Ökologische Landwirtschaft: Wissensaustausch und Netzwerke fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globalvorhaben Wissenszentrum für ökologischen Landbau in Afrika 
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Senegal, Ägypten, Uganda, Sambia, Kamerun, West-, Nord-, Ost-, Südliches sowie Zentralafrika
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2025

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Ausgangssituation

Mehr als die Hälfte der afrikanischen Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, doch ein Fünftel ist unterernährt. Dieser Anteil ist im internationalen Vergleich extrem hoch. Gleichzeitig sind die Belastungsgrenzen der Erde bei der Nutzung von Rohstoffen mancherorts bereits überschritten.

Daher besteht die Herausforderung darin, Ernährungssysteme zu fördern, die sowohl die Ernährungssicherheit gewährleisten als auch die ökologischen Grenzen der Erde in den Blick nehmen und achten. Der ökologische Landbau kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Derzeit sind nur 0,2 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Afrika dem ökologischen Landbau gewidmet. Einer der Hauptgründe dafür: Bisher ist in Afrika kaum bekannt, wie Bioprodukte erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden sollten. Das Wissenszentrum für ökologischen Landbau (KCOA) versucht, diese Wissenslücken zu schließen.

Ziel

Wissenshubs in allen fünf afrikanischen Regionen verbreiten Kenntnisse über den ökologischen Landbau, die auf die Bedürfnisse der verschiedenen Zielgruppen zugeschnitten sind. Ferner fördern die Wissenshubs auch die Gestaltung eines kontinentweiten Netzwerks, das wichtige Akteure aus dem Bio-Sektor aller Regionen miteinander verbindet.

Vorgehensweise

Die regionalen Wissenshubs sollen die Wissenslücken schließen, die einer großflächigen Verbreitung des ökologischen Landbaus derzeit noch im Wege stehen. 

Das Vorhaben wird von Deutschland aus koordiniert. Die Projektmaßnahmen werden in den fünf afrikanischen Regionen in Zusammenarbeit mit den folgenden Nichtregierungsorganisationen (NROs) umgesetzt:

  • Ostafrika: Biovision Africa Trust
  • Südliches Afrika: Sustainability Institute
  • Westafrika: Enda Pronat, FENAB & Agrecol Afrique
  • Nordafrika: SEKEM
  • Zentralafrika: Auswahlverfahren läuft noch

Das Projekt unterstützt die NROs beim Aufbau des technischen und methodischen Wissens über die ökologische Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Agrarerzeugnissen. Gemeinsam entstehen so Wissensprodukte in den Bereichen der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, Bildung, Beratung und Wissenschaft. Durch Schulungen, Pilotbetriebe, eine digitale Wissensplattform sowie die Kommunikation in Rundfunk und Kino wird dieses Wissen an Multiplikator*innen weitergegeben. Dazu zählen Verbände, Berater*innen, Ausbilder*innen, Erzeuger*innen, Verarbeiter*innen, Händler*innen und Verbraucher*innen.

Dabei arbeitet das Vorhaben jeweils in bestimmten Fachgebieten mit folgenden internationalen Organisationen zusammen: 

  • FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau): Unterstützung der Durchführungsorganisationen bei der Entscheidung darüber, wie Wissen gesammelt und geprüft werden soll.
  • Access Agriculture (NRO, die sich auf Peer-to-Peer-Schulungsvideos auf den Gebieten der Agrarökologie und biologischen Landwirtschaft spezialisiert hat): Übersetzung und Verbreitung von Schulungsvideos in lokalen Sprachen, die von Landwirt*innen für Landwirt*innen erstellt werden
  • IFOAM (internationaler Dachverband der Bewegung für ökologischen Landbau): Schulungen zum ökologischen Landbau.

Das Vorhaben fördert auch die Vernetzung von wichtigen Akteur*innen in ausgewählten Wertschöpfungsketten, die in der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung tätig sind, und konzentriert sich dabei auf Bemühungen zur Verbesserung des Marktzugangs durch alternative Zertifizierungsmethoden. 

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „EINE WELT OHNE HUNGER“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
 

Letzter Stand: Januar 2021