Klimaschutz durch Erhaltung von Wäldern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz durch Erhaltung von Wäldern (CliPAD)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Ministerium für Land- und Waldwirtschaft (MAF), Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt (MONRE)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

© Sebastian Koch / GIZ

Ausgangssituation

Wälder sind bedeutende Kohlenstoffspeicher. Weltweit werden jährlich etwa 13 Millionen Hektar Wald zerstört, wodurch große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt werden. Wenn es gelingt, die Zerstörung und Degradierung der Wälder zu verhindern, kann ein großer Beitrag zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und somit zum Klimaschutz geleistet werden. Laos ist reich an natürlichen Ressourcen wie Wasser, Mineralstoffen und Wäldern. Mit 47 Prozent weist Laos noch immer den höchsten Waldanteil auf dem südostasiatischen Festland auf. Gleichwohl ist der Waldbestand in den letzten Jahrzehnten von geschätzten 70 Prozent Mitte der 1960er-Jahre drastisch geschrumpft.

Verursacht werden die Waldverluste unter anderem durch einen nicht nachhaltigen Holzeinschlag sowie durch Wanderfeldbau und den Auf- und Ausbau von Infrastrukturen. Die Folgen sind hohe Treibhausgasemissionen, der Verlust der Artenvielfalt, weniger verfügbare Waldprodukte sowie abnehmende Umweltleistungen des Waldes wie Wasser- und Bodenschutz. Besonders nachteilig ist dies für die ärmsten gesellschaftlichen Gruppen des Landes, vor allem für Frauen und ethnische Minderheiten, deren Lebensunterhalt von intakten Wäldern abhängt.

Die Abkürzung REDD steht für Reducing Emissions from Deforestation and Degradation, zu Deutsch: Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung. Der REDD-Mechanismus dient dazu, den in Wäldern gespeicherten Kohlenstoff finanziell zu bewerten. Außerdem bietet er Entwicklungsländern einen Anreiz, die Emissionen ihrer Waldflächen zu reduzieren und in eine kohlenstoffarme nachhaltige Entwicklung zu investieren. REDD+ geht noch einen Schritt weiter als REDD: Zusätzlich werden die Erhaltung und nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern und die Ausweitung ihrer Kohlenstoffvorräte einbezogen. Dabei bietet REDD+ eine Reihe von Anreizen für den Verzicht auf das Abholzen der Wälder, und zwar sowohl in Form von finanzieller Unterstützung und als auch in Form von Sachleistungen.

Ziel

Die an der Erhaltung der Wälder beteiligten Parteien, die Landbevölkerung sowie Forstbehörden und Privatwirtschaft profitieren von den verbesserten Bedingungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und von REDD+-Maßnahmen. Diese werden von geeigneten politischen und institutionellen Rahmenbedingungen und ersten Umsetzungsstrategien für die nationale und die subnationale Ebene flankiert.

© Sebastian Koch / GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben Klimaschutz Erhaltung der Wälder wurde 2009 gestartet. Es soll der laotischen Regierung Hilfestellung bei ihren Vorbereitungen auf den REDD+-Prozess auf nationaler und subnationaler Ebene geben. Hierzu unterstützt die GIZ das Land durch Politikberatung und Kompetenzentwicklung (Capacity Development) dabei, auf Landes- und Provinzebene die Rahmenbedingungen für REDD+ zu schaffen und entsprechende Planungsprozesse einzuleiten. In zwei Distrikten der Provinz Houaphan werden lokale Minderungsmaßnahmen erprobt sowie armutsorientierte REDD+-Strategien und nachhaltige Finanzierungsmodelle entwickelt. Die GIZ arbeitet eng mit der Förderkomponente des Vorhabens zusammen, die von der Bundesregierung über die KfW Entwicklungsbank finanziell unterstützt wird.

Das Vorhaben, das vom laotischen Ministerium für Land- und Waldwirtschaft durchgeführt wird, ist eines der ersten, die das REDD+-Konzept in Laos umsetzen. Deutschland zählt zu den wichtigsten Anbietern bilateraler Anreize im Rahmen von REDD+, doch ist zu erwarten, dass Mittel aus ergebnisorientierten Mechanismen diese Unterstützung irgendwann ersetzen werden.

