Agrarhandel und Standards

Agrarhandel
© GIZ/Martin Godau

Steigende Anforderungen der Verbraucher dürfen nicht zum Handelshemmnis für Agrarproduzenten in den Entwicklungsländern werden.

 

Weltweit achten immer mehr Verbraucher auf soziale und ökologische Standards und auf die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Produkten. Für Agrarproduzenten in den Entwicklungsländern kann dieser eigentlich positive Trend zur Hürde werden. Denn auch sie müssen die geforderten Standards erfüllen, um am internationalen Handel teilnehmen zu können. Betroffen sind nicht nur einzelne Produzenten, sondern alle ländlichen Regionen, die hauptsächlich von der Vermarktung ihrer Agrarerzeugnisse leben.

Besonders groß sind die Herausforderungen für Regionen, die von wenigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen abhängig sind, zum Beispiel Kaffee, Kakao oder Baumwolle. Der Druck auf die bäuerlichen Betriebe steigt zusätzlich, weil die Verbraucher neben nachhaltigen Anbaumethoden und hoher Qualität auch günstige Preise wünschen. Unter einer kostengünstigen Produktion leidet aber häufig die Nachhaltigkeit. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen gelingt nur, wenn alle an der Produktionskette Beteiligten an einem Strang ziehen: Sie alle müssen sich zu ökonomischer, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit verpflichten und Verantwortung für die Anwendung von Verhaltenskodizes und Standards tragen.

Die GIZ berät ihre Partner im Auftrag der Bundesregierung zum Thema Nachhaltigkeitsstandards und setzt sich dafür ein, dass diese wirkungsvoll und entsprechend nationaler und internationaler Normen angewandt werden. Im Mittelpunkt stehen dabei ökologische und Sozialstandards in der Landwirtschaft sowie die Richtlinien des fairen Handels. Initiativen zur Anhebung der Standards vereinen Produzierende, Privatsektor und Zivilgesellschaft in Produktions- und Abnahmeländern. Von den ökonomischen, sozialen und ökologischen Verbesserungen in Produktion und Verarbeitung profitieren nicht nur die produzierenden und weiterverarbeitenden Betriebe in den Anbauländern, sondern auch die Konsumenten.