Menschenhandel im Westbalkan vermeiden und Opfer unterstützen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Prävention und Bekämpfung von Menschenhandel im Westbalkan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien
Politischer Träger: Regionale Initiative Migration, Asyl und Flucht (MARRI)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2022

Ausgangssituation

Trotz existierender Systeme zur Bekämpfung von Menschenhandel sind die Staaten des Westbalkans (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien) kaum in der Lage, Menschenhandel zu verhindern und (potenzielle) Opfer zu unterstützen. Dabei sind die Westbalkanstaaten zweifach betroffen: Einerseits migrieren viele ihrer Einwohner*innen  in die Europäische Union (EU), andererseits durchqueren Menschen aus Drittstaaten die Region mit dem Ziel, in die EU zu gelangen.

Die Geflüchteten sind auch deshalb der Gefahr von Ausbeutung und Menschenhandel ausgesetzt, weil sie sich aufgrund unzureichender finanzieller Mittel häufig in Schuldverhältnisse gegenüber Schmugglern begeben, die dies wiederum ausnutzen. Zwar deuten Daten darauf hin, dass bis zu 15 Prozent der Menschen auf der Flucht in der Region Opfer von Menschenhandel sind, doch werden nur sehr wenige davon tatsächlich als Opfer identifiziert.

Ziel

Die Voraussetzungen für Staat und Zivilgesellschaft, Menschenhandel zu vermeiden und dessen Opfer zu unterstützen, sind verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät die Staaten und Zivilgesellschaften im Westbalkan, um Voraussetzungen für eine verbesserte Situation der Opfer von Menschenhandel zu schaffen. Ziel ist, Betroffene widerstandsfähiger gegenüber Menschenhandel zu machen und (potenzielle) Opfer besser zu identifizieren und zu schützen, beispielsweise durch Fortbildungen und professionelle Beratungen im Bereich der psychischen Gesundheit. Zudem wird die Kooperation und Koordination zwischen Staat und Zivilgesellschaft sowie zwischen Gemeinden und zentralstaatlicher Verwaltung erhöht.

Die Zielgruppen des Vorhabens sind einerseits Menschen auf der Flucht in der Westbalkanregion und andererseits solche Personengruppen aus den Westbalkanstaaten, die besonders vom Menschenhandel bedroht sind, zum Beispiel Angehörige der Roma-Minderheit.

Das Vorhaben konzentriert sich auf vier Handlungsfelder:

  • Widerstandsfähigkeit gefährdeter Gruppen gegenüber den Risiken des Menschenhandels erhöhen.
  • (Potenzielle) Opfer von Menschenhandel besser identifizieren.
  • Die Koordination und Kooperation zwischen den unterschiedlichen Institutionen verbessern.
  • Fortbildungen und Beratungen im Bereich psycho-sozialer Unterstützung und psychischer Gesundheit anbieten, die auf die Anforderungen der Zielgruppe angepasst sind.