Ernährungssicherung

Ernährungssicherung
© GIZ/Joerg Boethling

Um die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung zu sichern, und jegliche Form der Fehlernährung wirksam zu bekämpfen kombiniert die GIZ Maßnahmen aus unterschiedlichen Sektoren und adressiert alle Dimensionen von Ernährungssicherung:  Verfügbarkeit, Zugang, Verwendung, Verwertung und Stabilität.

Ernährungssicherung gehört zu den größten globalen Herausforderungen. Obwohl der weltweite Anteil der Hungernden an der Gesamtbevölkerung seit 1990 halbiert werden konnte, steigt die weltweite Zahl hungernder Menschen in 2017 erstmals wieder. 815 Millionen Menschen weltweit müssen Hunger leiden. Gleichzeitig wächst die Zahl der Überernährten. Sowohl Unter- als auch Überernährung können mit einem Mangel an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralien einhergehen.

Die Ursachen für die Ernährungsprobleme sind vielfältig:

  • Die Ressourcen (Wasser, Boden, Artenvielfalt) sind knapp und der Druck steigt durch Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Konflikte.
  • Die Agrarflächen werden nicht sachgemäß bewirtschaftet.
  • Nach der Ernte verderben zu viele Nahrungsmittel, zum Beispiel, weil sie nicht entsprechend gelagert bzw. gekühlt werden können.
  • Viele Menschen sind zu arm, um sich hochwertige Nahrungsmittel zu kaufen.
  • Krankheiten sowie schlechte Wasser- Sanitär- und Gesundheitsversorgung verhindern, dass die Menschen Nahrung richtig verwerten können.
  • Es fehlt an Wissen über abwechslungsreiche und hygienische Nahrungszubereitung.
  • Traditioneller Ernährungsmuster verändern sich. Der Fleischkonsum nimmt zu, ebenso der Verzehr energiereicher und häufig stark verarbeiteter Lebensmittel.
  • Frauen haben häufig eine geringere Bildung und zu wenig Einfluss auf Entscheidungen im Haushalt und in der Politik. Fragile Kontexte, Konflikte und Katastrophen erschweren die Rahmenbedingungen

Fehlernährung im frühen Leben - vor allem in den ersten 1000 Tagen von der Empfängnis bis zum Alter von zwei Jahren eines Kindes – hat weitgreifende Folgen für die Betroffenen und die gesamte Wirtschaft. Dazu zählen Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen, niedrigere Löhne und verminderte Produktionskapazität sowie ein erhöhtes Risiko für ernährungsbedingte chronische Krankheiten im Erwachsenenalter. Die GIZ unterstützt den Kampf gegen Fehlernährung auf allen Ebenen und in unterschiedlichen Sektoren. Durch ihre Maßnahmen will sie Nahrungsmittel in ausreichender Menge und Qualität verfügbar machen und eine stabile Versorgung erreichen, sie engagiert sich zudem für eine bessere Verwendung und Verwertung der Nahrung. Auf akute Ernährungskrisen reagiert die GIZ mit kurz- und mittelfristigen Einsätzen. Vielfältige und auf Dauer sichere Ernährung steht im Fokus der längerfristigen Maßnahmen.

  • Das sind die Arbeitsschwerpunkte der GIZ im Bereich Ernährungssicherung:
  • Sie fördert verbesserte landwirtschaftliche Praktiken.
  • Sie unterstützt die Produktion und Vermarktung von hochwertigen Nahrungsmitteln entlang landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten.
  • Sie ergreift Maßnahmen, um Verluste nach der Ernte zu reduzieren und den Befall mit Pilzgiften einzudämmen.
  • Sie informiert die Menschen in ihren Partnerländern darüber, wie sie Nahrungsmittel abwechslungsreich und hygienisch zubereiten und engagiert sich für eine bessere Wasser-, Sanitär- und Gesundheitsversorgung.
  • Sie setzt sich besonders für eine bessere Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern ein, denn in den ersten 1.000 Lebenstagen führt Fehlernährung überwiegend zu irreversiblen Schäden.
  • In Konflikt- und Krisenregionen stärkt sie die Widerstandsfähigkeit der Menschen durch Strategien zur Krisenbewältigung.
  • Sie fördert Nachhaltigkeit durch den Schutz von Lebensgrundlagen und natürlichen Ressourcen.