Online-Plattform WIDU.africa: Direktinvestitionen in Afrika fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Hebelung von Diaspora-Geldtransfers zur Beschäftigungsförderung in Afrika (WIDU-Plattform)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ghana, Kamerun, Kenia, Äthiopien, Togo
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

Ausgangssituation

In afrikanischen Ländern ist es für Unternehmer*innen der informellen Wirtschaft herausfordernd, wenn sie ein Unternehmen gründen oder ausbauen wollen: Sie haben häufig kein ausreichendes Eigenkapital und erhalten selten Kredite. Zugleich ist es schwierig, Lern- und Fortbildungsangebote wahrzunehmen. Ohne Zugang zu diesen Angeboten bleiben afrikanische Unternehmer*innen oft weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Doch realistische Beschäftigungsperspektiven sind für die Entwicklung und Stabilität in den verschiedenen Regionen Afrikas von zentraler Bedeutung.

Nach Schätzungen der Weltbank schicken afrikanische Migrant*innen in Deutschland jedes Jahr rund 1,5 Milliarden Euro an Familie, Freunde und Bekannte in ihren Herkunftsländern. In erster Linie verwenden die Empfänger*innen dieses Geld für ihren täglichen Bedarf. Nur in wenigen Fällen werden die Überweisungen für unternehmerische Investitionen genutzt. Dabei liegen gerade hier große Chancen, die wirtschaftliche Lage in Afrika nachhaltig zu verbessern.

Hier setzt WIDU.africa an: Das Projekt schafft einen finanziellen Anreiz, um bestehende Geldflüsse von Privatpersonen der afrikanischen Diaspora in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich durch Zuschüsse in langfristige Investitionen für verwandte oder befreundete Kleinstunternehmer umzulenken.

Ziel

Die Beschäftigungs- und Einkommenssituation von Existenzgründer*innen sowie Kleinst- und Kleinunternehmer*innen in Afrika (Äthiopien, Ghana, Kamerun, Kenia und Togo) ist verbessert.

Vorgehensweise

WIDU.africa ist ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziertes und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführtes Regionalvorhaben. Es startete 2019 in Ghana und Kamerun.

Im Mittelpunkt steht die Online-Plattform WIDU.africa. Dort können sich Mitglieder der afrikanischen Diaspora in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz mit Bekannten und Verwandten aus teilnehmenden afrikanischen Ländern für die Förderung von Geschäftsideen bewerben. Im Fokus stehen Kleinst- und Kleinunternehmen, die der informellen Wirtschaft angehören. Voraussetzung ist, dass sich die Projektpartner*innen bereits kennen. Zudem müssen sie bereit sein, einen Eigenbetrag in das Geschäft vor Ort zu investieren. Geförderte Unternehmer*innen erhalten neben finanzieller Unterstützung drei kostenfreie und individuelle Coachings.

Die Online-Plattform wurde zusammen mit der Agentur Lucid.berlin entwickelt – unter Einbezug der afrikanischen Diaspora und verschiedenen FinTech Unternehmen. Damit läuft die komplette Projektförderung über die Plattform ab: von der Registrierung und Identifikation, Projektbeschreibung, Nachweiserbringung, Freigabe bis hin zum Monitoring.

Wirkungen

Seit Start der Plattform im November 2019 registrierten sich rund 9.000 Fördernde und Unternehmer*innen bei WIDU.africa. Über 1.300 Projekte wurden genehmigt und werden nun umgesetzt. Es wurden Diaspora-Investitionen in Höhe von zwei Millionen Euro zugesagt.

Im Frühjahr 2020 führte das Projekt Corona-Maßnahmen ein, um die Folgen der Wirtschaftskrise für Kleinstunternehmen abzumildern. Teilnehmende Unternehmen erhalten einen zusätzlichen Zuschuss von 250 Euro. Zeitgleich führte WIDU.africa den Corona Business Grant ein: Unternehmen erhalten bis zu 2.500 Euro sowie Business Coachings, wenn sie auf innovative Weise die Effekte der Corona-Pandemie abmildern. Bislang wurden 410 Corona Business Grants genehmigt.

Stand: März 2021