Sozioökonomische Lebensgrundladen und Friedensförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Lebensgrundlagen und Friedensförderung im Ostkongo
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Demokratische Republik Kongo
Gesamtlauzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Der Ostkongo leidet seit vielen Jahren unter einer anhaltenden Krise und wiederkehrenden, bewaffneten Konflikten. Infrastruktur und Wirtschaft sind geschädigt, die gesellschaftliche Ordnung ist beeinträchtigt. Die Gewaltbereitschaft ist aufgrund jahrzehntelanger Gewalterfahrungen in der Region sehr hoch. Sexuelle und genderbasierte Gewalt sind weit verbreitet.

Darüber hinaus fehlen wirtschaftliche Perspektiven im ländlichen Raum, ganz besonders für junge Menschen. Das erleichtert bewaffneten Gruppen die Rekrutierung. Die Region verfügt über ausreichend natürliche Ressourcen. Trotzdem sind die Haushalte in den ländlichen Gebieten kaum in der Lage, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Ziel

Die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen von Menschen, Haushalten und sozialen Gruppen in ausgewählten Gemeinden der Provinz Südkivu sind verbessert.

Vorgehensweise

Mit einem selbsthilfe-orientierten Ansatz unterstützt das Vorhaben die friedliche Entwicklung der Region. Die internationale Gemeinschaft unterstützt die friedliche Entwicklung der Demokratischen Republik Kongo im Zuge einer internationalen Sicherheits- und Stabilitätsstrategie (International Security and Stabilisation Support Strategy, ISSSS). Die ISSSS wurde zusammen mit der kongolesischen Regierung entwickelt: Stabilisierung ist demnach ein integrierter, ganzheitlicher und zielgerichteter Prozess, in dem Staat und Bevölkerung befähigt werden, gegenseitig Verantwortung zu tragen und bestehende Konflikte abzumildern. Das vorliegende Vorhaben ist sowohl regional als auch thematisch mit einer Reihe von weiteren Einzelprojekten abgestimmt.

Das Vorhaben unterstützt die hilfsbedürftige ländliche Bevölkerung in drei Gemeinden in der Provinz Südkivu. Diese Region ist von sehr großer Armut und bewaffneten Konflikten geprägt. Etwa 150.000 Menschen leben in diesem Gebiet. Vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und Frauen nehmen an einkommensschaffende Maßnahmen teil. Insbesondere die landwirtschaftliche Produktion, Verarbeitung und Vermarktung profitiert. Geplant ist, in 4.000 Haushalten, für rund 30.000 Menschen, dadurch eine Lebensgrundlage zu schaffen. Das Projekt berücksichtigt dabei die besondere Situation vor Ort und geht trauma- und konfliktsensibel vor. Hierbei werden gleichzeitig entsprechende Fähigkeiten bei lokalen Nichtregierungsorganisationen (NRO) und örtlichen Produzentengemeinschaften aufgebaut. Mitarbeiter*innen von Partnerorganisationen erhalten Schulungen, um für die psychosozialen Auswirkungen von Gewalterfahrungen zu sensibilisieren.

In den Gemeinden fördert das Vorhaben weiterhin den Austausch über gewaltfreies Handeln für ein friedliches Zusammenleben. Unterstützung erhalten dabei in erster Linie lokale Austauschformate sowie Konfliktbearbeitungskomitees, die traditionell bestehen oder von anderen NRO aufgebaut wurden. Weitere Schwerpunkte des Projekts sind die Gleichstellung von Mann und Frau, Aufklärungsmaßnahmen und Bewusstseinsbildung sowie die Sensibilisierung für Menschenrechte und soziale Normen. Mittel- bis langfristig leistet das Vorhaben unter anderem einen Beitrag dazu, das außergewöhnlich hohe Niveau von sexueller und genderbasierter Gewalt zu reduzieren.

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