Grundbildung für Kinder

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grundbildungsprogramm
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Niger
Politischer Träger: Ministère du Plan
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2020

Ausgangssituation

Seit dem Jahr 2000 macht Niger bemerkenswerte Fortschritte bei den Einschulungszahlen im Primarschulbereich. Im weltweiten Vergleich gehört Niger trotzdem zu den Ländern, die beim Zugang zu Bildung und ihrer Qualität sehr schlecht abschneiden. Wie viele Kinder die Grundschule besuchen ist stark von der Region abhängig; Mädchen sind überall benachteiligt. Durch das hohe Bevölkerungswachstum von aktuell fast vier Prozent nimmt der Druck auf das Bildungssystem ständig zu. Die Dezentralisierung in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wasserversorgung und Umwelt verlagert mehr Kompetenzen der Bildungsverwaltung auf die Ebenen der Regionen und Kommunen. Dies ermöglicht eine bedarfsgerechtere Bildungsplanung und Personalverwaltung sowie ein besseres Monitoring. Allerdings sind die Voraussetzungen für eine sachgerechte Bildungsplanung, vor allem im Hinblick auf die Unterrichtsbeteiligung von Mädchen in der Grundschule, auf allen Ebenen des Bildungssystems unzureichend.

Ziel

Das nigrische Bildungssystem verfügt über verbesserte Voraussetzungen für eine sachgerechte Bildungsplanung, besonders im Hinblick auf die Unterrichtsbeteiligung von Mädchen in der Grundschule.

Vorgehensweise

Das Vorhaben konzentriert sich auf neun Kommunen in der Region Tillabéri und berät die staatlichen Institutionen in Niamey. Die Beratungsaktivitäten setzen bei der kommunalen, regionalen und nationalen Bildungsplanung an und sind eng miteinander verknüpft. Auf kommunaler Ebene stärkt das Vorhaben die Kompetenzen der Bildungsakteure in der Datenerhebung sowie im Bildungsmonitoring. Die Bildungsbeteiligung von Mädchen wird dabei besonders berücksichtigt. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben die Entwicklung von Schulbezirkskarten, die Informationen wie die Anzahl der Schulen, Klassen aber auch Zukunftsbedarfe ermitteln. Basierend auf dieser verbesserten Datenlage berät das Vorhaben die staatlichen sowie weitere relevante Bildungsakteure (zum Beispiel die regionale Grundbildungsdirektion), die in der Grundbildung auf regionaler Ebene tätig sind, bei der Erstellung eines regionalen Bildungsprogramms. Der Fokus liegt dabei ebenfalls auf der Bildungsbeteiligung von Mädchen. Auf nationaler Ebene unterstützt das Vorhaben die Weiterentwicklung von Normen zur Bildungsplanung, als Basis dienen die erhobenen Bildungsdaten aus den Kommunen und Regionen. Das Konsortium ECO Consulting Group - GOPA berät in diesem Handlungsfeld.

Wirkungen

Durch Sensibilisierungsmaßnahmen, Schulungen und Dialoge konnten die Kompetenzen von 1.284 Bildungsakteur*innen in den Gemeinden erfolgreich erweitert werden.

Für jede beteiligte Kommune wurde eine Karte des Schulbezirks erstellt, die eine angemessene Bildungsplanung durch Datenerhebung ermöglicht.

Darüber hinaus haben Bildungsakteur*innen aus 18 Pilotschulen ein Auswertungssystem für Schulen entwickelt. Das System ermöglicht, den Verbleib der Schüler*innen in Schulen zu verfolgen, Gründe für den Schulabbruch zu identifizieren und betroffene Schüler*innen sowie deren Lehrkräfte direkt zu unterstützen.

Auf regionaler Ebene hat das Vorhaben Schulungen zur Bildungsplanung durchgeführt. Dadurch konnte eine Auswertung aller wichtigen Daten für Grundschulen in Tillabéry erstellt werden. Zudem wurde ein Aktionsplan für Tillabéry entwickelt. Durch diesen erhielten die Teilnehmenden relevante Kompetenzen in der Bildungsplanung. Das stärkt die regionale Verwaltung der Schulen.

Auf nationaler Ebene hat das Vorhaben ebenfalls positive Auswirkungen: Es unterstützte die technische Arbeitsgruppe für Normen dabei, das Handbuch der Planungsnormen zu überarbeiten und neue Standards für das Grundbildungsministerium zu entwickeln.

Um die Machbarkeit und Nachhaltigkeit der vorgeschlagenen neuen Bildungsnormen zu testen, wurden Simulationen durchgeführt. Diese erlauben es, die finanziellen Auswirkungen bestimmter Normen zu verdeutlichen. Dieses Wissen befähigt das Grundbildungsministerium und nationale Schlüsselakteur*innen, besser zu planen.

Zusammengefasst stärken die Aktivitäten des Vorhabens die Kompetenzen der Bildungsakteur*innen. Das ermöglicht eine sachgerechte Bildungsplanung in Niger auf kommunaler, regionaler und nationaler Ebene und wirkt sich positiv auf die Mädchenbildung aus.