26.03.2021

Bildung für alle? Mit neuen Lernformen durch die Pandemie

Schon vor der Pandemie hat die GIZ alternative und digitale Bildungsangebote entwickelt. Nun zeigt sich, wie wichtig sie sind.

Die Corona-Pandemie stellt Bildungssysteme weltweit auf die Probe: Seit über einem Jahr sind Schulen nur noch eingeschränkt geöffnet, zeitweise konnten bis zu 1,7 Milliarden Kinder weltweit nicht zur Schule gehen. Gerade Entwicklungs- und Schwellenländer ringen um ihre erarbeiteten Erfolge, mehr Kindern Schulbildung zugänglich zu machen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat bereits vor der Corona-Pandemie im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) alternative Lernangebote entwickelt, die auch im Fernunterricht genutzt werden können, und fördert digitales Lernen. Diese Ansätze zahlen sich nun aus und werden weiter ausgebaut.

Im Libanon etwa wurden die Schulen wegen politischer Unruhen bereits im Oktober 2019 geschlossen, wegen der Pandemie sind sie es weiterhin. Um Schulkindern dennoch das Lernen zu ermöglichen, unterstützt die GIZ bei der Digitalisierung von Lehrinhalten aus dem offiziellen Curriculum. Dafür arbeitet sie gemeinsam mit der lokalen NGO „Lebanese Alternative Learning“ daran, Unterrichtsinhalte auf der eLearning-Plattform „Tabshoura“ (deutsch: Malkreide) verfügbar zu machen. Was ursprünglich als Ergänzung zum Regelunterricht gedacht war, wurde in der Pandemie eine wesentliche Stütze des libanesischen Bildungssystems: Mehr als 30.000 Schüler*innen nutzen die Plattform aktuell. Damit auch Kinder ohne Internetzugang auf die Unterrichtsmaterialien zugreifen können, wurde bereits im letzten Jahr, die „Tabshoura-Box“ entwickelt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Mini-Computer, der den Unterrichtsstoff bereits vorinstalliert hat. Nun wird der Zugang auf das System weiter ausgebaut: An 400 Schulen wird ein Leihsystem aufgesetzt, mit dem Schüler*innen insgesamt 60.000 Tablets und weiteres IT-Equipment ausleihen können, um auf Tabshoura zugreifen zu können.
 
Auch in Afrika hat die GIZ eine digitale Lernplattform aufgesetzt, die sich nun auszahlt: Mit atingi können sich junge Afrikaner*innen kostenlos weiterbilden und Kompetenzen erwerben, die vor Ort gefragt sind. Das Angebot richtet sich an junge Erwachsene, die sich beruflich orientieren, aber auch gezielte Kurse etwa im Gesundheitsbereich oder in der Landwirtschaft absolvieren. Seit November 2019 haben sich bereits 170.000 Nutzer*innen registriert und absolvieren Lerneinheiten. Verschiedene Organisation aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft nutzen atingi, um Lerninhalte bereitzustellen. Die verfügbaren Kurse ermöglichen neben dem selbständigen Lernen auch eine Mischform von Präsenz- und digitalem Unterricht. So bietet die Plattform auch im Corona-Lockdown Zugang zu Bildungsinhalten.
 

„Lernen aus der Pandemie – Wie gelingt „Bildung für alle“? war auch der Titel des "Forum Entwicklung" am 30. März. Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation von GIZ, Frankfurter Rundschau und hr-iNFO. Die Diskussion zum Thema Bildung in der Pandemie ist hier als Videoaufzeichnung verfügbar.

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