Flüchtlinge unterstützen

Cash for Work im Nahen Osten

Infografik

Binnenvertriebene und Flüchtlinge im Nord-Irak

In der autonomen Region Kurdistan im Nord-Irak haben seit dem brutalen Vormarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ insgesamt rund 250.000 syrische Flüchtlinge und mehr als eine Million Vertriebene aus dem Irak Zuflucht gefunden – viele von ihnen in großen Camps. Hier engagiert sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) unter anderem mit einem umfangreichen Cash for Work-Programm, das vor Ort von der GIZ umgesetzt wird.

Cash for Work ist der Oberbegriff für Beschäftigungsprogramme, die Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung Einkommensmöglichkeiten bieten. Zugleich werden durch die Programme wichtige Arbeiten für das Gemeinwohl in den Aufnahmeregionen erledigt. Im Nord-Irak zählen dazu zum Beispiel Verbesserungen der Infrastruktur in den Camps und in den aufnehmenden Gemeinden, wie etwa die Anlage von Sport- und Spielplätzen oder befestigten Straßen. Auch die Durchführung sozialer Aktivitäten sind Teil des Cash for Work Programms.

In einem der Projekte, das von der GIZ gemeinsam mit der Hilfsorganisation Malteser International durchgeführt wird, werden Campbewohnerinnen in vier Camps zu Gesundheitsberaterinnen ausgebildet. Als Multiplikatoren vermitteln sie in ihrer Nachbarschaft wichtiges Wissen rund um Fragen der Hygiene, medizinischen Erstversorgung, Ernährung und Prävention.

Syrische Flüchtlinge in Jordanien

Rund 720.000 Flüchtlinge aus Syrien sind seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkrieges Anfang 2011 nach Jordanien gekommen. Allein 80.000 leben im Flüchtlingscamp Zaatari. Die vielen Flüchtlinge stellen Jordanien vor große Herausforderungen – auch bei der Abfallentsorgung. Mehr Menschen, das bedeutet gleichzeitig mehr Müll. Auch hier führt die die GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Cash for Work Programm im Flüchtlingscamp Zaatari gemeinsam mit Oxfam durch.

Das Prinzip ist einfach: Eine Gruppe von Arbeitern sammelt Abfall und bringt diesen zu einem Recyclinghof innerhalb des Camps. Eine andere Gruppe ist auf dem Recyclinghof tätig und sortiert dort die Wertstoffe, wie zum Beispiel Papier oder Plastik. Eine dritte Gruppe verkauft die Wertstoffe an einen jordanischen Unternehmer, der den Abfall wiederverwertet. So wurden allein zwischen Juni 2016 und März 2017 etwa 230 Tonnen Wertstoffe gesammelt.

Das eingenommene Geld wird unter den Arbeitern geteilt, sodass die Männer und Frauen ein Einkommen verdienen und ihre Familien versorgen können. Sie bewältigen durch die Arbeit aber auch die steigenden Müllmengen, halten die Abfallentsorgung aufrecht und sorgen für Sauberkeit in den öffentlichen Bereichen des Camps. Zusätzlich stärken die Arbeiter das Bewusstsein für Müllentsorgung im Camp.

Das Projekt ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Bekämpfung von Fluchtursachen und der Reintegration von Flüchtlingen in Regionen mit anhaltender Krise.

Stand: Juni 2017


        
    
Nordirak: In den aufnehmenden Gemeinden werden Grünflächen und Parks ausgebessert.
Nordirak: In den aufnehmenden Gemeinden werden Grünflächen und Parks ausgebessert.

        
    
Nordirak:  Verbesserung der Infrastruktur in den Camps und aufnehmenden Gemeinden
Nordirak: Verbesserung der Infrastruktur in den Camps und aufnehmenden Gemeinden

        
    
Jordanien: Gesammelter Müll wird sortiert und an Unternehmer weiterverkauft.
Jordanien: Gesammelter Müll wird sortiert und an Unternehmer weiterverkauft.

        
    
Nordirak: Mit Cash for Work erwirtschaften sich Flüchtlinge ein eigenes Einkommen
Nordirak: Mit Cash for Work erwirtschaften sich Flüchtlinge ein eigenes Einkommen

        
    
Somalia: Gemeinsam reparieren Flüchtlinge und Einheimische die Infrastruktur der Region, wie Straßen, Brücken und Wasserleitungen.
Somalia: Gemeinsam reparieren Flüchtlinge und Einheimische die Infrastruktur der Region, wie Straßen, Brücken und Wasserleitungen.

        
    
Nordirak: Campbewohnerinnen werden zu Gesundheitsberaterinnen ausgebildet.
Nordirak: Campbewohnerinnen werden zu Gesundheitsberaterinnen ausgebildet.

        
    
Nordirak: Auch soziale Aktivitäten wie Summer Schools für Kinder sind Teil des Cash for Work Programms.
Nordirak: Auch soziale Aktivitäten wie Summer Schools für Kinder sind Teil des Cash for Work Programms.