Aufbau des globalen Kohlenstoffmarkts in Ostafrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globaler Kohlenstoffmarkt
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Uganda, Äthiopien, Ruanda, Kenia
Politischer Träger: Climate Change Department of the Uganda Ministry of Water and Environment
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021

Ausgangssituation

Mit mehr als 100 Projekten im Rahmen des Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) ist die Region Ostafrika eines der Zentren von CDM-Aktivitäten in Afrika. Den größten Anteil daran hat Uganda, das 25 CDM-Vorhaben umsetzt.

Auf dem internationalen Kohlenstoffmarkt sind Uganda und andere ostafrikanische Länder jedoch noch unterrepräsentiert. Neue marktbasierte Mechanismen spielen in ihren nationalen Klima- und Entwicklungsstrategien eine zu geringe Rolle. Dafür gibt es vielfältige Gründe, unter anderem mangelnde Kompetenz nationaler Entscheidungsträger, ungünstige institutionelle Rahmenbedingungen und bürokratische Barrieren, unzureichende Finanzierungsmechanismen für Projektideen und unzulängliche Bewertungen von Projektideen durch Projektentwickler, was die Finanzierungsfähigkeit schmälert.

Mit der Annahme des Klimaabkommens von Paris wurde die Bedeutung von Kohlenstoffmärkten in Artikel 6 bekräftigt.

Ziel

Öffentliche und private Entscheidungsträger in Uganda und der ostafrikanischen Region verfügen über Kenntnisse und Kompetenzen, um Kohlenstoffmarktinstrumente zur Umsetzung nationaler Klimaschutzaktivitäten zu nutzen.

Vorgehensweise

Mit Maßnahmen zur Unterstützung des privaten und öffentlichen Sektors auf nationaler und regionaler Ebene fördert das Vorhaben den Einsatz von Mechanismen des Kohlenstoffmarkts für den Klimaschutz (einschließlich national festgelegter Beiträge). Die Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, erfolgreiche Ansätze und Erfahrungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls auf das Klimaabkommen von Paris zu übertragen, die Kontinuität laufender CDM-Projekte sicherzustellen, mit Pilotmaßnahmen zur Ausgestaltung von Artikel 6 beizutragen sowie Uganda und andere ostafrikanische Länder bei der Nutzung von Kohlenstoffmechanismen zur Umsetzung ihrer nationalen Klimabeiträge zu unterstützen.

Die Unterstützung für den Privatsektor besteht vor allem darin, Unternehmen vor Ort über die Möglichkeiten und Zugangsvoraussetzungen des Kohlenstoffmarkts zu informieren.

Aufsichtsorgane und politische Entscheidungsträger erhalten fachliche Beratung zu den Chancen, die Kohlenstoffmärkte bieten. Die Partner werden dann dafür qualifiziert, ein günstiges Umfeld für die Nutzung von Kohlenstoffmärkten zur Finanzierung und Umsetzung nationaler Klimaschutzziele im Rahmen ihrer national festgelegten Beiträge zu schaffen.

Außerdem zielt das Projekt darauf ab, durch die Förderung einer gemeinsamen Vision für Kohlenstoffmechanismen die regionale Zusammenarbeit innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft zu verbessern.

Wirkungen

Akteure des öffentlichen und privaten Sektors wurden zu Schlüsselthemen im Zusammenhang mit marktbasierten Klimaschutzansätzen sensibilisiert und fortgebildet. Auch viele interessierte Unternehmen wurden zum Investitionspotenzial von Kohlenstoffmärkten beraten und geschult. Bis zu 217 Parlamentarier des ugandischen Parliamentary Forum on Climate Change nutzten Leistungen des Projekts.

Im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen zur Vorbereitung der UNFCCC-Klimaverhandlungen auf den Konferenzen der Vertragsparteien wurden die Kompetenzen von Aufsichtsorganen, Ministeriumsvertretern und Verhandlungsführern aus ostafrikanischen Ländern gestärkt. Die Teilnehmenden wurden über Chancen und Zukunftsszenarien des Kohlenstoffmarkts und die Nutzung von Kohlenstoffmarktinstrumenten zur Umsetzung der national festgelegten Beiträge ihrer Länder informiert.

Darüber hinaus wurden standardisierte Referenzszenarien für verschiedene Sektoren erarbeitet oder überarbeitet, um die Entwicklung von Kohlenstoffprojekten in der Region zu erleichtern. So sollen zum Beispiel im Rahmen der national angepassten Klimaschutzaktivität „Grüne Schule“ in Uganda in mindestens 18.000 Schulen verbesserte Öfen eingesetzt werden.