Förderung von Mikrofinanzdienstleistungen im ländlichen Raum

Projektbeschreibung

Titel: Mikrofinanzdienstleistungen im ländlichen Raum – Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für die arme Landbevölkerung V
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Laotische Zentralbank (Bank of Lao PDR)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

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Ausgangssituation

Die Demokratische Volksrepublik Laos zählt gemäß Definition der Vereinten Nationen zu den weltweit am wenigsten entwickelten Ländern. Mehr als zwei Drittel der 7 Millionen Einwohner leben im ländlichen Raum mit begrenztem Zugang zu grundlegenden Finanzleistungen, Bildung und formellen Märkten.

Zwar ist das Angebot an armutsorientierten Finanzdienstleistungen gestiegen, doch außerhalb der städtischen Zentren gibt es nur wenige Geschäftsbanken und Mikrofinanzinstitutionen.  Der stark eingeschränkte Zugang zu formellen Finanzdienstleistungen für die arme Landbevölkerung bleibt eine große Herausforderung. Im ländlichen Raum lebende Menschen verfügen im Allgemeinen über beschränkte Finanzmittel und haben oft keine Rücklagen für Notsituationen. Zudem können sie ihre Geschäftstätigkeit nicht ausweiten, weil sie keine Kredite erhalten, und sie können ihr Geld auch nicht auf Sparkonten einzahlen, da es in ihrer unmittelbaren Nähe keine Banken gibt Darüber hinaus hat ein großer Teil der armen Landbevölkerung keine Erfahrung darin, seine finanziellen Angelegenheiten zu regeln, und verfügt auch nicht über die entsprechenden Kenntnisse. 

Ziel

Frauen und Männer in ländlichen Gebieten profitieren zunehmend von Finanzdienstleistungen durch stabilere Institutionen, eine bessere finanzielle Bildung und einen verbesserten Rechtsrahmen.

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Vorgehensweise

Es hat sich gezeigt, dass Dorfbanken, die von Netzwerk-Förderorganisationen (NSOs) unterstützt werden, ein ebenso nachhaltiges wie kosteneffizientes Modell zur Erreichung der ländlichen Bevölkerung sind.
Daher bietet das Projekt den NSOs intensive Capacity Development-Maßnahmen. Die Mitarbeiter der NSOs erhalten die Möglichkeit, für die von den Gemeinden verwalteten Dorfbanken qualitativ hochwertige technische und finanzielle Dienstleistungen zu erbringen. Außerdem wird der aus Vertretern der Dorfbanken gebildete Verwaltungsrat darin geschult, die Geschäftsführung der NSOs effektiv zu prüfen und zu kontrollieren, um sicherzustellen, dass sie im Interesse dieser Banken arbeiten. 

Auf der Makroebene arbeitet das Projekt mit der laotischen Zentralbank (BoL) zusammen, um die Rahmenbedingungen für die Erbringung von nachhaltigen Finanzdienstleistungen zu verbessern. Das Projekt unterstützt die BoL bei der Umsetzung von Strategien und der Erstellung von aufsichtsrechtlichen Dokumenten, mit denen Finanzkenntnisse verbreitet und die Verbraucher besser geschützt werden sollen.  Darüber hinaus unterstützt das Projekt die BoL bei der Entwicklung einer nationalen Strategie für Dorffonds, die verschiedene Dorffonds-Initiativen aufeinander abstimmen soll, um aus Best Practices zu lernen. Das Projekt wird vom australischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel (DFAT) unterstützt.

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Wirkung

Die BoL hat mit Unterstützung durch das Projekt eine Verordnung des Premierministers für Mikrofinanzinstitutionen und eine begleitende Umsetzungsrichtlinie erarbeitet. Gleichzeitig hat das Projekt die BoL bei der Fertigstellung einer Verbraucherschutzverordnung und der Ausarbeitung eines Plans zur Stärkung der finanziellen Allgemeinbildung beraten, der 2018 verabschiedet wurde. Sieben Förderorganisationen (NSOs) leisten derzeit 670 Dorfbanken in 24 Zieldistrikten Hilfestellung. Fünf von sieben NSOs sind bereits jetzt in der Lage, ihre Kosten aus betrieblichen Erträgen zu decken. 97 Prozent aller Dorfbanken sind profitabel und belegen so, dass das Konzept finanziell tragfähig ist. Bis Januar 2019 haben die 670 Dorfbanken über 153.000 Mitglieder erreicht, darunter 79.000 Frauen. Etwa 40 Prozent aller Mitglieder der Dorfbankkomitees sind Frauen.  

Der Wert der kumulierten Spareinlagen übersteigt bereits 269 Milliarden laotische Kip (27 Millionen Euro).  Es wurden mehr als 31.000 Darlehen mit einem Gesamtvolumen von 256 Milliarden laotischen Kip (25 Millionen Euro) gewährt.  Dieses Modell trägt der Nachfrage nach geeigneten Spar- und erschwinglichen Darlehensangeboten Rechnung. Sein Erfolg lässt sich an der wachsenden Zahl der Menschen ablesen, die die angebotenen Finanzdienstleistungen in Anspruch nehmen, sowie am geringen Risikoportfolio, das mit 3 Prozent unter der internationalen Vergleichsgröße von 5 Prozent liegt.

Mehr als 51.000 Menschen in den Zieldörfern wurden durch Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen und unternehmerischen Bildung erreicht, wobei 55 Prozent der Teilnehmer Frauen waren. In Zusammenarbeit mit dem GIZ-Projekt Berufliche Bildung in Laos (Vocational Education in Laos, VELA) hat das Projekt die Lehrer von 17 ländlichen Berufsschulen geschult, damit sie dieses Wissen an ihre Schüler weitergeben können. Darüber hinaus wurde eine Schulung zur Optimierung der unternehmerischen Fähigkeiten von Kleinst- und Kleinunternehmern in den Zielgebieten entwickelt und durchgeführt.

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