Klimamanagement und nachhaltige Mobilität

Die GIZ will klimaneutral sein. Das bedeutet, den Ausstoß von Treibhausgasen zu vermeiden oder zu reduzieren. Unvermeidbare Emissionen werden kompensiert.

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Für die GIZ als weltweit tätiges Unternehmen stellt Klimaneutralität eine große Herausforderung dar. Die Ansprüche an die Qualität, die Wirksamkeit und die Nachhaltigkeit der Projektarbeit erfordert die Anwesenheit der GIZ-Beschäftigten vor Ort. Nur so können sie gemeinsam mit Partnern vor Ort daran arbeiten, die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern. Gleichzeitig gebietet es der Klimaschutz, Reisen und insbesondere Flüge auf ein Minimum zu reduzieren. 

Um dieser Herausforderung zu begegnen setzt die GIZ auf Transparenz. Alle wesentlichen Emissionsquellen- im In- und Ausland werden erfasst. Dies geschieht im Inland durch das europäische Umweltmanagementsystem EMAS (Eco-Management and Audit Scheme), im Ausland kommt der Corporate Sustainability Handprint® (CSH) zum Einsatz. Die Erhebung erfolgt analog zu den internationalen Vorgaben des Treibhausgasprotokolls (Greenhouse Gas Protocol). Die aktuellen Treibhausgas (THG-)Emissionen der GIZ finden sich in der EMAS Umwelterklärung und der GIZ Umwelt- und Klimabilanz. 

Um ihre THG-Emissionen beständig zu reduzieren, setzt die GIZ eine Vielzahl von Maßnahmen um: Videokonferenzen ersetzen Flüge, Strom stammt überwiegend aus erneuerbaren Energien, und in ihren Gebäuden setzt die GIZ modernste Technik ein, um Energiebedarf zu drosseln. Für 2020 hat sich die GIZ vorgenommen, ihre Treibhausgas-Emissionen pro Mitarbeiter*in im Inland um 3%, im Ausland um 2,5% im Vergleich zum Vorjahr zu reduzieren. 

Kompensation nach höchsten Standards

Bei allen Bemühungen: Ganz vermeiden lassen sich Emission nicht. Für das Inland kompensiert die GIZ seit dem Jahr 2013. Pro Jahr lagen die THG-Emissionen zwischen 20.000 und 26.000 Tonnen CO2. Die Emissionszertifikate stammen aus Projekten, die nach dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) der Klimarahmenkonvention sowie hohen internationalen Nachhaltigkeitskriterien wie dem Gold Standard zertifiziert sind. Sie verringern nicht nur den Ausstoß von Treibhausgasen, sondern führen auch zu sozialen und ökologischen Verbesserungen. Ab 2020 werden auch Emissionen aus dem Ausland kompensiert, damit das Gesamtunternehmen klimaneutral wird. 

Nachhaltige Mobilität

Mobil und „vor Ort“ zu sein ist Teil des Geschäfts und der Leistungserbringung der GIZ. Jedoch zwingt uns der Klimawandel, unsere Mobilität zu hinterfragen und nachhaltiger zu gestalten. Die Klimawirkung durch häufiges und weites Reisen ist der GIZ bewusst und sie setzt ein Zeichen, indem sie das Thema der nachhaltigen Mobilität ganz oben auf die Agenda setzt.

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Geschäftsreisen per Flugzeug bilden die größte Emissionsquelle der GIZ und stellen somit gleichzeitig den größten Hebel dar, um weniger Treibhausgase auszustoßen. Dabei geht es sowohl um die Vermeidung wie auch um die Senkung der Emissionen aus der Mobilität. Um THG-Emissionen aus Geschäftsreisen zu vermeiden, hat das Unternehmen Kriterien für die Notwendigkeit von Reisen. Führungskräfte und Mitarbeiter*innen tragen dazu bei, indem sie nur die wirklich notwendigen Geschäftsreisen antreten und dann klimafreundliche Verkehrsmittel nutzen.

Neuland: Pilotprojekt bilanziert die Klimawirkung von Vorhaben

Die GIZ kümmert sich nicht nur um ihre betrieblichen Treibhausgas-Emissionen, sondern auch um die Klimawirkungen ihrer Projekte – positiv wie negativ. Mit der Schätzung der unbeabsichtigten schädlichen Klimawirkungen (Carbon Footprint) der Projekte geht die GIZ einen neuen Weg. In der ersten Pilotierung des Ansatzes hat sie Treibhausgas-Emissionen von Infrastruktur berücksichtigt, die in der Nutzungsphase während der Laufzeit eines GIZ-Projekts entstehen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Bildungszentren, Kläranlagen oder Abfalldeponien. Zudem wurden Emissionen von Reisen zu Workshops und Trainings erfasst. Die positive Klimawirkung, also die reduzierten oder vermiedenen Emissionen, die auf Beratungsleistungen und Aktivitäten von GIZ-Vorhaben zurückzuführen sind, werden regelmäßig im Rahmen der unternehmensweiten aggregierten Wirkungsdaten erfasst. Auch diese Ergebnisse finden sich in der Umwelt- und Klimabilanz 2018