Unterstützung der Pandemieprävention in der ECOWAS Region

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Pandemieprävention in der ECOWAS Region
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: ECOWAS Region mit Länderfokus auf Guinea, Liberia und    Sierra Leone; Programmbüros in Abuja, Nigeria und Bobo-Dioulasso, Burkina Faso
Politischer Träger: Kommission der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Copyright GIZ RPPP 18th Assembly of the ECOWAS Health Ministers June 2017

Ausgangssituation

Bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika in den Jahren 2014 - 2016 wurden fundamentale Mängel in der Gesundheitspolitik und in den angewandten Strategien sowohl in den betroffenen Ländern, als auch in den vor Ort agierenden internationalen und regionalen Organisationen, augenscheinlich. Grundlegende Schwächen der Gesundheitssysteme sowie innenpolitische Spannungen und eine mangelhafte Risikokommunikation führten bei der Bevölkerung zu einem Vertrauensverlust. Die Ausbreitung der Epidemie wurde auch durch die hohe Mobilität und länderübergreifende Migration verstärkt. Die Kommission der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) und die Westafrikanische Gesundheitsorganisation (WAHO), als zuständige Fachbehörde, haben ein Mandat zur Unterstützung der Mitgliedsländer bei der Bekämpfung von Epidemien. Auf Regionalniveau gibt es auf politischer und wirtschaftlicher Ebene spezialisierte Strukturen wie die ECOWAS, die WAHO und die Afrikanische Union. Dennoch erweisen sich die existierenden Institutionen mit ihren Ressourcen und Prozessen der Seuchenkontrolle für die Herausforderungen überregionaler Epidemien als unzureichend. Die Beratung der ECOWAS-Mitgliedsländer durch die regionalen Institutionen und Fachbehörden beim Aufbau von Mechanismen zur Seuchenkontrolle gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) ist daher unzureichend.

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Ziele

Die ECOWAS Kommission und die Westafrikanische Gesundheitsorganisation, unterstützen zusammen mit dem regionalen Zentrum für Seuchenkontrolle (ECOWAS-RCDC) die Mitgliedsländer besser beim Aufbau von Kernkapazitäten gemäß den Internationalen Gesundheitsvorschriften.

Vorgehensweise

Zur Verbesserung der Kommunikation von Gesundheitsrisiken unterstützt das Programm die Westafrikanische Gesundheitsorganisation bei der Entwicklung einer regionalen Strategie, welche eine harmonisierte Kommunikation von Gesundheitsrisiken in der Region bewirkt. Priorisierte Aktivitäten werden anschließend mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) implementiert. Eine virtuelle Plattform zu Gesundheitsrisiken und die Entwicklung von innovativen Kommunikationsansätzen durch einen IT-Wettbewerb sowie ein (Social) Media Monitoring System zur Nachverfolgung von Informationen unterstützen diesen Prozess.

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Kommunikation und Koordination zwischen den Institutionen bei der Seuchenkontrolle werden durch die Entwicklung einer regionalen Strategie gestärkt. Die Kommunikationskanäle und Kontaktstellen der regionalen und nationalen Institutionen werden sowohl für den Krisen- als auch den Normalfall festgelegt und ausgebaut. Durch Simulationsübungen werden vereinbarte Kommunikationsabläufe überprüft und angepasst. Zusätzlich werden die Strukturen der Kommunikations- und Koordinationszentren (Emergency Operations Centres, EOCs) in ausgewählten Ländern analysiert und gezielt gestärkt. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und dem Nigeria Centre for Disease Control (NCDC) wird die Applikation SORMAS-open (Surveillance, Outbreak Response Management and Analysis System) in Nigeria im Bundesstaat Kano sowie in Ghana erprobt. SORMAS dient der effektiven Überwachung von Krankheitsausbrüchen. Hierzu ermöglicht die Software ein verbessertes Datenmanagement auf allen institutionellen Ebenen.

Für das Personal im Bereich der Seuchenkontrolle werden durch die Entwicklung und Durchführung von Trainingskursen, auch im eLearning-Format, Weiterbildungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Die im Aufbau befindliche Regionale Schnelle Einsatzgruppe der WAHO wird zudem unterstützt. Regionale und nationale Experten können so zum schnellen Einsatz in Krisensituationen, aber auch zur Deckung von Engpässen in den Ländern außerhalb von Krisen zur Verfügung stehen. Erfahrungen der schnell einsetzbaren Expertengruppe SEEG, verwaltet durch die GIZ, werden mit einfließen.

Kooperationen werden zusammen mit der KfW im Rahmen des gemeinsamen EZ-Programms etabliert. Eine weitere Kooperation besteht durch die Partnerschaft MAURICE (Manual on Universal and Outbreak Infection Prevention Control) im Rahmen der Europäischen Esther Allianz für Klinikpartnerschaften zwischen dem Robert Koch Institut (RKI) und dem NCDC. Hier wird durch die Entwicklung eines Handbuchs für Infektionsschutz die Patientensicherheit im Ausbruchsfall unterstützt und verbessert.