Stärkung von Personal und Institutionen zur Beratung für Landpolitik in Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Beratungskapazitäten für Landpolitik in Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union
Politischer Träger: Kommission der Afrikanischen Union
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2021

© GIZ

Ausgangssituation

Unzureichend geregelte Bodenordnung und unsichere Landrechte sind in Afrika noch immer ein zentrales Entwicklungshindernis. Mit der Gründung der Initiative für Landpolitik (Land Policy Initiative, LPI) 2006 hat die Afrikanische Union die Dringlichkeit der Verbesserung von Landpolitiken hervorgehoben. Die LPI unterstützt globale Initiativen, beispielsweise die „Freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Verwaltung von Boden- und Landnutzungsrechten, Fischgründen und Wäldern“ des UN-Welternährungsausschusses.

Obwohl in vielen afrikanischen Ländern der politische Wille zur Umsetzung dieser Initiativen vorhanden ist, steht die praktische Umsetzung noch am Anfang. In vielen Ländern fehlen Fachkräfte, die die verantwortlichen Stellen bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Landpolitiken beraten können. Dies betrifft alle zentralen Bereiche des Landmanagements, wie Vermessung und Landnutzungsplanung, und der Landadministration, beispielsweise Landtitelregistrierung und Katasterwesen.

Hauptgrund für den Fachkräftemangel sind qualitativ unzureichende Aus- und Weiterbildungsangebote an den afrikanischen Hochschulen. Zudem gibt es in den wenigsten Ländern praxisorientiertes Wissen, das aus soliden wissenschaftlichen Untersuchungen abgeleitet wurde und für die Gestaltung von Landpolitik genutzt werden kann.

Ziel

Personelle und institutionelle Kompetenzen, Ressourcen und Leitungsfähigkeit zur Umsetzung einer nachhaltigen, entwicklungsorientierten Landpolitik in Afrika sind gestärkt.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es wird in Kooperation mit der Initiative für Landpolitik und der Weltbank umgesetzt und arbeitet kontinental, regional und in den AU-Mitgliedsstaaten.

In verschiedenen Ländern werden Universitäten und andere Aus- oder Weiterbildungsinstitutionen dabei unterstützt und beraten, Aus- und Weiterbildungsprogramme oder Curricula zu entwickeln, fachlich zu verbessern und stärker an der Nachfrage zu orientieren. Der Wissenstransfer von europäischen und amerikanischen sowie zwischen afrikanischen Universitäten ist für den Aufbau oder die Verbesserung der Ausbildungsprogramme von zentraler Bedeutung.

Die Initiative für Landpolitik wird organisatorisch und fachlich beim Aufbau eines Exzellenznetzwerks für Landpolitik (Network of Excellence on Land Governance in Africa, NELGA) unterstützt. Das Netzwerk aus afrikanischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, Beratern für nachhaltige Landpolitiken sowie afrikanischen und internationalen Experten soll zur Umsetzung der AU-Erklärung zu Landfragen und der entsprechenden Richtlinien beitragen.

Die Weltbank baut im Rahmen eines Treuhandfonds ein innovatives Forschungsbegleitprogramm auf. Es stellt wissenschaftliche Erkenntnisse für den kontinentalen und nationalen Wissensaustausch, Politikberatung sowie Aus- und Weiterbildungsangebote zur Verfügung. Im Forschungsbegleitprogramm werden unter anderem Daten erhoben, die zum Monitoring und für die Evaluierung von Landpolitiken der beteiligten Länder genutzt werden können.

Auf institutioneller Ebene unterstützt das Vorhaben AU-Institutionen (vor allem LPI und NEPAD) bei der Umsetzung der AU Agenda on Land sowie der Beratung und Vernetzung der AU Mitgliedsstaaten. Gleichzeitig wird eine Mandatsklärung und Aufgabenteilung zwischen den einzelnen Institutionen gefördert. Für LPI ist eine Institutions- und Organisationsberatung vorgesehen. NEPAD wird dabei beraten, die Integration von fairen Landeigentumsrechten als verbindliche Voraussetzungen in nationale Investitionspläne der Länder voranzubringen.

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