Förderung von Mikrofinanzdienstleistungen im ländlichen Raum

Projektbeschreibung

Titel: Förderung von Mikrofinanzdienstleistungen im ländlichen Raum
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Laotische Zentralbank (Bank of Lao PDR)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Project staff explains village bank procedures to members during their annual meeting. Photo credit © GIZ / Rene Roesler

Ausgangssituation

Laos ist ein dünn besiedeltes Land in Südostasien. Gemäß Definition der Vereinten Nationen zählt es zu den weltweit am wenigsten entwickelten Ländern. Mehr als zwei Drittel der sieben Millionen Einwohner leben im ländlichen Raum mit begrenztem Zugang zu grundlegenden Infrastrukturleistungen, Bildung und formellen Märkten.

Zwar ist das Angebot an armutsorientierten Finanzdienstleistungen gestiegen, doch außerhalb der städtischen Zentren gibt es nur wenige Geschäftsbanken und Mikrofinanzinstitutionen. Der stark eingeschränkte Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen für die arme Landbevölkerung bleibt eine der größten Herausforderungen für die laotische Wirtschaft und die einzelnen Haushalte. Die Menschen haben kaum Rücklagen für Notsituationen. Sie können ihre Geschäftstätigkeit nicht ausweiten, weil sie keine Kredite bekommen, und sie können ihr Geld auch nicht auf Sparkonten einzahlen, da es in ihrer unmittelbaren Nähe keine Banken gibt. Die meisten Menschen im Projektgebiet verfügen nur über begrenzte finanzielle Mittel.

Ziel

Ein wachsender Anteil der Landbevölkerung nutzt die nachhaltigen Finanzdienstleistungen der Dorfbanken.

AFP2: Village Bank Committee during Saving Day. Photo credit © GIZ/ Andreas Hub

Vorgehensweise

Im Rahmen des Vorhabens wird die Laotische Zentralbank (BoL) dabei unterstützt, das Angebot an nachhaltigen Finanzdienstleistungen zu vergrößern und eine landesweite Strategie zur Verbreitung von Finanzkenntnissen zu erarbeiten. Zudem sollen in Zusammenarbeit mit dem Mikrofinanzverband die Kapazitäten von Akteuren des laotischen Mikrofinanzsektors gestärkt werden.

Auf Provinzebene unterstützt das Vorhaben acht Mikrofinanzinstitutionen, die in ihrer Eigenschaft als Netzwerk-Förderorganisationen (NSOs) Netzwerke lokaler Dorfbanken beraten. Die NSOs bieten ihren Mitgliedern regelmäßig technische Unterstützung vor Ort an, zum Beispiel Coaching am Arbeitsplatz oder Seminare in Buchhaltung und Kreditabwicklung.

Die Projektarbeit im Sinne einer besseren Verfügbarkeit von Finanzdienstleistungen im ländlichen Raum wird durch gezielte Qualifizierung in finanztechnischen Fragen abgerundet. Orientierung für alle Projektmaßnahmen sind die Grundprinzipien Gleichstellung der Geschlechter und Inklusion.

Die Consultingfirma AFC unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkung

Mit Unterstützung durch das Vorhaben hat die Laotische Zentralbank (BoL) eine Verordnung des Premierministers für Mikrofinanzinstitutionen erarbeitet, die im November 2012 in Kraft trat. Überdies wurde in der entsprechenden Abteilung der Zentralbank eine Software installiert, mit der sich der Markt überwachen lässt. Gleichzeitig unterstützt das Vorhaben die BoL bei der Formulierung einer Verordnung zum Verbraucherschutz auf dem Gebiet der Finanzdienstleistungen.

Acht Förderorganisationen (NSOs) leisten lokalen Dorfbanken in 21 Zieldistrikten Hilfestellung. Drei NSOs decken ihre Kosten bereits mit betrieblichen Erträgen – der Beweis, dass das Konzept finanziell tragfähig ist. Bis November 2015 hat das Vorhaben die Gründung von 495 Dorfbanken begleitet, die insgesamt mehr als 48.500 aktive Konten verwalten. Die meisten Konten sind Familienkonten; bei 56 Prozent der Einzelkonten sind Frauen die Kontoinhaberinnen.

Ein weiteres Projektergebnis ist, dass in den Dorfbanken jetzt mehr Frauen (29 Prozent) in Führungspositionen arbeiten. Der Wert der kumulierten Spareinlagen übersteigt bereits 60 Milliarden LAK (7 Millionen Euro). Es wurden mehr als 25.000 Darlehen mit einem Gesamtvolumen von 58 Milliarden LAK (6,7 Millionen Euro) gewährt. Dieses Modell trägt der Nachfrage nach Spar- und Darlehensangeboten Rechnung, und sein Erfolg lässt sich an der wachsenden Zahl der Menschen ablesen, die die angebotenen Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit würdigt die Finanzierungsbeiträge, die das Australische Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Handel (DFAT), das Amt für Internationale Entwicklung AusAID (Australian Agency for International Development) und die MMG Lane Xang Minerals Ltd. zu diesem Vorhaben beisteuern.

Women during Financial Literacy Activity. Photo credit © GIZ/Rene Roesler