Beschäftigung im ländlichen Raum mit Fokus auf Jugendliche

Projektbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben „Beschäftigung im ländlichen Raum mit Fokus auf Jugendliche“
Auftraggeber Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Weltweit, Schwerpunkt Afrika
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2022

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Ausgangssituation

Alleine in Afrika werden bis zum Jahr 2030 440 Millionen Jugendliche auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Mehrzahl lebt in ländlichen Regionen, dort ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft die wichtigste Einkommensquelle. 90 Prozent der dort lebenden Bevölkerung bezieht ihr Einkommen aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Doch der ländliche Raum bietet häufig nur wenig attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten und Zukunftsperspektiven.

Frauen und Jugendliche sind überproportional von Unterbeschäftigung, Arbeitslosigkeit sowie prekären und informellen Beschäftigungsbedingungen betroffen. Diese sind oft durch Unsicherheit, schlechte Arbeitsbedingungen und hohe Arbeitsbelastung, niedrige Produktivität und geringe Bezahlung gekennzeichnet.

Um die stark wachsende Bevölkerung ernähren zu können, muss sich die landwirtschaftliche Produktion in Afrika bis 2050 verdoppeln. Produktivitätssteigerungen, innovative Technologien und nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden sind dafür eine Voraussetzung. Insbesondere Jugendliche sind Schlüsselakteure,  die als Motor für zukünftige Veränderungs- und Entwicklungsprozesse fungieren können.

Ziel

Breitenwirksame Ansätze zur Förderung von Beschäftigung im ländlichen Raum, insbesondere von Jugendlichen, sind in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit verankert und das Thema ist in nationalen und internationalen Prozessen strategisch positioniert.

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Vorgehensweise

Die breitenwirksame Förderung von Beschäftigung im ländlichen Raum ist ein zentrales Anliegen des BMZ. Das Vorhaben wird in drei Handlungsfeldern umgesetzt.

Politische Beratung und Positionierung in nationalen und internationalen Prozessen
Auf der Basis von praxisrelevanten Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen, erfolgt eine fachliche Beratung und strategische Weiterentwicklung. Das Projekt unterstützt das BMZ, sich in internationalen Prozessen wie  der Agenda 2030, der Partnerschaft zwischen der Afrikanischen Union (AU) und der Europäischen Union (EU) oder dem AU-Landwirtschaftsprogramm CAADP zu positionieren. Die Umsetzung der G20-Initiative zur Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum hat dabei eine besondere Relevanz hinsichtlich der Förderung des internationalen Austauschs, der Identifikation von gemeinsamen Prioritäten und der Bildung von internationalen Partnerschaften. 

Konzeptentwicklung und Wirkungsmessung der Beschäftigungsförderung
Das Handlungsfeld zielt darauf ab, aktuelle gendersensible und jugendspezifische Konzepte sowie Ansätze und Instrumente der deutschen und internationalen Entwicklungszusammenarbeit weiterzuentwickeln und für die Umsetzung zur Verfügung zu stellen. Im Fokus stehen vor allem kohärente Konzepte und Ansätze der ländlichen Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung (ATVET). Gewonnene Erfahrungen in der Messung von Beschäftigungseffekten und dem Aufbau effizienter Monitoring-Strukturen fließen in die zukünftige Entwicklung von Ansätzen, Konzepten und Handreichungen ein. Dafür ist sowohl ein einheitliches Verständnis der verwendeten Begriffe notwendig als auch die Klärung der Schnittstellen zu Themen wie Beschäftigungsperspektiven und Migration, Stadt-Land-Bewegungen, Fragilität, Digitalisierung, landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten und Strukturwandel oder soziale Sicherung.

Vernetzen, Lernen und Mainstreaming
Innovative Formate für Vernetzen, Lernen und Mainstreaming unterstützen den Austausch mit relevanten Akteuren wie anderen Gebern und Entwicklungspartnern, ausgewählten Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit, wissenschaftlichen Instituten und Thinktanks, Expertennetzwerke und Fachverbunde. Zu den zentralen Aktivitäten zählt die Aufbereitung von Lernerfahrungen und die Verbreitung der entwickelten und aufbereiteten Konzepte und Ansätze in Wissensplattformen, Foren, Netzwerken und Publikationen. Eine breitenwirksame Verankerung des Themas in das Portfolio der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wird über eine enge Kooperation mit dem Fach- und Methodenbereich sichergestellt.

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Wirkungen

Die Entwicklung neuer Konzepte und die Einbindung in nationale und internationale Prozesse verbessert die Rahmenbedingungen für einen effizienteren Mitteleinsatz für erhöhte Beschäftigungseffekte im ländlichen Raum.

Der Austausch von Akteuren auf Wissensplattformen führt zu einer verstärkten Förderung von breiten Beschäftigungswirkungen und letztlich zu einer Verbesserung der Beschäftigungssituation im ländlichen Raum, insbesondere von Jugendlichen.

Eine verstärkte Förderung produktiver Beschäftigung im Bereich ländliche Entwicklung verbessert  Einkommens- und Beschäftigungsperspektiven und trägt zur Gestaltung einer dynamischen Agrar- und Ernährungswirtschaft und somit zu Armutsminderung und Ernährungssicherung bei. Das Sektorvorhaben hilft damit, Potenziale des ländlichen Raumes für Beschäftigung besser zu nutzen.