Anreize zur Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz durch Erhaltung von Wäldern (CliPAD)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Ministerium für Land- und Forstwirtschaft (MAF)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2021

© Sebastian Koch / GIZ

Ausgangssituation

Laos ist reich an natürlichen Ressourcen wie Wasser, Mineralstoffen und Wäldern. Mit etwa 58 Prozent weist Laos noch immer den höchsten Waldanteil auf den südostasiatischen Festland auf. Gleichwohl ist der Waldbestand in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken: Mitte der 1960er-Jahre betrug er noch geschätzte 70 Prozent.

Verursacht werden die Waldverluste unter anderem durch einen nicht nachhaltigen Holzeinschlag sowie durch Wanderfeldbau und den Auf- und Ausbau von Infrastruktur. Die Zerstörung der Wälder hat zahlreiche negative Folgen. Dazu zählen hohe Treibhausgasemissionen, der Verlust der Artenvielfalt, eine geringere Verfügbarkeit von Waldprodukten und abnehmende Ökosystemdienstleistungen des Waldes wie beispielsweise Wasser- und Bodenschutz. Besonders nachteilig ist dies für die ärmsten gesellschaftlichen Gruppen des Landes, vor allem für Frauen und ethnische Minderheiten, deren Lebensunterhalt von intakten Wäldern abhängt.

Die Abkürzung REDD steht für „Reducing Emissions from Deforestation and forest Degradation“, zu Deutsch: Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung. Der REDD-Mechanismus dient zur finanziellen Bewertung des in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoffs. Außerdem bietet er den Entwicklungsländern einen Anreiz für die Reduzierung der Emissionen aus ihren Waldflächen und Investitionen in eine kohlenstoffarme nachhaltige Entwicklung. REDD+ geht noch einen Schritt weiter als REDD und berücksichtigt zusätzlich die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder sowie die Ausweitung der Kohlenstoffspeicherung.

Ziel

Die Regierung der Demokratischen Volksrepublik Laos hat durch die erfolgreiche Einführung von REDD+ Zugang zu erfolgsabhängigen Zahlungen.

Thomas Okfen GIZ_Primary Forest

Vorgehensweise

Das Projekt wurde 2009 gestartet, um der laotischen Regierung auf nationaler und subnationaler Ebene Hilfestellung bei ihren Vorbereitungen auf den REDD+-Prozess zu bieten. Dabei unterstützt die GIZ Laos durch Politikberatung und Capacity Development dabei, auf Landes- und Provinzebene geeignete Rahmenbedingungen für REDD+ zu schaffen und entsprechende Planungsprozesse einzuleiten, durch die das Land Zugang zu erfolgsabhängigen Zahlungen erhält. In zwei Bezirken der Provinz Houaphan werden lokale Minderungsmaßnahmen (Waldbewirtschaftung durch Dörfer) umgesetzt und armutsorientierte REDD+-Strategien sowie nachhaltige Finanzierungsmodelle entwickelt. Die GIZ arbeitet eng mit der Förderkomponente des Vorhabens zusammen, die über die KfW Entwicklungsbank von der Bundesregierung finanziell unterstützt wird.

Das vom laotischen Ministerium für Land- und Waldwirtschaft durchgeführte Projekt gehört zu den ersten im Land, die das REDD+-Konzept umsetzen. Deutschland zählt zu den wichtigsten Anbietern bilateraler Anreize im Rahmen von REDD+, doch ist zu erwarten, dass diese Förderung in Zukunft durch Mittel aus erfolgsorientierten Mechanismen ersetzt werden wird.

Wirkungen

Bevor der REDD+-Prozess erstmals zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes sowie zur Armutsminderung beitragen kann, sind erhebliche Anstrengungen für die Schaffung der nötigen Rahmenbedingungen erforderlich.

