Unterstützung flüchtlingsaufnehmender Gemeinden beim Abfallmanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung flüchtlingsaufnehmender Gemeinden im Abfallmanagement (ADHOC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanian Ministry of Environment (MoEnv); Jordanian Ministry of Municipal Affairs (MoMA)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Jordanien. On-the-job-Training. © GIZ

Ausgangssituation


Etwa 80 Prozent der 650.000 in Jordanien registrierten syrischen Flüchtlinge leben in den Städten und Gemeinden außerhalb der Flüchtlingslager. Besonders die Kommunen im Norden Jordaniens sind von den enormen Flüchtlingsströmen betroffen. In Mafraq etwa hat sich die Bevölkerungszahl seit 2011 bis heute mehr als verdoppelt. Dies führt zu Engpässen in der Dienstleistungs- und Infrastrukturversorgung. Betroffen sind Abfallentsorgung, Wasser-, Elektrizitäts- und Gesundheitsversorgung, Schulen und Wohnraum. Die Mieten steigen und im informellen Sektor sinken die Löhne. Eine gefühlte oder tatsächliche Unsicherheit belastet zudem die Beziehung der Jordanier zu den Flüchtlingen. Für die flüchtlingsaufnehmenden Gemeinden, besonders außerhalb der Hauptstadt, stellen die steigenden Müllmengen und die Aufrechterhaltung von Abfallentsorgung und öffentlicher Sauberkeit eine große Schwierigkeit dar.

Um diese Situation zu verbessern, ist die Beschaffung von Müllfahrzeugen bereits Teil einiger Geberinitiativen. Allerdings sind die meisten Kommunen kaum in der Lage, die Wartung, den Unterhalt, die Reparatur sowie den effektiven und effizienten Einsatz der Fuhrparks zu gestalten.

Ziel

Die Abfallentsorgung in den ausgewählten Kommunen ist verbessert.

Jordanien. Erklärung des elektronischen Fehlerauslesegeräts. © GIZ

Vorgehensweise


Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert das Vorhaben die Verbesserung der Abfallentsorgung in den Gouvernoraten Irbid, Mafraq und Karak. Es unterstützt die kommunalen Betriebshöfe bei der Lösung der dringendsten Probleme und sichert die Einsatzbereitschaft der Fuhrparks. Durch die Verbesserung der lokalen Abfallsituation trägt das Vorhaben auch dazu bei, dass die Flüchtlinge von der einheimischen Bevölkerung stärker akzeptiert werden.

Unter anderem wird ein mobiler Reparaturdienst mit voll ausgestatteten Werkstattleistungen eingerichtet. Durch Training on the Job werden technische Fachkräfte qualifiziert. Außerdem wird eine Verbesserung des Managements angestrebt sowie die Verbesserung der Basisausstattung der Betriebshöfe. In Kooperation mit privaten Werkstätten und Fortbildungsinstitiuten werden wirtschaftlichere Modelle der Instandsetzung und Wartung auf den Weg gebracht.

Fachkräfte der kommunalen Abfalldirektorate werden durch Fortbildung gestärkt. Ziel ist es, die Routenplanung der Müllflotte sowie Platzierung und Gestaltung der Sammelstellen zu verbessern. Das Vorhaben berät die kommunalen Partner bei Betriebsführung und Monitoring. Außerdem fördert es die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Betriebshöfen mit der Stadtverwaltung und den Gemeinderäten. Dadurch verbessert sich die Auskunftsfähigkeit der kommunalen Verwaltungen den Bürgern gegenüber. Mit der Durchführung der Beratungs- und Trainingsmaßnahmen in den Gemeindewerkstätten wurde die ARGE INFA-SKF beauftragt.

Eine EU-Kombifinanzierung ermöglicht zusätzlich Maßnahmen zur Verbesserung der Abfalldeponierung, namentlich in Form von Sanierungsmaßnahmen sowie Qualifizierung der zuständigen Fachkräfte. Über die Budgets der EU werden weitere Ausrüstungsgüter und Materialien zur Abfallentsorgung bereitgestellt sowie eine Recycling- und eine Transferstation für die effizientere Umladung des Siedlungsmülls auf dem Weg zur Deponie in Mafraq errichtet. Die Qualifizierungsmaßnahmen werden auf die Ebene der Gemeinderäte und der Stadtverwaltung ausgeweitet, um zukünftig eine bessere Abfallwirtschaftsplanung zu gewährleisten.

Für bis zu zwei Deponien sind in einem weiteren Schritt Sanierungsmaßnahmen geplant. Die Instandsetzung der Mülldeponien sowie Prozessanpassungen sollen die Einhaltung von Sicherheitsstandards und Umweltauflagen gewährleisten. Die für den Betrieb der Deponien zuständigen Mitarbeiter werden in technischen Fragestellungen der Abfallbehandlung und Abfalldeponierung fortgebildet.

Die Maßnahmen sind mit den Unterstützungsleistungen anderer Geber in den betroffenen Kommunen koordiniert.

Jordanien. Mülldeponie in Irbid. © GIZ