Liberia

Karte Liberia
Das GIZ-Regionalbüro Sierra Leone – Liberia in Freetown. © GIZ GIZ-Regionalbüro Sierra Leone/Liberia

Die deutsche Internationale Zusammenarbeit engagierte sich bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs 1989 in Liberia. Nach mehrjähriger Unterbrechung wegen dieses Konflikts ist die GIZ seit 2010 mit einem Regionalbüro für Sierra Leone und Liberia in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, vertreten. Die Arbeit der GIZ wird in Liberia mit 7 entsandten Mitarbeitern und 98 nationalen Fachkräften durchgeführt.

Liberia hat in den letzten Jahren durch erhöhte Exporte und ausländische Investitionen einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung erfahren. Obwohl sich das Land nach dem Bürgerkrieg stabilisiert, ist die Lebenssituation der Bevölkerung in vielen Gebieten nach wie vor kritisch. Mehr als zwei Drittel der Liberianer leben unterhalb der Armutsgrenze, mehr als ein Drittel gilt als unterernährt. 2011 stand Liberia auf Platz 182 von 187 Ländern des Human Development Index.

Die Infrastruktur des Landes ist völlig zerstört und kann mangels Ressourcen, Baumaterial und qualifizierter Baufirmen nur langsam wieder aufgebaut werden. Die Institutionen des Staatsapparates sind schwach. Es fehlt qualifiziertes Personal. Korruption ist endemisch. Die meisten Menschen sind durch den Krieg traumatisiert, von ihrer Familie und Gemeinde entfremdet und gegenüber sozialen Normen und Werten verunsichert. Über 80 Prozent der Liberianer sind in der informellen Wirtschaft beschäftigt und damit von regelmäßigen Lohneinkommen und sozialen Leistungen ausgeschlossen. Über ein Drittel der Bevölkerung lebt inzwischen in der Hauptstadt Monrovia, in der Hoffnung dort Arbeit zu finden.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt die GIZ in Liberia mehrere Vorhaben durch. Sie unterstützt Regierung und Privatwirtschaft dabei, vor allem den Straßenbau, auf- und auszubauen. Seit 2005 werden der Wiederaufbau und die Verbesserung von Lebensgrundlagen, besonders im vom Bürgerkrieg stark betroffenen County Lofa, unterstützt.

Aufgrund des hohen Rohstoffvorkommens wird unter anderem in Liberia ein vom BMZ beauftragtes Regionalvorhaben zu Rohstoffgovernance in fragilen Staaten Westafrikas durchgeführt. Erlöse aus der Bewirtschaftung einzelner Rohstoffe haben auch zur Finanzierung der Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone beigetragen; die Bewirtschaftung wirkt teilweise bis heute destabilisierend. Das Vorhaben will dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für eine gemeinwohlorientierte Nutzung der Bodenschätze zu verbessern und mehr Transparenz im Rohstoffsektor zu schaffen.

Im Auftrag des Auswärtigen Amtes führt die GIZ ein Vorhaben zur Reform und Stärkung des Justizsektors durch.

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