Verbesserung der Ernährungssicherung durch Schutz und Regenerierung degradierter landwirtschaftlicher Böden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Bodenschutz und Bodenrehabilitierung in Tunesien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministère de l’Agriculture, de la Pêche et des Ressources Hydrauliques (MAPRH)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2024

Ausgangssituation

Die landwirtschaftlich genutzten Flächen und das Weideland sind in Tunesien stark geschädigt und von einer weit fortgeschrittenen Verödung bedroht. Den Böden mangelt es an organischer Substanz, wodurch ihre Struktur destabilisiert wird, sie weniger fruchtbar sind sowie Wasser schlechter zurückhalten und speichern können. Das hat zur Folge, dass die Böden an Widerstandskraft gegenüber Klimawandel bedingten Veränderungen verlieren und ihre ursprünglichen ökologischen Fähigkeiten nicht mehr vollständig erfüllen. Als Konsequenz sinken Bodenproduktivität und Ernteerträge – dies wirkt sich negativ auf die Selbstversorgung der ländlichen Regionen mit Nahrungsmitteln aus und erhöht die Verletzlichkeit gegenüber Auswirkungen des Klimawandels.

Bodenschutz und angemessene Bodenbewirtschaftung sind deshalb in den verschiedenen nationalen Strategien Tunesiens zum Wasser- und Bodenschutz als Priorität verankert. Beispielsweise sieht die Strategie zur Bewirtschaftung und Erhaltung landwirtschaftlicher Flächen (ACTA) aus dem Jahr 2017 vor, nachhaltiges Management von Böden und landwirtschaftlichen Flächen großflächig zu verbreiten. Um diese Strategie erfolgreich umzusetzen, ist ein System fachübergreifender Beratungsansätze und -angebote erforderlich.

Ziel

Die stark degradierten landwirtschaftlichen Flächen im Zentralwesten und Nordwesten Tunesien sind regeneriert und langfristig besser geschützt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stützt sich auf drei Handlungsfelder, die sich gegenseitig ergänzen und miteinander verbunden sind:

Die erste Aktivität setzt Maßnahmen um, die degradierte Böden schützen und regenerieren sollen. Dabei konzentriert sich das Vorhaben besonders auf ökologisch nachhaltige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Weiterhin sollen gute landwirtschaftliche Praktiken, wie zum Beispiel Fruchtwechsel, Kompostierung, Direktsaat und die Verwendung von behandeltem Klärschlamm gefördert und verbreitet werden. Ergänzend dazu erprobt das Vorhaben agroforstwirtschaftliche Methoden und kombiniert Ackerbau mit Forstwirtschaft. Auch das integrierte Landschaftsmanagement sowie das agro-pastorale System mit integrierter Viehzucht sollen dazu beitragen, die Bewirtschaftung und Fruchtbarkeit der Böden zu verbessern. Die Fähigkeiten von Partner*innen sowie Bäuerinnen und Bauern sollen in diesem Zusammenhang gestärkt werden. 

Darüber hinaus arbeitet das Vorhaben in einem weiteren Handlungsfeld daran, das Thema Bodenschutz langfristig im politischen, institutionellen und gesellschaftlichen Umfeld zu verankern. Dazu gehören eine stärkere Vernetzung, Zusammenarbeit und Austausch zwischen nationalen Institutionen und politischen Entscheidungsträger*innen. Gleichzeitig sollen Partner*innen zu den wirtschaftlichen Folgen der Bodenschädigung geschult werden. Vorrangig berät das Vorhaben dazu, strategische Maßnahmen (zum Beispiel Klärung der Landrechte, Anreizmechanismen) umzusetzen. Zugleich unterstützt es dabei, neue Anreize und Maßnahmen zu nachhaltigem Landmanagement durch nationale Strategien und lokale Entwicklungspläne zu integrieren und zu fördern.

Im dritten Handlungsfeld bereitet das Vorhaben Lernerfahrungen und Innovationen aus der praktischen Umsetzung für den Wissenstransfer auf nationaler und internationaler Ebene auf. Dazu entwickelt das Vorhaben unter anderem eine Kommunikationsstrategie, die den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Akteuren fördert. Ziel ist es, die Erfahrungen und Errungenschaften des Projekts zu verbreiten und langfristig zugänglich zu machen, und sie bei Partner*innen und den Zielgruppen zu verankern. Gute Praktiken und Ansätze können so bekannt gemacht und durch verschiedene Formate (Dialoge, Workshops, Treffen, Videos, Informations- und Kommunikationstechnik) gefördert werden. Zusätzlicher Pluspunkt: die lokale, nationale und internationale Vernetzung aller Beteiligten.

Stand: Dezember 2020

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