Ernährungssicherung und Resilienzstärkung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm "Ernährungssicherung und Resilienzstärkung"
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Überregional: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien, Jemen, Kambodscha, Kenia, Malawi, Mali, Sambia, Togo
Politischer Träger: Je nach Land unterschiedlich
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation
Weltweit leiden über 800 Millionen Menschen an Hunger und zwei Milliarden Menschen sind mangelernährt. Während die globale Zahl der Hungernden über die letzten Jahrzehnte zurückgegangen ist, hungern heute in Afrika südlich der Sahara mehr Menschen als je zuvor. Die – vor allem in Entwicklungsländern – weit verbreitete Mangelernährung behindert nicht nur die Entfaltung der Potenziale einzelner Individuen, sondern beeinflusst die Chancen für die Entwicklung ganzer Länder. Wird ein Kind bis zum Erreichen des dritten Lebensjahres – während des sogenannten 1000-Tage-Fensters ab Entstehung im Mutterleib – nicht ausreichend mit entscheidenden Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, wirkt sich dies auf sein Wachstum, seine geistigen Fähigkeiten und damit auf seine Möglichkeiten zu lernen und zu arbeiten aus.

Die Ursachen für Hunger und Mangelernährung sind vielfältig: Armut, Krisen, Konflikte und Naturkatastrophen, fehlender Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, mangelnde Hygiene, einseitige Ernährung – zum Teil infolge von fehlendem Wissen über gesunde Ernährung. Die Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung muss daher breit angelegt sein, um die vielfältigen und komplexen Ursachen möglichst umfassend angehen zu können.

Ziel
Menschen in ernährungsgefährdeten Haushalten können sich jederzeit – auch in Zeiten von Hungerkrisen – ausreichend und gesund ernähren.

Vorgehensweise
Das Programm „Ernährungssicherung und Resilienzstärkung“ arbeitet in elf Ländern in Afrika und Asien: Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Indien, Jemen, Kambodscha, Kenia, Malawi, Mali, Sambia und Togo.

Das Vorhaben stimmt sich mit den Ministerien vor Ort ab. Die Aktivitäten knüpfen zudem an bilaterale Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an: So werden auch die Wirkungen bestehender Vorhaben stärker auf die Verbesserung der Ernährungssituation ausgerichtet.

Hauptzielgruppe des Vorhabens sind Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder. Deren Ernährungssituation und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen Hungerkrisen soll durch das Vorhaben verbessert werden.

Maßnahmen zur Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung – vor allem bei Müttern und Kleinkindern – sind eine der wirksamsten Investitionen in die Zukunft. Die Verbesserung der Ernährungssituation führt zu besseren körperlichen und geistigen Entwicklungschancen für Kleinkinder. Gesündere Nahrung verringert zudem die Anfälligkeit für Krankheiten und Krisen (zum Beispiel Naturkatastrophen). Sie bietet damit auch die Grundlage für eine verbesserte wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Familien und der Gesellschaften insgesamt.

Das Programm kooperiert eng mit verschiedenen nationalen und internationalen Nichtregierungsorganisationen, um alle gesellschaftlichen Kräfte zu mobilisieren. Unternehmen der Consultingwirtschaft sind ebenfalls an der Umsetzung beteiligt. Zugleich leistet das Vorhaben einen direkten Beitrag zu den globalen Bemühungen im Bereich der Ernährungssicherung, beispielsweise bei der Umsetzung von ICN2 (Second International Conference on Nutrition 2014), die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) initiiert wurde. Ferner unterstützt das Vorhaben die nationalen Regierungen im Rahmen der Bewegung „Scaling Up Nutrition“ (SUN). Hier engagieren sich Vertreter der nationalen Regierungen, der Gebergemeinschaft sowie aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam, um die Ernährung in Entwicklungsländern zu verbessern. 

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“. Auf einem afrikanischen Markt: Frauen verhandeln über den Kauf und Verkauf von Früchten. (Bild: Klaus Wohlmann) © GIZ