Globaler Kohlenstoffmarkt – Uganda

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländermanagerprojekt „Globaler Kohlenstoffmarkt“
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Uganda
Politischer Träger: Climate Change Department of the Uganda Ministry of Water and Environment
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Ein globaler Kohlenstoffmarkt ist für die Bundesregierung ein wichtiges Instrument des internationalen Klimaschutzes. Der Emissionshandel ermöglicht es, dass Emissionen zunächst dort reduziert werden, wo es am wenigsten kostet. Dieser Vorteil macht Klimaschutz kostengünstiger, weshalb funktionierende Kohlenstoffmärkte dazu beitragen, dass Staaten sich ehrgeizigere Emissionsreduktionsziele setzen und der Privatsektor seine Investitionen klimafreundlicher gestaltet.

2008 initiierte das Bundesumweltministerium die CDM-/JI-Initiative, um die Partnerländer bei der Nutzung der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls – Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI) – zu unterstützen. Das Vorhaben „Globaler Kohlenstoffmarkt“ ist Teil der CDM-/JI-Initiative und unterstützt in Uganda, Chile und Indien die Umsetzung der Ziele der Initiative.

Vor allem am wenigsten entwickelte Länder, zu denen auch Uganda gehört, sind auf dem internationalen Kohlenstoffmarkt stark unterrepräsentiert und nutzen kaum die Potenziale des CDM oder neuer marktbasierter Mechanismen, um ihre Klima- und Entwicklungsstrategien zu verwirklichen. Die Europäische Union legte deshalb fest, dass neue CDM-Projekte, die Zertifikate für den europäischen Emissionshandel generieren sollen, nur noch in diesen Ländern umgesetzt werden dürfen. Ostafrika hat großes Potenzial, ein Hotspot von CDM-Projektaktivitäten zu werden.

Uganda setzt 25 Programme oder Projektaktivitäten um, die meisten CDM-Projekte in Ostafrika. Zur 2013 verabschiedeten Nationalen Klimawandelpolitik wird derzeit eine Gesetzesvorlage erarbeitet, Grundlage für ein Klimagesetz zur Umsetzung der Nationalen Klimawandelpolitik. Der damit verbundene Konsultationsprozess ist eine Chance, auf verbesserte Rahmenbedingungen für Instrumente des Kohlenstoffmarktes in Uganda hinzuwirken.

Ziel

Öffentliche und private Entscheidungsträger in Uganda verfügen über Kenntnisse und Kompetenzen, um bestehende und neue Kohlenstoffmarktinstrumente zur Umsetzung national angepasster Klimaschutzaktivitäten zu nutzen.

Vorgehensweise

In Uganda und der Region Ostafrika unterstützt das Vorhaben die Entwicklung und Umsetzung von CDM-Projekten und weiteren Instrumenten des Kohlenstoffmarktes. Es sensibilisiert politische Entscheidungsträger für Marktmechanismen im Bereich Klimaschutz und schult die ugandische Designated National Authority (DNA), die zuständige Behörde für die Genehmigung von CDM-Projekten. Das Vorhaben fördert ein stärkeres Engagement des Privatsektors, beispielsweise durch die Unterstützung privatwirtschaftlicher Akteure bei der Identifizierung und Weiterentwicklung von Projektideen. Zudem unterstützt es die Harmonisierung des Emissionshandels in Ostafrika.

Wirkungen

Öffentliche und private Akteure wurden zu Schlüsselthemen im Zusammenhang mit marktbasierten Klimaschutzansätzen sensibilisiert und fortgebildet. Beispielsweise hat das Vorhaben Parlamentsabgeordnete des Parliamentary Forum on Climate Change (PFCC) zum Thema Kohlenstoffmarkt geschult und ugandische Delegierte im Vorfeld internationaler Klimaverhandlungen weitergebildet.

Das ugandische Energieministerium wurde bei der Weiterentwicklung seines Antrags für national angepasste Klimaschutzaktivitäten im Transportsektor unterstützt. Besonderes Augenmerk lag auf der Prüfung der Anbindung der geplanten Aktivitäten an den Kohlenstoffmarkt.

Interessierte Unternehmen wurden zu CDM-Investitionspotenzialen technisch beraten und fortgebildet. Durch die Unterstützung bei der East African Carbon Fair im Juli 2015 hat das Vorhaben zudem einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, den Privatsektor in der Region mit Kunden und Förderern des Kohlenstoffmarktes zusammenzubringen.