Innovative Entwicklungsplanung zur Anpassung an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Innovative Entwicklungsplanung zur Anpassung an den Klimawandel in Mali
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Mali
Politischer Träger: Ministère de l'Environnement, de l'Assainissement et du Développement Durable
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2018

Ausgangssituation

Wie andere Länder des Sahels ist Mali anfällig für Klimaschwankungen und leidet unter den Folgen des globalen Klimawandels. Gemäß Prognosen werden die Regenfälle künftig noch stärker schwanken, Extremereignisse wie Dürre oder Starkregen werden zunehmen und die Temperaturen weiter steigen. Die Auswirkungen des Klimawandels spüren besonders die ärmsten Bevölkerungsgruppen, da diese direkt von den natürlichen Ressourcen als Lebensgrundlage abhängen.

Der politische Rahmen zur Anpassung an den Klimawandel ist detailliert ausgearbeitet, die Umsetzung scheitert bisher allerdings weitgehend. Die lokale Bevölkerung ist sich den Auswirkungen des Klimawandels bewusst, hat aber keinen Zugang zu Klimainformationen oder Kenntnisse über mögliche Anpassungsmaßnahmen, um ihre Entscheidungen besser nach den Gegebenheiten auszurichten.

Regionen, Kreise und Gemeinden verantworten eigene Entwicklungsplanungen; die jeweils für sie zuständigen dekonzentrierten technischen Dienste der Fachministerien verfügen jedoch nicht über ausreichende Ressourcen und Know-how, um die Gebietskörperschaften zu beraten. Zur Umsetzung der Dezentralisierung fehlen zudem Mittel und die Entscheidungskompetenzen wurden in den maßgeblichen Sektoren noch nicht übertragen. Die Gemeinden haben daher zumeist nur wenig Spielraum, um Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel umzusetzen.

Ziel

Das Thema Anpassung an den Klimawandel ist in Abläufe der Entwicklungsplanung integriert. Praktische Maßnahmen mindern die Verwundbarkeit der Bevölkerung gegenüber Klimarisiken.

Vorgehensweise

Das Vorhaben arbeitet auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, um die subnationale Planung und Umsetzung von Maßnahmen durch verbesserte nationale Rahmenbedingungen zu unterstützen.

Nationale Leitfäden und Richtlinien für Planer schaffen notwendige Rahmenbedingungen für eine Entwicklungsplanung, die Auswirkungen durch und auf den Klimawandel berücksichtigt. So wird der nationale Leitfaden zur Erstellung dezentraler Entwicklungspläne überarbeitet und mit zusätzlichen Instrumenten ausgestattet, um die Anpassung an den Klimawandel darin aufzunehmen. Das Projekt unterstützt Mali auch bei den zentralen internationalen Prozessen innerhalb der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, wie der Umsetzung der nationalen Klimaschutzbeiträge und der nationalen Anpassungsplanung.

In 20 Kommunen und 6 Kreisen können diese neuen Planungsinstrumente mithilfe des Projekts getestet werden. Ein sektorübergreifender Dialog soll dabei helfen, die Anpassung an den Klimawandel in den Budgets der Ministerien zu verankern.

Eine wichtige Aufgabe des Projekts ist die Unterstützung dezentraler Gebietskörperschaften in der Planung, Umsetzung und Kontrolle von Anpassungsmaßnahmen. Um darüber hinaus die Breitenwirkung zu vergrößern, werden Finanzierungsmöglichkeiten ermittelt, die es den Gemeinden erlauben, ihre geplanten Maßnahmen umzusetzen. Die Aufbereitung der lokalen Projekterfahrungen und ihre nationale und internationale Veröffentlichung tragen zur umfassenden Verbreitung der innovativen Ansätze bei.

Internetseite GIZ Mali_PICP_ASNaCC_photo1

Wirkungen

Seit Juni 2016 wurden mehr als 1.000 Malierinnen und Malier zu Themen wie Klimawandel, seine Auswirkungen in Mali sowie die Integration von Anpassung in die lokale Entwicklungsplanung sensibilisiert. Dieser Wissensimpuls kann als erster Schritt dazu führen, die Anpassung an den Klimawandel in Dokumente der Entwicklungsplanung praktisch zu integrieren.

Gemeinden und Kreise, die bei der Erstellung ihrer Entwicklungsplanung unterstützt werden, wurden gemeinsam mit Vertretern aus diesen Gebietskörperschaften und den technischen Diensten ausgewählt. Auch die Entscheidungen über durchzuführende Anpassungsmaßnahmen haben die Gemeinden getroffen. Die Eigenverantwortung der lokalen Entscheidungsträger wurde so gestärkt. Die transparente, partizipative Vorgehensweise nach objektiven Kriterien steht für gleichberechtigte Zusammenarbeit.