Im Rahmen des Vorhabens wurden verschiedene Beiträge geleistet, um Laos besser auf den REDD+-Mechanismus vorzubereiten:

  • So wurden Baseline-Studien zum aktuellen Zustand der Wälder in Laos durchgeführt, darunter eine Bewertung der technischen und finanziellen Realisierbarkeit des REDD+-Mechanismus sowie eine detaillierte Studie zu den Faktoren, die Entwaldung und Walddegradierung in der Provinz Houaphan begünstigen.
  • Das Vorhaben hat Unterstützung in Form von Capacity Building geleistet, wodurch auf nationaler und subnationaler Ebene REDD+-Institutionen aufgebaut werden konnten.
  • In sechs Provinzen im Norden der Demokratischen Volksrepublik Laos wurden REDD+ Task Forces und REDD+-Büros eingerichtet.
  • Die nationale REDD+ Task Force sowie die REDD+-Abteilung haben ihre Arbeit aufgenommen.
  • Es wurden sechs technische Arbeitsgruppen zu REDD+ eingerichtet.
  • Das Vorhaben hat Hilfestellung bei der Überarbeitung des Waldrechts und der Schaffung eines Rechtsrahmens für REDD+ geleistet.
  • In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern wurde ein Konzept mit Handreichungen und Materialien zur Umsetzung des FPIC-Ansatzes entwickelt (Free, Prior and Informed Consent – freiwillige, vorab gegebene informierte Zustimmung).
  • Es wurde eine Handreichung zum „Village Forest Management Planning“-Konzept, und in Zusammenarbeit mit den Behörden auf Distrikt-, Provinz- und Landesebene wurden jahresbezogene Waldpläne auf Dorfebene entwickelt und umgesetzt.
  • Es wurde ein Konzept für Waldschutzverträge mit Dörfern erarbeitet, das inzwischen die Grundlage für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung bildet. Dabei profitieren die Dorfbewohner auch finanziell von ihren Bemühungen um eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes und die Verringerung der Treibhausgasemissionen. Das Konzept berücksichtigt die erforderlichen Schutzmaßnahmen und den FPIC-Ansatz.
  • Es wurden verschiedene Minderungsmaßnahmen getroffen, beispielsweise durch die Durchsetzung des Waldrechts und die landwirtschaftliche Beratung in ausgewählten Pilotdörfern beider Distrikte. Das FPIC-Konzept wurde inzwischen in allen 70 Dörfern eingeführt. Dadurch ist gewährleistet, dass die örtliche Bevölkerung die Wirkungen von REDD+ kennt und die Umsetzung bejaht.
  • In allen 70 Dörfern, die das Projekt in den beiden Bezirken der Provinz Houaphan begleitet hat, wurden Village Forest Management-Pläne erarbeitet und Waldschutzverträge abgeschlossen und von den Dorf- und Bezirksbehörden gebilligt.
  • Die Umsetzung der Village Forest Management-Pläne wird fortgeführt; die Forstarbeiter werden geschult, und es wurde ein Monitoringkonzept entwickelt.
  • Das Projekt hat eine Programmidee zur Emissionsreduzierung (Emission Reductions Program Idea Note, ER-PIN) entwickelt, die sechs Provinzen im nördlichen Laos betrifft, darunter auch Houaphan.
  • Das Projekt hat die Provinzen Houaphan, Sayabouri und Luang Namtha bei der Ausarbeitung ihrer REDD+-Aktionspläne (PRAP) unterstützt, in denen die Strategien, Initiativen und Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen aus Entwaldung und Waldschädigung skizziert werden. Alle drei PRAPs wurden von den Gouverneuren der Provinzen gebilligt.
  • Auf der Grundlage der ER-PIN und der PRAPs hat das Projekt gemeinsam mit dem MAF und Entwicklungspartnern wie JICA und FAO die Entwicklung des Emission Reductions Project Document (ER-PD) unterstützt, das im Juni 2018 in den FCPF-Klimaschutzfonds der Weltbank aufgenommen wurde. Das ER-PD wiederum bildet die Voraussetzung für die Beantragung von erfolgsabhängigen Zahlungen für REDD+ durch die laotische Regierung.
  • Um die Umsetzung des Emissionsminderungsprogramms im Rahmen des FCPF-Klimaschutzfonds zu unterstützen, hat das Projekt inen Antrag auf eine Vollfinanzierung durch den Green Climate Fund (GCF) erarbeitet und im März 2019 beim GCF eingereicht.