Nigerianische Arbeiter stapeln Reissäcke

Ländliche Entwicklung

Mehr Einkommen für Reisbauern in Nigeria

Eine Initiative unterstützt Kleinbauern, mit höheren Reiserträgen und besserer Qualität mehr zu verdienen.

Mehr Einkommen für Reisbauern in Nigeria

Eine internationale Initiative unterstützt Kleinbauern dabei, ihre Reisernte zu erhöhen und die Qualität zu verbessern. Damit erzielen sie höhere Einkommen. Durch Kooperationen mit weiterverarbeitenden Betrieben profitieren sie zusätzlich.

Egal, ob zur Gemüsesoße, mit Gewürzen vermischt oder zu traditionellen Kuchen verarbeitet: Reis ist in ganz Nigeria ein beliebtes Grundnahrungsmittel. Doch für die stark wachsende Einwohnerzahl wird davon längst nicht ausreichend angebaut – und Nigeria ist jetzt schon das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas. Die Erträge der Reisbauern sind niedrig, außerdem können die Ernten qualitativ nicht mit importiertem Reis aus Asien mithalten. Das Land ist auf Importe angewiesen und damit von den Weltmarktpreisen für Reis abhängig.

Die Initiative zur Förderung der afrikanischen Reis-Wertschöpfungskette – Competitive African Rice Initiative (CARI) – will diese Abhängigkeit senken und gleichzeitig einkommensschwache Reisbäuerinnen und -bauern fördern. Das Programm unterstützt einerseits den kleinbäuerlichen Anbau. Andererseits werden Kooperationen zwischen CARI-Bauern und der Privatwirtschaft gefördert.

Applaudierende nigerianische Reisbäuerinnen vor dem Schild einer Frauenkooperative

Zusammengeschlossen haben sich dafür das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Bill and Melinda Gates-Stiftung, die Walmart-Stiftung sowie öffentliche und nichtstaatliche lokale Organisationen und Privatfirmen. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH setzt das Projekt vor Ort um und kann dabei auf ihre langjährige Erfahrung zurückgreifen: Mit Unterstützung des Unternehmens konnten zum Beispiel weltweit zwischen 2015 und 2017 fast 17 Millionen Menschen im ländlichen Raum ihr Einkommen erhöhen, für fast 16 Millionen Menschen wurde ein Beitrag zur Überwindung von Hunger und Unterernährung geleistet.

Kooperationen und neue Anbautechniken

Umgesetzt wird das Projekt außer in Nigeria in Burkina Faso, Ghana und Tansania. In Nigeria arbeitete die Initiative bereits mit rund 184.000 Bauern und zahlreichen Reisverarbeitern zusammen. Um die Erträge und die Qualität zu erhöhen, werden die Kleinbäuerinnen und -bauern in angepassten Anbautechniken geschult, etwa der Nutzung von Anzuchtbeeten. Da sie ihre Ernte auch selbst weiterverarbeiten, werden sie zum Beispiel im Parboiled-Verfahren ausgebildet. Die Kleinbauern liefern Paddy – Rohreis – an kommerzielle Reismühlen. Diese verarbeiten und verkaufen den fertig abgepackten Reis an vornehmlich städtische Konsumenten. Die Kleinbauern sind feste Lieferanten der Mühlen und erhalten teilweise vorfinanzierte Betriebsmittel. Mehrere Unternehmen kooperieren mit CARI. So arbeitet etwa Labana Rice Mills, eine der größten Reismühlen im Nordwesten Nigerias, zusammen mit der Kebbi Agricultural Development Authority. Dort werden 15.000 Kleinbauern darin ausgebildet, qualitativ höherwertigen Reis zu produzieren. Die Abnahme der Ernten durch die Mühle ist garantiert. Dadurch erzielen die Kleinbauern ein höheres und verlässliches Einkommen. Im nächsten Schritt liegt ein besonderes Augenmerk auf der Förderung von nachhaltigen Beziehungen zwischen Kleinbauern und abnehmenden Reismühlen.

Nigerianischer Bauer bei der Arbeit auf dem Reisfeld

Steigende Erträge und Einkommen

Seit Projektbeginn im Jahr 2013 ist die Ernte von etwa zwei Tonnen Reis pro Hektar auf durchschnittlich über fünf Tonnen angestiegen – und in Zukunft sollen es bis zu sechs Tonnen werden. Klar ist, dass die Ergebnisse regional stark schwanken können und sich langjährige Erfahrung in Kombination mit traditionellen Anbaugebieten auszahlt. So wurden von Bauern bereits sieben Tonnen pro Hektar geerntet. Die höheren Erträge schlagen sich auch im Verdienst nieder: Das Einkommen der nigerianischen CARI-Bauern hat sich zwischen 2013 und 2017 durchschnittlich nahezu versiebenfacht.

Aber auch die Bevölkerung in Nigeria profitiert: Die höheren Reisernten tragen zur dauerhaften Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung bei.

Stand: Januar 2019

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