Spielwarensicherheit in China – Eine Entwicklungspartnerschaft mit der Privatwirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Materialmanagement und Produktsicherheit in der Herstellung von Spielwaren in China
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: China
Partner: Schleich GmbH; intelligent views GmbH
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2015

Ausgangssituation
Über 70 Prozent aller Spielwaren weltweit werden heutzutage in China hergestellt. In den letzten Jahren ergaben sich durch schadhafte Komponenten oder Fehler im Produktdesign eine Reihe von Problemen für die Gesundheit der Verbraucher und für die Umwelt.

Über die unmittelbaren gesundheitlichen Probleme hinaus, unter denen insbesondere Kinder und Arbeiter in der Spielwarenindustrie leiden, haben mangelhafte Produkte schwerwiegende Konsequenzen für das Vertrauen der Verbraucher und den Ruf sämtlicher Produkte „Made in China“. Produktrückrufe bedrohen die Existenz kleiner und mittlerer chinesischer Produzenten und deren Beschäftigten, oft Wanderarbeiter aus den ärmsten Regionen des Landes. Die Kosten für die gesamte Spielwarenindustrie sind hoch.
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben der deutsche Spielwarenhersteller Schleich GmbH und die GIZ daher eine Entwicklungspartnerschaft zur Produktsicherheit in der Spielwarenindustrie geschlossen und ihre Ressourcen und ihr Fachwissen gebündelt.

Ziel
Ein kosteneffizientes, nutzerfreundliches und flexibles System zum Materialmanagement in der Produktion von Spielwaren macht die Komplexität internationaler Wertschöpfungsketten handhabbar und garantiert Qualität und Sicherheit entlang des gesamten Produktionsprozesses. Das System ist branchenweit verbreitet und findet bei Unternehmen und öffentlichen Akteuren Anwendung.

Vorgehensweise
In einer Pilotphase erhielten ausgewählte chinesische Produzenten in Guangdong und Jiangsu technische Unterstützung und Trainings, um ein neues Materialmanagementsystem einzuführen. Das sogenannte „Semantische System“ basiert auf einer Technologie der deutschen IT-Firma intelligent views GmbH.

Schleich stellte spezielles technisches Know-how für die Anpassung und Einführung des Systems bereit und gewährleistete eine sorgfältige Dokumentation des Produktionsprozesses der ausgewählten Unternehmen. Das Materialmanagementsystem wurde von Anfang an so gestaltet, dass andere Spielwarenunternehmen es ebenfalls einführen können.

Die GIZ bringt sowohl ihre Erfahrungen im Dialog verschiedener Interessensvertreter als auch ihr Know-how bei der Stärkung der Handlungsfähigkeit (Capacity Development) ein. Außerdem führt sie Informationsveranstaltungen durch und sensibilisiert Unternehmen durch Publikationen oder die Organisation von Trainingsprogrammen für das Thema Produktsicherheit.

Wirkungen
Spielwarenhersteller können Konsumenten und Prüfbehörden effizienter und zuverlässiger über Inhaltsstoffe, Produktionsabläufe und erfolgte Prüfungen von ihren in China produzierten Spielwaren informieren. Das einfache, breit einsetzbare System trägt nachhaltig zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt bei und stärkt das Vertrauen der Verbraucher.

Die transparente Verfügbarkeit der Informationen über verwendete Substanzen, involvierte Zulieferbetriebe sowie erfolgte Prüfungen führt zur Reduzierung der Kosten im Unternehmen und zur Erleichterung des Qualitätsmanagements. Mögliche Risiken im Produktionsprozess oder notwendige Anpassungen aufgrund gesetzlicher Änderungen können leichter identifiziert und kostengünstiger behoben beziehungsweise umgesetzt werden. Der positive wirtschaftliche Effekt ist für die gesamte Industrie in Deutschland und China nutzbar und trägt dazu bei, Beschäftigung und Einkommen – insbesondere auch für ungelernte Wanderarbeiter – zu sichern. Zudem stützt die Entwicklungspartnerschaft mit der Schleich GmbH die Mittelstands-Strategie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Kontakt

Thomas Doering
thomas.doering@giz.de