Pilotprojekt zur Verbesserung der Versorgung mit Medikamenten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Aufbau eines regionalen Verteilerzentrums von Medikamenten im Süd-Kivu 
Auftraggeber: Gavi, die Impfallianz
Finanzierer: Gavi, die Impfallianz
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Ministerium für Gesundheit der Provinz Bukavu 
Gesamtlauzeit: 2018 bis 2020

Isometrische Ansicht der Verteilerzentrale

Ausgangssituation

Eine stabile Gesundheitsversorgung in der Demokratischen Republik Kongo aufzubauen, ist eine enorme Herausforderung. Ein flächendeckendes Versorgungsnetz für die Verteilung von Medikamenten ist aufgrund der geografischen Bedingungen nur eingeschränkt möglich. Die Qualität der verfügbaren medizinischen Produkte ist unzureichend und gleichzeitig fehlen wichtige Grundarzneimittel. Expert*innen schätzen die durchschnittliche Verfügbarkeit von lebenswichtigen Medikamenten in Gesundheitseinrichtungen auf 20 Prozent des tatsächlichen Bedarfs. 

Nur ein geringer Anteil der medizinischen Einrichtungen entspricht den nationalen Gesundheitsnormen. Eine angemessene oder flächendeckende Gesundheitsversorgung ist somit nicht gewährleistet. Gesundheitszentren können wegen ihrer schlechten Ausstattung oft nur unzureichende medizinische Grund- und Zusatzversorgung anbieten. Der Erlös aus dem Verkauf von Medikamenten wird nicht zur Nachbestellung, sondern zur Deckung der Personalkosten verwendet. Darüber hinaus ist die Qualität der Dienstleistungen verbesserungswürdig. Grund hierfür ist das niedrige Ausbildungsniveau und die mangelnde Motivation des Gesundheitspersonals infolge ausbleibender Zahlungen. Die Probleme im öffentlichen Gesundheitssystem fördern den Schwarzmarkt der Gesundheitsdienstleistungen. Sie begünstigen unter anderem das Geschäft von traditionellen Heiler*innen und Gebetskreisen. 

Ziel

Eine regionale Medikamentenverteilerzentrale ist als Teil eines Pilotversuchs in Bukavu entstanden und dient als Modell für andere Provinzen in der Demokratischen Republik Kongo

Vorgehensweise

Das Vorhaben hängt mit dem „Programm zur Unterstützung des Gesundheitssystems in der Provinz Süd-Kivu (PASS)" zusammen. Es trägt zu dessen vierter Komponente (Infrastruktur-, Arzneimittel- und Gesundheitsinformationsmanagement) bei und wird von der Impfallianz Gavi mit Mitteln der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziert.

Das Projekt schafft die Voraussetzungen für die Entwicklung eines Pilotmodells. Dadurch verbessert es das Versorgungsmanagement, die Verwaltung der Bestände und den Vertrieb wesentlicher Arzneimittel an Gesundheitszentren in Randgebieten. Dafür soll eine neue Verteilerzentrale entstehen, die sich in die Nationale Gesundheitspolitik zur Medikamentenversorgung (PNAME) eingliedert. 

Zunächst unterstützt das Vorhaben das Gesundheitsministerium der Provinz Bukavu dabei, den Prozess zur Gründung der Verteilerzentrale als gemeinnützige Vereinigung zu begleiten und zu koordinieren. Das Projekt arbeitet dabei mit anderen Interessengruppen zusammen, wie zum Beispiel der Föderation der Versorgungszentren für lebenswichtige Arzneimittel (FEDECAME) und der Gesundheitsdivision der Provinz Süd-Kivu (DPS). In diesem Zusammenhang sind Machbarkeitsstudien vorgesehen, die gesetzliche und technische Rahmenbedingungen definieren sowie Aufschluss über Bedarf und Umsetzungsmöglichkeiten in der Provinz Bukavu geben. Auch technische Studien für den Bau der notwendigen Gebäude und ein Modell zur Kostendeckung und Wirtschaftlichkeit des Medikamentenkreislaufs sind geplant.

Zudem beinhaltet das Projekt die Bauleitung für die Verteilerzentrale. In diesem Zusammenhang werden Bauleistungen ausgeschrieben und die Ausrüstung für den späteren Betrieb beschafft. 

Alle Arbeitsschritte zum Aufbau der Verteilerzentrale für Medikamente werden dokumentiert. Hierdurch entsteht eine Vorlage, die auch in anderen Regionen Anwendung finden soll. 

Andere Sprachversionen

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