Einen erfolgreichen Neustart im Herkunftsland ermöglichen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm „Migration für Entwicklung“ (PME)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Globalvorhaben; aktuell in verschiedenen Ländern im Einsatz: Ägypten, Albanien, Gambia, Ghana, Irak, Kosovo, Marokko, Nigeria, Pakistan, Senegal, Serbien, Tunesien
Politischer Träger: Nationale Partnerorganisationen, wie etwa Ministerien, Arbeitsverwaltungen und -agenturen, oder Beratungs- und Außenstellen für Reintegration und Rückkehr
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2023

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Ausgangssituation

Weltweit verlassen immer mehr Menschen ihre Heimat: Ende 2018 lag die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten oder Verfolgung auf der Flucht waren, bei über 70 Millionen. Neben Krisen und Konflikten gibt es noch andere Gründe, weshalb Menschen ihre Heimat verlassen. So finden sie zum Beispiel in ihren Herkunftsländern keine Perspektive für sich und ihre Familien und sehen häufig den einzigen Ausweg in der Migration. 

Viele Menschen würden gerne in ihrer Heimat bleiben oder später dorthin zurückkehren und neu beginnen. Dafür benötigen sie Orientierung über die Möglichkeiten in ihren Herkunftsländern sowie Unterstützung bei der Reintegration. Die informierte Rückkehr aus Deutschland ins Herkunftsland, die Reintegration vor Ort und die Beratung der lokalen Bevölkerung wird jedoch bisher nicht ausreichend unterstützt. 

Das Vorhaben schafft daher seit Anfang 2017 bessere Startchancen in ausgewählten Herkunftsländern. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt es alle Menschen, die sich über Möglichkeiten in ihrem Herkunftsland informieren möchten. Das Vorhaben ist Teil des BMZ-Programms „Perspektive Heimat“.

Ziel                                                    

Die Perspektiven von Rückkehrer*innen, der lokalen Bevölkerung und Binnenvertriebenen für die wirtschaftliche und soziale Teilhabe in ausgewählten Herkunftsländern sind verbessert.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die berufliche Qualifizierung und Rückkehrberatung in Deutschland und erleichtert Rückkehrer*innen den Neustart in ihren Herkunftsländern. 

Unterstützungsangebote in Deutschland: 
Im Mittelpunkt steht die individuelle Beratung zu sozialen und beruflichen Perspektiven – von der Vorbereitung in Deutschland bis hin zum Neustart im jeweiligen Herkunftsland. Das Vorhaben bietet Rückkehrenden in Deutschland Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung an und arbeitet dafür zusammen mit ausgewählten Trägerorganisationen, darunter beispielsweise die Kreishandwerkerschaft Duisburg oder das Gastronomische Bildungszentrum Koblenz. Zu den Angeboten zählen unter anderem Existenzgründertrainings, Fremdsprachen- und IT-Kurse sowie Online-Studiengänge.

Sogenannte Reintegrations-Scouts informieren Rückkehrberatungsstellen in Deutschland zu vorhandenen Unterstützungsangeboten in den Herkunftsländern. Damit schlägt das Vorhaben eine Brücke zwischen der Rückkehrberatung in Deutschland und der Reintegration vor Ort. Die Internetseite „Startfinder“ dient als erste Anlaufstelle und bündelt die relevanten Informationen für Rückkehrberater*innen und Rückkehrinteressierte.

Erfolgreicher Neustart im Herkunftsland: 
Das Vorhaben betreibt in den Herkunftsländern gemeinsam mit nationalen Partnerinstitutionen Beratungszentren für Jobs, Migration und Reintegration. Derzeit gibt es Zentren in Albanien, Kosovo, Serbien, Tunesien, Marokko, Ägypten, Irak, Pakistan, Nigeria, Ghana und Senegal. Ein Beratungszentrum in Gambia ist in Planung. 

Die Zentren richten sich neben Rückkehrer*innen aus Deutschland und Drittstaaten auch an Binnenvertriebene und die lokale Bevölkerung. Sie bieten individuelle Beratung zu den sozialen und beruflichen Perspektiven vor Ort und vermitteln Interessierte in Trainings, berufliche Qualifizierungen und psychosoziale Unterstützungsangebote, mit denen sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern können. 
Die Beratungszentren arbeiten eng zusammen mit anderen Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, der Zivilgesellschaft, der Privatwirtschaft, internationalen Organisationen und Institutionen vor Ort. 

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Wirkungen 

  • Seit dem Start des Programms wurden in den Beratungszentren bereits mehr als 124.300 Beratungsgespräche geführt.
  • Gemeinsam mit anderen Maßnahmen wurden rund 365.700 Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt, darunter über 11.000 Maßnahmen zur Wiedereingliederung für Rückkehrer*innen aus Deutschland.
  • Über 185.800 Menschen konnten durch die Unterstützung von „Perspektive Heimat“ in Jobs vermittelt werden oder sich selbständig machen. Zusätzlich wurden bereits fast 99.400 Maßnahmen zur Existenzgründung angeboten.
  • Insgesamt hat das Programm über 972.900 individuelle Fördermaßnahmen bereitgestellt.

Stand: August 2021

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