Umwelt und Klima

Die Pazifischen Inseln passen sich an den Klimawandel an

Der Meeresspiegel steigt – Fidschi und seine Nachbarn müssen handeln.

© Mareike Kürschner

Die Pazifischen Inseln passen sich an den Klimawandel an

Fidschi und weitere Inselstaaten im Pazifik müssen sich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Die Region ist von stärkeren tropischen Wirbelstürmen, längeren Dürreperioden und vor allem dem steigenden Meeresspiegel betroffen. Die 15 Regierungen der pazifischen Gemeinschaft begegnen den Herausforderungen zum Beispiel mit der Umsiedlung von Dörfern, dem Ausbau erneuerbarer Energien oder einem besseren Katastrophenschutz.

Gletscher auf Grönland und in der Antarktis schmelzen, der Meeresspiegel steigt, Überschwemmungen nehmen zu – das sind konkrete Folgen des Klimawandels. Zahlreiche Einwohner der Pazifikstaaten sind besonders schwer betroffen. Viele Orte werden untergehen – wie zum Beispiel das 100-Einwohner-Dorf Narikoso auf der Insel Ono, die zu Fidschi gehört. Zahlreiche Bewohner des Küstenortes, in dem bereits einige Häuser unter Wasser stehen, müssen ihr Dorf verlassen und auf einer Anhöhe ganz von vorn anfangen.

Seit 2011 unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die 15 Regierungen der pazifischen Gemeinschaft auf verschiedenen Wegen dabei, sich besser auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Auftraggeber der GIZ sind die Europäische Union und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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Steigender Meeresspiegel: Neuanfang in Fidschi

Gemeinsam mit regionalen Partnern und den betroffenen Menschen hat die GIZ zum Beispiel Umsiedlungsrichtlinien entwickelt – ein Novum für die Region. Die Erfahrungen mit dem Pilotdorf Narikoso sind extrem wertvoll für zukünftige klimabedingte Umsiedlungen in der Region: Allein in Fidschi wurden rund 60 Gemeinden identifiziert, die wegen der Überschwemmungsgefahr umgesiedelt werden sollten.

Die Umsiedlung eines ganzen Dorfs ist aber ein langwieriger, komplizierter Vorgang – anhand der Richtlinien können die notwendigen Abläufe nun erfolgreich organisiert werden. Es gilt, die Wasserversorgung sicherzustellen, genügend Weide- und Ackerflächen zu haben und natürlich, einen neuen Standort auszuwählen. Doch die Bewohner Narikosos benötigen nicht nur ein Dach über dem Kopf – sie brauchen auch weiterhin eine Lebensgrundlage. Deshalb unterstützt die GIZ die Menschen zum Beispiel dabei, hitzeverträgliche Obst- und Gemüsesorten anzubauen und so die Nahrungsmittelproduktion an die geänderten klimatischen Verhältnisse anzupassen.

Erneuerbare Energien statt fossiler Brennstoffe

Die pazifischen Inselstaaten wollen auch ihren eigenen Beitrag zum Klimawandel verringern und deswegen auf eine nachhaltige Energieerzeugung setzen. Bisher sind die Staaten auf fossile Brennstoffe angewiesen. Die GIZ unterstützt die Regierungen bei ihren Energieplänen. Die Salomonen etwa wollen bis 2020 die Hälfte ihres Energiebedarfs durch erneuerbare Energien abdecken und gleichzeitig die Strominfrastruktur ausbauen.

Insgesamt neun Pazifikstaaten unterstützt die GIZ beim Ausbau der erneuerbaren Energien. In Papua-Neuguinea zum Beispiel werden Dorfkliniken mit netzunabhängigen Solaranlagen ausgestattet. Dadurch können Kühlschränke für Medizin und Blutkonserven zuverlässig betrieben werden – eine große Verbesserung in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Bis Ende 2020 sollen in den neun Staaten mehr als 60 Solar- und Biogasanlagen rund 8.500 Menschen mit „grüner“ Energie versorgen.

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Smartphone-Apps für den Notfall

Die Insel Vanuatu ist besonders stark von Wirbelstürmen bedroht. Deshalb entwickelt die GIZ gemeinsam mit den Vereinten Nationen und weiteren Partnern verschiedene Smartphone-Apps, die helfen, sich besser für Katastrophen zu wappnen. Zufälligerweise kurz vor dem schwersten Wirbelsturm in der Geschichte Vanuatus im Jahr 2015 erhielten beispielsweise 70.000 Handy-Nutzer Informationen darüber, wie sie ihre Ernten und ihr Vieh besser vor Stürmen und Fluten schützen können – ein Wissen, von dem die Menschen in der Notsituation direkt profitieren konnten.

Mit Hilfe einer weiteren App konnten die Menschen direkt nach dem Sturm die Behörden schnell über ihre Lage – etwa, ob sie ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt sind oder wie viel Getreide auf den Feldern zerstört wurde – informieren. 108.000 Einwohnern auf 22 Inseln konnte so gezielt geholfen werden. Die Smartphone-Anwendungen werden derzeit weiterentwickelt und kamen zuletzt nach dem Wirbelsturm Donna im Mai 2017 in abgelegenen Teilen des Inselstaates zum Einsatz.

 

Stand: Oktober 2017