Perspektiven für Flüchtlinge und Migranten

In weltweit über 100 Projekten unterstützt die GIZ Flüchtlinge und Migranten.

Noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. „In Bewegung“ sind noch weit mehr Menschen – viele wandern aus, um anderswo eine bessere Zukunft zu finden. Die GIZ trägt mit ihrer Arbeit weltweit dazu bei, die mit Flucht und Migration verbundenen Herausforderungen zu bewältigen und langfristige Perspektiven für Menschen zu schaffen.

„Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie für sich und ihre Kinder keine Zukunftsperspektive sehen. Das ist eine extrem schwere Entscheidung“, so Arno Tomowski, der in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die Aktivitäten zu den Themen Flucht und Migration koordiniert. Die Gründe, sich auf den Weg zu machen – sei es unter Zwang oder freiwillig – sind immer vielschichtig und überlagern einander häufig.

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Oft machen gewalttätige Auseinandersetzungen, Krieg und Verfolgung ein Bleiben unmöglich. Weltweit sind laut den Vereinten Nationen mehr als 280 Millionen Menschen in Bewegung. Viele haben sich auf der Suche nach einem besseren Leben freiwillig auf den Weg gemacht, rund 65 Millionen von ihnen aber sind auf der Flucht – teilweise innerhalb ihres Heimatlandes. Im Auftrag der Bundesregierung konnte die GIZ zwischen 2010 und 2015 weltweit knapp viereinhalb Millionen Flüchtlinge und Binnenvertriebene unterstützen.

„Ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, vor Ort Zukunftsperspektiven und damit Perspektiven zum Bleiben zu schaffen“, erläutert Tomowski. Viele der eingesetzten Maßnahmen kommen auch der lokalen Bevölkerung oder sogar ganzen Regionen zu Gute. Durch das BMZ-Beschäftigungsprogramm „Cash for Work“ beispielsweise wurden 57.000 Menschen im Irak, der Türkei, im Libanon und in Jordanien bis Ende des Jahres 2016 erreicht. Im Nordirak konnten Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung zum Beispiel mit der Anlage von Sport- und Spielplätzen oder befestigten Straßen Einkommen für sich und ihre Familien und Haushalte generieren – und haben so dazu beigetragen, die Infrastruktur in den Camps und in den aufnehmenden Gemeinden zu verbessern.

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Konflikten vorbeugen – Chancen nutzen

Aufnehmende Regionen auch langfristiger zu stärken, ist ein weiteres Ziel der Arbeit der GIZ. So zum Beispiel in Jordanien: Laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ist jeder siebte Bewohner des extrem wasserarmen Landes mittlerweile ein Flüchtling, beim Anteil der Flüchtlinge an der gesamten Bevölkerung liegt das Land mit 87 Flüchtlingen pro 1.000 Einwohner weltweit auf dem zweiten Platz – nach der Türkei.

Mit den Flüchtlingen ist der Druck auf die ohnehin knappen Wasservorräte weiter gestiegen. Im Auftrag des BMZ wurden bislang knapp 300 Syrer und Jordanier zum Klempner ausgebildet. Sie sorgen dafür, dass das dringend benötigte Wasser nicht im Boden versickert. Die ausgebildeten Handwerker bekommen eine bessere Jobperspektive und alle arbeiten gemeinsam daran, mit dem kostbaren Element besser umzugehen.

„Bei allen Herausforderungen: Migration bietet auch große Chancen“, so Arno Tomowski. Zum Beispiel können sogenannte Rückkehrer, vor allem frühere Arbeitsmigranten, wertvolles Wissen mit in ihre Herkunftslänger bringen und Entwicklung befördern. Die GIZ unterstützt seit mehr als 20 Jahren ehemalige Migranten und Flüchtlinge dabei, sich nach langer Abwesenheit wieder in ihrer Heimat einzufinden.


Stand: Februar 2017