Ernährungssicherung und Resilienzstärkung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm "Ernährungssicherung und Resilienzstärkung"
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Überregional: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien, Jemen, Kambodscha, Kenia, Malawi, Mali, Sambia, Togo
Politischer Träger: Je nach Land unterschiedlich
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2020

Ausgangssituation
Weltweit leiden knapp 800 Millionen Menschen an Hunger, weitere zwei Milliarden sind mangelernährt. Während die globale Zahl der Hungernden über die letzten Jahrzehnte zurückgegangen ist, hungern heute in Afrika südlich der Sahara und in Asien mehr Menschen als je zuvor. Die – vor allem in Entwicklungsländern – weit verbreitete Mangelernährung behindert nicht nur die Entfaltung der einzelnen Menschen, sondern beeinflusst auch die Entwicklungschancen ganzer Länder. Wird ein Kind bis zum Erreichen des dritten Lebensjahres – während des sogenannten 1.000-Tage-Fensters ab Entstehung im Mutterleib – nicht ausreichend mit entscheidenden Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, wirkt sich dies auf sein Wachstum, seine geistigen Fähigkeiten und damit auf seine Möglichkeiten zu lernen und zu arbeiten aus.

Die Ursachen für Hunger und Mangelernährung sind vielfältig: Armut, Krisen, Konflikte und Naturkatastrophen, fehlender Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, mangelnde Hygiene, einseitige Ernährung – oft infolge von fehlendem Wissen über gesunde Ernährung. Die Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung muss daher breit angelegt sein, um die vielfältigen und komplexen Ursachen möglichst umfassend angehen zu können.

Ziel
Menschen in ernährungsgefährdeten Haushalten können sich jederzeit – auch in Zeiten von Hungerkrisen – ausreichend und gesund ernähren.

Vorgehensweise
Das Programm „Ernährungssicherung und Resilienzstärkung“ arbeitet in elf Ländern in Afrika und Asien: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien, Jemen, Kambodscha, Kenia, Malawi, Mali, Sambia und Togo. Es kooperiert eng mit nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, um alle gesellschaftlichen Kräfte zu mobilisieren. So trägt das Programm direkt zu den globalen Bemühungen um Ernährungssicherung bei, beispielsweise durch die Unterstützung von Regierungen im Rahmen der internationalen Initiative Scaling Up Nutrition (SUN).

Das Vorhaben stimmt sich mit den Ministerien vor Ort ab und knüpft an bilaterale Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an. Auf diese Weise können sich erreichte Wirkungen gegenseitig verstärken und die Ansätze werden nachhaltig in die lokalen Strukturen integriert. An der Umsetzung sind auch Consultingunternehmen beteiligt.

Den vielfältigen Ursachen von Fehl- und Mangelernährung kann nur ganzheitlich begegnet werden. Das Programm verknüpft deshalb Maßnahmen aus verschiedenen Sektoren, wie Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung, soziale Sicherung und WASH (Water, Sanitation, Hygiene), miteinander. Beispielsweise werden Frauen über gesunde, ausgewogene Ernährung aufgeklärt. Gleichzeitig lernen sie, wie man die Nahrung angemessen anbauen, lagern und verarbeiten kann. Auch die Gesundheit der Menschen spielt eine wesentliche Rolle, da nur ein gesunder Körper Nährstoffe und Vitamine aufnehmen und verwerten kann. Eine gute hygienische Praxis in den Haushalten und die Versorgung mit sauberem Wasser sind dafür essenziell.

Hauptzielgruppe des Vorhabens sind Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder, die von Ernährungsunsicherheit meist besonders stark betroffen sind. Ihre Ernährungssituation und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen Hungerkrisen soll durch das Vorhaben verbessert werden.

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“. Auf einem afrikanischen Markt: Frauen verhandeln über den Kauf und Verkauf von Früchten. (Bild: Klaus Wohlmann) © GIZ