ungleichheiten bei der Einkommensverteilung nehmen zu. Zudem ist Korruption weit verbreitet – auf dem „Corruption Perception Index“ 2020 von Transparency International befindet sich Togo auf Rang 134 von 180.

Diese Situation leitet sich aus strukturellen Herausforderungen ab, welche angepasster Lösungen bedürfen. Wichtige Ansatzpunkte bildet die Landwirtschaft, welche für die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung, die Ernährungssicherung und den Arbeitsmarkt in Togo eine Schlüsselrolle einnimmt. Der Export von Kaffee, Kakao und Baumwolle hat ein deutliches Wachstumspotential. Erhebliche Herausforderungen bestehen hier jedoch in der geringen Produktivität, mangelnder Mechanisierung, der fehlenden Marktorientierung sowie Schwierigkeiten beim Einhalten internationaler Standards.

Darüber hinaus stellt die hohe Jugendarbeitslosigkeit das Land vor große Herausforderungen - trotz eines hohen Fachkräftemangels, ist etwa ein Drittel der Jugendlichen arbeitslos bzw. unterbeschäftigt. Es mangelt an Aus- und Weiterbildungsperspektiven für junge Menschen und vor allem junge Frauen sowie Menschen mit Behinderungen, die den steigenden Anforderungen des Privatsektors entsprechen.   

Hinsichtlich der Dezentralisierung der öffentlichen Verwaltung wurden erste konkrete Reformschritte eingeleitet. Aufgrund weiterhin mangelnder Kapazitäten und fehlender Finanzen, wird dieser Prozess bislang jedoch noch nicht effizient umgesetzt. 

Die GIZ ist in Togo im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und weiteren nationalen und internationalen Partnern aktiv. In Einklang mit den Entwicklungszielen der togoischen Regierung, welche sich an der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und der Agenda 2063 der Afrikanischen Union orientieren, konzentrierte sich die deutsche Zusammenarbeit in Togo bislang auf drei Schwerpunkte:

  • Gute Regierungsführung und Dezentralisierung
  • Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung mit Fokus Berufliche Bildung/Jugendbeschäftigung

Im Bereich Ländliche Entwicklung und Landwirtschaft unterstützt die GIZ etwa Kleinbauern und -bäuerinnen, Verarbeiter*innen und Exportunternehmen durch intensive Schulungen im Unternehmertum und Produktionstechniken. Um die Jugendarbeitslosigkeit zu reduzieren, wurde unter anderem ein speziell auf Togo angepasstes, sogenanntes dual-kooperatives Berufsbildungssystem entwickelt, das durch ein Angebot an technischen Kurzzeitqualifizierungen ergänzt wird. Ein Vorhaben zur guten Regierungsführung unterstützt die Umsetzung des eingeleiteten Dezentralisierungsprozesses durch politische Beratung sowie Stärkung der Leistungsfähigkeit der Kommunalverwaltung für die Verbesserung der kommunalen Dienstleistungen.

Darüber hinaus berät die GIZ die togoische Regierung zur Stärkung des Gesundheitssystems. Themen sind unter anderem sexuelle Gesundheit und Rechte sowie Familienplanung (reproduktive Gesundheit). Ein weiteres Projekt fördert dezentrale, klimafreundliche Energieversorgung und stärkt bspw. staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure im Bereich erneuerbarer Energien. Hinzu kommen grenzüberschreitende Vorhaben zur Agrar- und Ernährungswirtschaft im Rahmen der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“.

Im Jahr 2021 wurde Togo darüber hinaus Reformpartnerschaftsland – diese Art der Kooperation steht im Zeichen einer vertieften Form der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit reformorientierten afrikanischen Partnerländern im Rahmen der „Compact with Africa“ Initiative und zielt auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement, um Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu schaffen. In Togo steht die Reformpartnerschaft unter dem Ziel der agro-industriellen Transformation und wird zukünftig im Rahmen der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung besonders die Privatsektor- und Finanzsystementwicklung, die berufliche Bildung und Arbeitsmarktpolitik, effiziente Exportstrukturen und den Kampf gegen Korruption neben einer fortgesetzten Unterstützung des Dezentralisierungsprozesses noch stärker in den Fokus rücken.

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