Energieeffiziente Gebäude für die MENA-Region

Solarpanels auf dem Dach eines Gebäudes

Die Energiepreise steigen auf dem Weltmarkt rasant an. Im MED-ENEC-Projekt berät GIZ IS zu Energieeffizienzmaßnahmen und der Nutzung von Sonnenenergie im Bausektor.

Bezeichnung: Energieeffizienz im Gebäudesektor in südlichen und östlichen Mittelmeerländern (MED-ENEC)
Auftraggeber: Europäische Kommission (MEDA-Programm)
Land: 9 MEDA-Länder: Algerien, Ägypten, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Palästinische Gebiete, Syrien (z.Z. ausgesetzt), Tunesien, sowie bis 2010 auch die Türkei
Politischer Träger: Energieministerien und Energieagenturen in den neun Partnerländern
Projektvolumen: 6,5 Mio. Euro
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2015

Ausgangssituation
Durch den starken Anstieg der Energiepreise auf dem Weltmarkt bekommen Energieeffizienz und erneuerbare Energien eine Schlüsselrolle für die nachhaltige Entwicklung eines Landes, einer Gemeinde oder eines Unternehmens. Weltweit verbrauchen Gebäude mehr als vierzig Prozent der erzeugten Energie. In der MENA-Region haben sich Gebäudekühlanlagen (ACs) zu einem der größten Konsumfaktoren entwickelt. Der Gebäudesektor verfügt andererseits über beachtliche Sparpotenziale mit positiven volkswirtschaftlichen wie energiewirtschaftlichen Effekten.
Ziel: Das MED-ENEC Projekt fördert im Auftrag der Europäischen Union den Einsatz von Energieeffizienzmaßnahmen und die Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudesektor in Ländern der Mittelmeerregion. Flankierend soll damit die Energieversorgungssicherheit verbessert; die negativen Auswirkungen des stark steigenden Energieverbrauchs auf Umwelt und Klima können verringert werden.

Vorgehensweise
Das Projekt „Energieeffizienz im Gebäudesektor in südlichen und östlichen Mittelmeerländern“ (Energy Efficiency in the Construction Sector in the Mediterranean – MED-ENEC) unterstützt die nationalen MEDA-Partner dabei, die Rahmenbedingungen für Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden zu verbessern. Außerdem werden Fortbildung, Pilotprojekte und die Förderung von Unternehmenskooperationen und Technologietransfer angeboten. MED-ENEC unterstützt nachfrageorientiert Energieeffizienzmaßnahmen und die Nutzung von Sonnenenergie im Bausektor, um die Versorgungssicherheit zu verbessern und die negativen Auswirkungen des stark steigenden Energieverbrauchs auf Umwelt und Klima zu verringern.

Leistungen 

  • Gezielte Förderung vor allem staatlicher Einrichtungen zur Einführung von neuen Technologien und Dienstleistungen rund um Energieeffizienz in Gebäuden („ESCO-Business“)
  • Politischer Dialog und Politikberatung, etwa in der Planung, Rechtsentwicklung und Umsetzung von Niedrigenergie-Baustandards in den Zielländern
  • Institutionelle Stärkung von Ministerien, Energieagenturen und Netzwerkeinrichtungen durch Beratungs- und Ausbildungsmaßnahmen
  • Wissenstransfer, etwa mit Workshops, Vorträgen, Seminaren und Broschüren
  • Durchführung und Förderung von Kongressveranstaltungen
  • Erstellung von Studien mit dem Ziel die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern abzubauen
  • Organisation von Öffentlichkeitsarbeit, etwa die Pflegen einer Internet-gestützten Datenbank von Unternehmen, sowie die Organisation von Messeständen, Events und Pressekonferenzen

Wirkungen – Was bisher erreicht wurde

  • Politischer-Dialog. Der Libanon, die Palästinensischen Autonomiegebiete und Jordanien wurden bei der Entwicklung von “National Energy Efficiency Action Plans“ (NEEAPs) unterstützt. Die NEEAPs für den Libanon und die Palästinensischen Autonomiegebiete wurden von der Regierung verabschiedet und sind Maßstab für die Energiepolitik der kommenden zehn Jahre. Nun fördert MED-ENEC die Erarbeitung von Umsetzungsplänen, sog. „Roadmaps“ und „NAMAs“.
  • Projekt- und Marktförderung. Es wurden Energy Audit Trainings und ESCO-Business Workshops in Algerien, den Palästinensischen Autonomiegebieten und Israel durchgeführt. Mit Machbarkeitsstudien wurden ferner Projektentwicklungen und Urban Planning Fragestellungen u.a. in Jordanien, den Palästinensischen Autonomiegebieten und Tunesien fachlich unterstützt.
  • Know How Transfer und Training. Seit Beginn von MED-ENEC II im Jahr 2010 wurden neun internationale Konferenzen sowie 18 regionale Workshops organisiert, an denen sich mehr als 1.100 Fachkräfte beteiligten. Hinzu kamen zahlreiche Vorträge auf Einladung von internationalen Gebern und regionalen Partnern sowie Präsenz auf Messen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Veröffentlichung von zentralen Dokumenten, insbesondere der „EE-Guidelines“ der Arabischen Liga, die u.a. einen rechtlichen Rahmen für NEEAPS liefern.
  • Website. Jährlich wurden mehr als 14.000 Besucher verzeichnet, Tendenz steigend. Über 200 Unternehmen haben sich in der MED-ENEC-Unternehmensdatenbank eingetragen und unterstützen sich gegenseitig bei der Suche nach geeigneten Geschäftspartnern.
  • Öffentlichkeitsarbeit: MED-ENEC hat 2008 den EuropeAid-Kommunikations-Preis als bestes Projekt des Jahres in der Region Osteuropa und Mittelmeerländer erhalten
  • Pilotprojekte (MED-ENEC I). Niedrigenergiegebäude wurden in allen 10 Partnerländern unterstützt. Die Häuser sparen im Vergleich zu konventionellen Gebäuden rund 600 Tonnen CO2 jährlich ein. MED-ENEC-Erfahrungen werden in großen Bauprogrammen in Algerien, Jordanien und Palästinensischen Autonomiegebieten genutzt. 6 von 10 MED-ENEC-Pilotprojekten wurden mit dem renommierten National-Energy-Globe-Preis ausgezeichnet.

Kontakt

Dr. Kurt Wiesegart
kurt.wiesegart@giz.de

Weitere Informationen

Energy Efficiency in the Construction Sector in the Mediterranean (MED-ENEC) 

Sektorale Expertise