Finanzierung umwelt- und sicherheitsrelevanter Anpassungsinvestitionen im Textilsektor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Finanzierung von umwelt- und sicherheitsrelevanten Anpassungsinvestitionen im Textilsektor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Bangladesch
Politischer Träger: Ministry of Finance, Financial Institutions Division, Government of Bangladesh
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2019

Ausgangssituation

Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist eine wichtige Säule des Export- und Wirtschaftswachstums in Bangladesch. Sie stellt rund 80 Prozent aller Exporte und beschäftigt über vier Millionen Menschen, mehr als 80 Prozent sind Frauen. Bei der Produktion werden nationale und internationale Sicherheits- und Umweltstandards jedoch nur unzureichend eingehalten. Die defizitären Sicherheitsstandards gefährden die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und tragen zu sozialen Konflikten zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten bei. Die fehlende Einhaltung von Umweltstandards führt zu übermäßiger Nutzung und Verschmutzung des Wassers und verstärkt Umweltprobleme und Energieengpässe im Land zusätzlich.

Trotz des internationalen Drucks der Textileinkäufer und der verbesserten Ressourcen und Kompetenzen der Behörden, die Einhaltung von Sicherheits- und Umweltstandards zu überwachen, bleiben Investitionen der Textilfabriken weitgehend aus. Nur wenige Textilfabriken können deren mittelfristigen betriebswirtschaftlichen Nutzen einschätzen. Es fehlen Informationen über Standards sowie mögliche und rentable Investitionen in eine Verbesserung der Sicherheits- und Umweltstandards. Auch kaufmännische Kenntnisse, um relevante Risiken und Nutzen zu analysieren und zu bewerten, sind gering. Darüber hinaus fehlt vielen Textilfabriken der Zugang zu adäquaten Finanzdienstleistungen. Finanzinstitute und Textilfabriken nutzen die ohnehin geringen Weiterbildungs- und Informationsangebote über Investitionen in Sicherheits- und Umweltstandards zu wenig.

Ziel

Bangladeschische Finanzinstitute und Textilfabriken nutzen neu geschaffene Weiterbildungs- und Informationsangebote zum Thema Investitionen in Sicherheits- und Umweltmaßnahmen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet vor allem in Dhaka, wo die Mehrzahl der Textilfabriken angesiedelt ist. Es umfasst drei Handlungsfelder:

  1. Finanzsystementwicklung
    Durch Schulungen und Unterstützung bei der Produktentwicklung wird die Kompetenz der Finanzinstitute verbessert, Sicherheits- und Umweltinvestitionen zu finanzieren.
  2. Förderung der Informationsverfügbarkeit im Textilsektor
    Um die Informationsverfügbarkeit zu erhöhen, werden institutionelle und personelle Ressourcen im Arbeitsministerium sowie das Informationsangebot im Markt gestärkt.
  3. Erweiterung des Angebots privater Dienstleister
    Durch den Aufbau von Trainingsangeboten werden Dienstleister und technische Experten der Textilfabriken in wirtschaftlichen Fragestellungen rund um Sicherheits- und Umweltinvestitionen qualifiziert.

Die Zentralbank Bangladeschs ist der Umsetzungspartner des Vorhabens. Es kooperiert ferner mit Finanzinstituten, Consultingunternehmen und Trainingsinstituten sowie den Unternehmensverbänden der Textil- und Bekleidungsindustrie in Bangladesch. Das Vorhaben ist komplementär zu einer in Vorbereitung befindlichen Kreditlinie der französischen Entwicklungsorganisation (AFD), der KfW Entwicklungsbank und der Europäischen Union gestaltet. Darüber hinaus trägt es dazu bei, Kreditlinien anderer internationaler Organisationen zu nutzen, die Sicherheitsinvestitionen in Textilfabriken refinanzieren, beispielsweise die Asian Development Bank (ADB), die International Finance Corporation (IFC) sowie die Japan International Cooperation Agency (JICA).