Wirtschaft und Beschäftigung

Bleiben oder gehen? Mit der richtigen Beratung Perspektiven entwickeln

Informationszentren beraten zu Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten im Heimatland und in Deutschland.

Bleiben oder gehen? Mit der richtigen Beratung Perspektiven entwickeln

In der Heimat bleiben, aus dem Ausland zurückkehren oder eher nach Deutschland auswandern? Migrationsberatungszentren in Kosovo, Albanien, Serbien, Marokko und Tunesien informieren vor allem junge Menschen zu Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten – und zeigen ihnen so neue Perspektiven auf.

In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt. Eine schlechte Wirtschaftslage, hohe Arbeitslosigkeit und unzureichende Berufsbildungssysteme beeinträchtigen die Zukunftsaussichten vor allem der Jüngeren. Auswandern sehen viele oft als einzigen Ausweg aus dieser Situation – auch, weil die meisten nicht wissen, welche Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sich eigentlich im eigenen Land bieten.

Viele junge Menschen aus den Balkanländern und dem Maghreb zieht es auf ihrer Suche nach Perspektiven nach Westeuropa – Deutschland ist häufig das Wunschziel. Hier Erfolg zu haben, ist jedoch nicht leicht. Wer auf irregulären Wegen einreist, hat praktisch keine Perspektive zum Bleiben. Und Informationen zu den Voraussetzungen für ein Arbeitsvisum sind für die Menschen in ihren Heimatländern häufig nicht ausreichend verfügbar.

Drei Männer im Gespräch in Informationszentrum

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Hier setzen die Migrationsberatungszentren an. Deutschen Informationszentren für Migration, Ausbildung und Karriere – kurz DIMAK – an. Sie sind ein Angebot des Centrums für internationale Migration und Entwicklung (CIM), einer Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV/BA). Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) betreibt CIM, jeweils in Kooperation mit den nationalen Arbeitsverwaltungen, derzeit fünf solcher Info-Center. Sie befinden sich in Serbien, Albanien, Kosovo, Marokko und Tunesien; weitere sind in Planung. Diese Zentren bieten eine individuelle Beratung sowohl zu Job- und Ausbildungsmöglichkeiten im Heimatland als auch in Deutschland. Vor allem Ersteres ist gefragt: „Die Mehrheit der Rat suchenden jungen Leute will eigentlich im Land bleiben“, sagt Alexander Seidl, Regionalkoordinator der Migrationsberatungszentren im Westbalkan – „wenn es eine Perspektive gibt.“

Mehr als nur Beratung: Arbeitsvertrag dank Jobmesse

Auch für die Menschen, die eine Zeit lang in Deutschland oder im europäischen Ausland gelebt haben, sind die Info-Center eine wichtige Anlaufstelle, um in ihren Heimatländern wieder eine gute Arbeit zu finden. Allein aus Deutschland sind zum Beispiel im Jahr 2016 fast 14.000 Albaner in ihre Heimat zurückgekehrt. Dank ihrer Auslandserfahrung und ihrer Sprachkenntnisse sind die Rückkehrer bei potenziellen Arbeitgebern sehr beliebt – nur müssen beide Seiten voneinander erfahren.

Informationsmaterial auf einem Tisch, Hände mit Formularen

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Dabei unterstützen die deutschen Informationszentren. Gemeinsam mit der ZAV/BA bieten sie Job- und Karrieremessen an, auf denen Arbeitgeber Fachkräfte und Auszubildende anwerben können. Im Mai 2016 beispielsweise wurden in Pristina bei einer vom dortigen Zentrum organisierten Messe an einem einzigen Tag 1.200 offene Stellen angeboten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg – 430 Personen konnten sofort einen Arbeitsvertrag im Kosovo unterschreiben.

Damit die lokalen Arbeitsverwaltungen Nachfrage und Bedarf besser aufeinander abpassen können, beraten die Zentren auch dabei, wie sich die Berufs- und Ausbildungsberatung professionalisieren lässt. Gerade in ländlichen Gebieten ist das oft eine Herausforderung. In Zusammenarbeit mit Arbeitsverwaltungen und Berufsschulen werden Informationstage vor Ort organisiert. Mobile Beratungsteams bieten auch in entlegenen Regionen eines Landes kleinere Informationsveranstaltungen an: Auf Marktplätzen oder in Jugendzentren informieren sie Arbeits- und Perspektivsuchende über ihre Möglichkeiten.

 

Stand: September 2017