Agrarbasierte Wirtschaftsentwicklung

Agrarbasierte Wirtschaftsentwicklung
© GIZ/Martin Godau

Eine starke Agrarwirtschaft bringt sozialen Fortschritt durch  die Steigerung von Produktivität, Beschäftigung und Einkommen.

 

Die Agrarwirtschaft ist in den meisten ländlichen Regionen der wichtigste Motor für Entwicklung. Die Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln, nach agrarischen Rohstoffen und – zunehmend - nach verarbeiteten Lebensmitteln wächst in Entwicklungsländern zunehmend. Um sie zu decken, muss die Agrar- und Ernährungswirtschaft modernisiert werden.

Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung bringt sozialen Fortschritt durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen, sowie die Integration von Armutsgruppen, Jugendlichen und Arbeitslosen. Märkte bedürfen dabei einer öffentlichen Förderung und Regulierung. Die Wirtschaft organisiert sich entlang von Wertschöpfungsketten, denn der Bezugspunkt jeglichen Wirtschaftens sind Produkte und die Märkte auf denen sie verkauft werden.

Wertschöpfungsketten (WSK) sind Systeme, in denen Unternehmen kooperieren, um nachgefragte Produkte zu erzeugen und Märkte zu bedienen. Der Zugang wirtschaftlich schwacher Kleinstunternehmen zum Markt erfolgt über ihre Integration in WSK.

Ziel ist der Aufbau wirtschaftlicher Strukturen und die Erhöhung der Wertschöpfung in den Partnerländern. Diese Entwicklung muss ökologisch nachhaltig und sozial gerecht ablaufen: Vom Wachstum sollen alle profitieren, Ressourcen müssen nachhaltig genutzt und die lokalen Ökosysteme geschont werden.

Im Auftrag der Bundesregierung entwickelt die GIZ mit allen Beteiligten Strategien für eine agrarbasierte wirtschaftliche Entwicklung. Die GIZ nutzt den WSK-Ansatz und orientiert sich an den Prinzipien der Agenda für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs). Ein wichtiges Kriterium ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Lösungen. Um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen, nutzt die GIZ die frei zugängliche Methode „ValueLinks 2.0“. Dabei handelt es sich um einen praxisnahen Ansatz zur Verbesserung von Wertschöpfungsketten.

Agrarbasierte Wirtschaftsförderung ist als Brückenschlag zu verstehen, zwischen marktorientierter Entwicklung und zahlreichen entwicklungspolitischen Themen und Zielen, vor allem Armutsminderung und Gendergerechtigkeit, die Anpassung an den Klimawandel und ökologische Transformation der Wirtschaft, und die Strukturbildung für öffentliches Handeln. Entsprechend divers sind uach die Formate der agrarbasierten Wirtschaftsentwicklung: von der umfassenden Förderung bestimmter Sektoren der Agrarwirtschaft bis hin zu Maßnahmen in speziellen Bereichen, etwa bäuerliche Kooperationen, Vertragsanbau, landwirtschaftliche Finanzierung oder Gesetze und Standards. Jeder Ansatz und jede Maßnahme muss den Gesamtzusammenhang und alle Teile der Wertschöpfungskette berücksichtigen.

Die GIZ berät ihre Partner bei der Umsetzung von Maßnahmen, die die Wettbewerbsvorteile einer Region stärken und gute Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft schaffen. Auf diese Weise werden lokale Standorte wettbewerbsfähiger und regionale Unterschiede ausgeglichen.

Die GIZ unterstützt ihre Partner auch dabei, generell bessere Voraussetzungen für die Entwicklung zu schaffen: Lokale Verwaltungen erhalten Unterstützung bei der Umstellung auf moderne Verfahren, rechtliche und regulative Hürden werden beseitigt, damit sich die Privatwirtschaft entwickeln kann.