Managementdienstleistungen

Managerfortbildung: Gewinn für beide Seiten

Ein Programm ermöglicht ausländischen Führungskräften, Geschäftskontakte mit deutschen Unternehmen zu knüpfen.

Beim Managerfortbildungsprogramm lernen Führungskräfte aus Asien, Osteuropa, Nordafrika und Lateinamerika deutsche Unternehmen und ihre Arbeitsweise kennen, knüpfen Geschäftskontakte in Deutschland und kommen mit vielen Anregungen und Ideen in die heimischen Unternehmen zurück. Für die deutschen Firmen ist das Programm oft der Startschuss für eine langfristige Geschäftsbeziehung.

Mehr als 11.000 Führungskräfte aus 19 Ländern haben bisher am Managerfortbildungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) teilgenommen. Mehrere tausend deutsche Unternehmen haben sich am Programm beteiligt, das 1997 mit Russland als erstem Partnerland startete. Das jüngste Partnerland ist Chile, das 2017 ins Programm aufgenommen wurde. Ziel ist es, allen Beteiligten den Zugang zum jeweils anderen Markt zu erleichtern – mit Gewinn für beide Seiten. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH koordiniert das Programm im Auftrag des BMWi. In vierwöchigen Praxisaufenthalten in Deutschland verbessern die Teilnehmer ihre Managementkompetenzen, geschäftliches Auftreten und Verhandlungstechniken. In den deutschen Firmen lernen sie außerdem Organisationsabläufe und Marktstrategien kennen – und entwickeln Lösungsansätze für die Umstrukturierung ihrer eigenen Unternehmen.

Wirtschaftsförderung durch Fortbildung

So entstehen Geschäftskontakte vor allem zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen in den Partnerländern und in Deutschland. Im Durchschnitt kommt eine Gruppe von 20 Fortbildungsteilnehmern mit insgesamt 60 deutschen mittelständischen Unternehmen in Kontakt. Viele bleiben über die von ihnen gegründeten Alumniverbände in Verbindung und entwickeln sich zu Partnern für die deutsche Wirtschaft. Die Alumni tauschen Erfahrungen aus, geben sie als Multiplikatoren weiter und spielen so eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Heimatländer und der Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen.

So zum Beispiel auch Ravindra Mahadeokar aus Indien. „Ich hätte damals auch auf eigene Faust nach Deutschland kommen können. Aber wer hätte sich da für mich interessiert und an meine Firma geglaubt?“, sagt der Maschinenbauer. Das Programm brachte ihn mit der Strama-MPS Maschinenbau GmbH zusammen, 2014 gründeten die Partner ein Joint Venture in Indien. 55 Mitarbeiter sind für Mahadeokar heute im Einsatz, fast doppelt so viele wie 2011, als er am Programm teilnahm. Seitdem steigt auch der Umsatz rapide.

Dank des Programms habe ich ein Joint Venture mit einem deutschen Unternehmen gegründet. Seitdem steigt der Umsatz – und die Mitarbeiterzahl.

Ravindra Mahadeokar (Indien)

Fit für Auslandsmärkte

Doch nicht nur ausländische Manager kommen mit dem BMWi-Programm nach Deutschland. Für deutsche Unternehmer besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit, sich in China und Russland über die dortigen Marktverhältnisse und Geschäftsmöglichkeiten zu informieren. Dieses Angebot wird von der jeweiligen Landesregierung finanziert und schließt sowohl Fortbildungselemente als auch Kontakte zur Verwaltung und lokalen Unternehmen mit ein. Die GIZ bereitet die Führungskräfte auf ihren zweiwöchigen Aufenthalt im Ausland vor. Dieses Erfolgsmodell gibt es nun auch in Lateinamerika: Im Herbst 2017 haben deutsche Manager erstmals die Gelegenheit, die Fortbildung in Mexiko zu absolvieren.

 

Stand: Mai 2017