Förderung des Forschungs- und Bildungsprogramms der Afrikanischen Union im Bereich Frieden und Sicherheit

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung des Forschungs- und Bildungsprogramms der Afrikanischen Union im Bereich Frieden und Sicherheit
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Projektregion: Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union
Politischer Träger: Abteilung für Frieden und Sicherheit der Kommission der Afrikanischen Union (AUK)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2015

Ausgangssituation

Die Afrikanische Union (AU) hat im Januar 2010 das Afrikanische Bildungs- und Forschungsprogramm im Bereich Frieden und Sicherheit (African Peace and Security Programme, APSP) gegründet, als gemeinsames Projekt mit dem Institute for Peace and Security Studies (IPSS) und der Universität von Addis Abeba (AAU). Das Programm soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, der „intellektuellen Herausforderung“ politischer Formulierungen und der Entwicklung von Strategien im Bereich Frieden und Sicherheit zu begegnen. Die Formulierung „intellektuelle Herausforderung“ geht auf die Tripolis-Deklaration der afrikanischen Staats- und Regierungschefs (2009) zurück.

Damit ist das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IPSS) auf höchster Ebene als „Denkfabrik“ (Think Tank) der AU mandatiert worden. Es wurde von der Universität Addis Abeba mit finanzieller und organisatorischer Unabhängigkeit ausgestattet und wird von einem Vorstand aus internationalen Experten und Politkern gesteuert.

Die Kommission der Afrikanischen Union, die afrikanischen Regionalorganisationen sowie die Regionalen Mechanismen für Konfliktvorbeugung und -transformation (Regional Mechanisms) verfügen nur über unzureichende Fachexpertise, Kompetenzen und Ressourcen ihrer Fach- und Führungskräfte. Das behindert die Entwicklung von Strategien und politischen Formulierungen, erschwert die Erarbeitung praktikabler, nachhaltiger Lösungen für Frieden und Sicherheit.

Ziel

Fach- und Führungskräfte der Kommission der Afrikanischen Union, von Regionalorganisationen, von staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen in den Mitgliedsländern der AU sowie von afrikanischen Universitäten und Forschungsinstituten erarbeiten praktikable, nachhaltige Lösungen für Frieden und Sicherheit.

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IPSS) bei der Umsetzung seiner institutionellen Partnerschaft mit der AU. In einem einjährigen, berufsbegleitenden Master-Programm (Managing Peace and Security in Africa) profitieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AU, von Regionalorganisationen sowie von Regierungsinstitutionen der Mitgliedsstaaten von einem umfangreichen Weiterbildungskonzept im Bereich Frieden und Sicherheit.

Die Forschungskomponente für afrikafokussierte Lösungen (African Solutions for Peace and Security) verbindet, neben angewandter Forschungsarbeit, Forschungseinrichtungen in Afrika und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem Netzwerk und integriert die Akteure in eine panafrikanische Arbeitsgemeinschaft (Community of Practice). Als Teil der internationalen Kompetenzentwicklung fördert die GIZ die Durchführung politischer Dialogforen.

Darüber hinaus soll die Afrikanische Friedens- und Sicherheitsarchitektur (African Peace and Security Architecture, APSA) stärker in den AU-Mitgliedsstaaten verankert werden.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Mehr als 140 Studierende wurden bislang im berufsbegleitenden Master-Programm (Managing Peace and Security in Africa) ausgebildet. Die Teilnahme an der Maßnahme vertieft die Beziehungen zwischen den beteiligten Organisationen sowohl auf individueller als auch auf institutioneller Ebene.

Den Studierenden stehen moderne Informationstechnologien (Moodle Platform) zur Verfügung, die die Verbindung von praxisnahem Training und akademischer Weiterbildung durch Blended Learning gewährleisten.

Die inhaltliche, didaktische und methodische Ausrichtung des Programms – Lösung praxisnaher Probleme anhand von Fallstudien – qualifiziert die Teilnehmer für die Arbeit in ihren Organisationen und verbessert ihre Handlungsfähigkeit.

Die Forschungskomponente (African Solutions for Peace and Security) legt Fallstudien vor und unterstützt die Politikentwicklung durch anwendungsbezogene Forschung. Während der Arbeit an den Fallstudien für Somalia und Südsudan werden die beteiligten Interessensvertreter, darunter vor allem Frauen, zusammengebracht, um bei der Erarbeitung von Lösungsansätzen mitzuwirken.
Das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IPSS) wurde durch das Vorhaben institutionell gestärkt, um seine Arbeitsprogramme nachhaltig gestalten zu können.