Wirkung

Bevor der REDD+-Prozess erstmals zur Emissionsminderung beitragen kann, sind erhebliche Anstrengungen nötig, um die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das Vorhaben hat vielfältige Beiträge zur Vorbereitung des Landes auf den REDD+-Mechanismus geleistet:

  • Es wurden Baseline-Studien zum aktuellen Zustand der Wälder in Laos durchgeführt, darunter eine Bewertung der technischen und finanziellen Realisierbarkeit des REDD+-Mechanismus sowie eine detaillierte Studie zu den Faktoren, die Entwaldung und Walddegradierung in der Provinz Houaphan begünstigen.
  • Das Vorhaben hat Unterstützung in Form von Capacity Building geleistet, wodurch auf nationaler und subnationaler Ebene REDD+-Institutionen aufgebaut werden konnten.
  • Die nationale REDD+-Arbeitsgruppe sowie das REDD+-Sekretariat und die REDD+-Abteilung haben ihre Arbeit aufgenommen.
  • Es wurden sechs technische Arbeitsgruppen zu REDD+ eingerichtet.
  • Das Vorhaben hat Hilfestellung bei der Überarbeitung des Waldrechts und der Schaffung eines Rechtsrahmens für REDD+ geleistet. Dabei hat das Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt die Federführung inne und verantwortet die REDD+-Politik und den Gesamtrahmen.
  • Es wurden eine Bedarfsanalyse und ein Personalentwicklungsplan erarbeitet, um die Anforderungen an die Ressourcen im Waldsektor zu ermitteln. An diesem Prozess haben sich alle mit dem Wald befassten Stellen (MONRE und MAF) beteiligt.
  • Das Vorhaben hat mit der Einführung von REDD+-relevanten institutionellen Strukturen in Houaphan sowie der Durchführung spezieller REDD+-Schulungen für die Mitarbeiter der Partner wurden begonnen (Fachabteilungen des MONRE und des MAF).
  • Auf Provinzebene wurden mithilfe des Vorhabens eine REDD+-Arbeitsgruppe und ein REDD+-Büro eingerichtet.
  • Das Vorhaben hat Schulungen durchgeführt sowie Konzepte und Verfahren zur Festlegung von Referenzwerten für Emissionen entwickelt (als Baseline für REDD+). Außerdem wurden, Monitoring-, Berichts- und Prüfsysteme auf nationaler und subnationaler Ebene entwickelt.
  • Das Projekt hat eine Basiskarte der zurzeit bewaldeten Flächen erstellt und Daten zur momentan vorhandenen Biomasse erhoben, um mögliche Emissionsminderungen durch die Erhaltung von Wäldern in der Provinz Houaphan ermitteln zu können.
  • In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern wurde ein Konzept mit Handreichungen und Materialien zur Umsetzung des FPIC-Ansatzes entwickelt (freiwillige, vorab gegebene informierte Zustimmung – Free, Prior and Informed Consent, FPIC). Dies gewährleistet die aktive Beteiligung der lokalen Bevölkerung an REDD+-Minderungsmaßnahmen, etwa durch Waldschutzverträge mit Dörfern.
  • In Zusammenarbeit mit den Behörden auf Distrikt-, Provinz- und Landesebene wurde eine Handreichung zum Village Forest Management Planning-Ansatz erarbeitet.
  • Es wurde ein Konzept für Waldschutzverträge mit Dörfern, das seitdem die Grundlage für nachhaltiges Waldmanagement bildet. Dabei profitieren die Dorfbewohner auch finanziell von ihren Bemühungen um die Erhaltung des Waldes. Das Konzept berücksichtigt die erforderlichen Schutzmaßnahmen und das FPIC-Konzept.
  • Es wurden verschiedene Minderungsmaßnahmen wurden eingeführt, beispielsweise durch die Durchsetzung des Waldrechts und die landwirtschaftliche Beratung in ausgewählten Pilotdörfern beider Distrikte. Das FPIC-Konzept wurde inzwischen in vielen Dörfern eingeführt. Dadurch ist gewährleistet, dass die örtliche Bevölkerung die Wirkungen von REDD+ kennt und der Umsetzung zustimmt
  • In mehreren Pilotdörfern der beiden Distrikte in der Provinz Houaphan wurden Village Forest Management-Pläne erarbeitet.
  • Das Projekt hat eine Programmidee zur Emissionsreduzierung (Emission Reductions Program Idea Note ER-PIN), die sechs Provinzen im nördlichen Laos betrifft, darunter auch Houaphan, entwickelt, die inzwischen in die Pipeline des FCPF Carbon Fund der Weltbank aufgenommen wurde.
  • Die Provinz Houaphan hat ihren REDD+ Action Plan (PRAP) erstellt, in dem politische und andere Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen aus der Entwaldung von Flächen sowie der Degradierung von Wäldern sowie Maßnahmen für ein nachhaltiges Management der Kohlenstoffvorräte skizziert werden.