Programm "Migration für Entwicklung" (PME)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm "Migration für Entwicklung" (PME)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Globalvorhaben; aktuell in 13 Partnerländern im Einsatz: Afghanistan, Ägypten, Albanien, Gambia, Ghana, Irak, Kosovo, Marokko, Nigeria, Pakistan, Senegal, Serbien, Tunesien.
Politischer Träger: Vor Ort zuständige Arbeitsagenturen, wie etwa die marokkanische Arbeitsagentur ANAPEC oder die tunesische Arbeitsagentur ANETI.
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

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Ausgangssituation

Weltweit verlassen immer mehr Menschen ihre Heimat. Häufig sind Krisen und Konflikte ausschlaggebend, aber es gibt auch andere Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen. So finden sie zum Beispiel in ihren Herkunftsländern keine Perspektive für sich und ihre Familien und sehen häufig den einzigen Ausweg in einer Migration. Dabei würden die meisten von ihnen gerne in ihrer Heimat bleiben oder später dorthin zurückkehren und neu beginnen. Alle diese Menschen benötigen Orientierung über die Möglichkeiten in ihren Herkunftsländern, Unterstützung auf der Suche nach beruflichen Perspektiven oder bei der Reintegration.

Für diese Menschen schafft das Vorhaben seit Anfang 2017 Beratungsangebote und berufliche Perspektiven in ausgewählten Partnerländern. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt das Programm „Migration für Entwicklung“ die Menschen vor Ort und hilft Rückkehrerinnen und Rückkehrern bei der sozialen und wirtschaftlichen Reintegration. Dabei bildet es einen Teil des BMZ-Programms „Perspektive Heimat“.

Ziel                                                    

Die Perspektiven von lokaler Bevölkerung und Rückkehrer*innen für die wirtschaftliche und soziale Teilhabe in ausgewählten Herkunftsländern sind verbessert.

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Vorgehensweise

Unterstützungsangebote in Deutschland: 

Im Mittelpunkt des Programms steht die individuelle Beratung. Menschen, die planen, in ihre Herkunftsländer zurückzukehren, werden bereits in Deutschland unterstützt und bis zum Neustart im jeweiligen Herkunftsland begleitet. So stellt die Internetseite „Startfinder“ alle wichtigen Informationen zu Beratungsangeboten und individuellen Fördermaßnahmen in den Herkunftsländern zielgruppengerecht zur Verfügung und bietet Informationen zum Thema Reintegration. 

Das Vorhaben arbeitet zudem eng mit Städten und Gemeinden in Deutschland zusammen. Es unterstützt Angebote von Wohlfahrtsverbänden und Sozialträgern zur Reintegrationsberatung oder Schulungen. Coachings können zum Beispiel den Einstieg in den Arbeitsalltag oder eine weiterführende berufliche Bildung im Herkunftsland erleichtern. 

In ausgewählten Kommunen und bei kirchlichen und sozialen Trägern schlagen sogenannte Reintegrations-Scouts eine Brücke zwischen der Rückkehrberatung in Deutschland und bestehenden Angeboten in den Herkunftsländern. Die Reintegrations-Scouts unterstützen die Beratungsstellen, indem sie Kontakte zu Anlaufstellen in den jeweiligen Ländern herstellen sowie zu Beschäftigungsperspektiven und Unterstützungsangeboten, wie etwa Existenzgründungen, Trainings oder Aus- und Weiterbildungen vor Ort informieren.

Darüber hinaus bietet die GIZ in Zusammenarbeit mit privaten Trägern Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung für Rückkehrinteressierte an. Zu den Angeboten zählen unter anderem Kurse für Bauingenieur*innen und diverse Handwerksberufe, Existenzgründertrainings, Fremdsprachen- und IT-Kurse.

Erfolgreicher Neustart im Herkunftsland: 

Unterstützung benötigen nicht nur Menschen, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Auch in der lokalen Bevölkerung gibt es Menschen, die keine berufliche Perspektive für sich vor Ort sehen und über eine Migration nachdenken. Um all diese Menschen zu unterstützen, betreibt das Vorhaben gemeinsam mit nationalen Partnern Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration. Derzeit gibt es Zentren in Albanien, Kosovo, Serbien, Tunesien, Marokko, Irak, Nigeria, Ghana und Senegal. In Afghanistan wird eine Beratung in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) angeboten. Beratungszentren in Ägypten, Gambia und Pakistan sind in Planung. 

Die Beratungszentren bieten individuelle Beratung und Information zu Ausbildungs-, Arbeits- und Reintegrationsmöglichkeiten, veranstalten Job- und Karrieremessen sowie Informationsveranstaltungen und bieten Bewerbungstrainings an. Neben der Beratung werden Interessierte auch in verschiedene Trainings, berufliche Qualifizierungen und psychosoziale Unterstützungsangebote vermittelt, mit denen sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können. Menschen, die sich selbstständig machen wollen, können Trainings und eine Förderung zur Existenzgründung erhalten.

Die Beratungszentren werden mit den jeweiligen nationalen Arbeitsverwaltungen und Arbeitsagenturen betrieben. Gemeinsam mit rund 25 regionalen und bilateralen GIZ-Vorhaben setzen sie das Programm „Perspektive Heimat“ vor Ort um und kooperieren eng mit der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft, internationalen Organisationen und Institutionen vor Ort. Dabei richten sich gleichermaßen an alle Menschen vor Ort: lokale Bevölkerung, Rückkehrer*innen aus Deutschland und Drittstaaten und Binnenvertriebene, die sich zu Beschäftigungsmöglichkeiten im Land informieren möchten. 

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Wirkungen 

  • Seit dem Start des Programms wurden in den Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration bereits mehr als 91.600 Beratungsgespräche geführt. Außerdem wurden – gemeinsam mit anderen Maßnahmen, die zu „Perspektive Heimat“ gehören – über 304.500 Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt, darunter knapp 8.700 Maßnahmen zur Wiedereingliederung für Rückkehrer*innen aus Deutschland.
  • Rund 224.000 Menschen fanden mit Unterstützung von „Perspektive Heimat“ einen Job oder wurden bei ihrer Existenzgründung unterstützt.
  • Insgesamt hat das Programm rund 778.100 individuelle Fördermaßnahmen für Menschen bereitgestellt.

 

Stand: Oktober 2020

 

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