Anreize zur Verringerung von Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz durch Maßnahmen gegen Entwaldung und die Umsetzung des Projekts „Governance, Waldlandschaften und Lebensgrundlagen“ (CliPAD/I-GFLL)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Laos
Politischer Träger: Ministry of Agriculture and Forestry, Department of Forestry
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2024

© Sebastian Koch / GIZ

Ausgangssituation

Laos ist reich an natürlichen Ressourcen wie Wasser, mineralischen Rohstoffen und Wäldern. Mehr als 70 70 Prozent der Menschen leben in der Nähe von Waldgebieten und beziehen etwa 20 Prozent ihres Lebensunterhaltes aus deren Nutzung und Bewirtschaftung. Zwar weist Laos nach wie vor den höchsten Waldanteil auf dem südostasiatischen Festland auf (etwa 58 Prozent im Jahr 2019), doch insgesamt sind die Waldflächen in den letzten Jahrzehnten sehr stark zurückgegangen. So waren Schätzungen zufolge Mitte der 1960er-Jahre noch 70 Prozent der gesamten Landfläche von Wäldern bedeckt.

Zu den Ursachen für den Rückgang der Waldflächen gehören die Ausweitung der Landwirtschaft, der Wanderfeldbau, der Bau von Infrastrukturen sowie eine nicht nachhaltige Abholzung. Die Folgen der Entwaldung sind hohe Treibhausgasemissionen (THG), ein Rückgang der Biodiversität sowie eine Verknappung von Waldprodukten und der mit Wäldern verbundenen Ökosystemleistungen wie Wasser- und Bodenschutz.

Am stärksten betroffen von diesen Entwicklungen sind die ärmsten Bevölkerungsteile, und hier insbesondere Frauen und ethnische Minderheiten, die auf intakte Wälder angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Ziel

Das Programm bietet eine Strategie zur Verbesserung der Methoden im Forst- und Landnutzungssektor der Demokratischen Volksrepublik Laos sowie zur Reduzierung der Emissionen, die aus einer geänderten Flächennutzung und der Forstwirtschaft im Norden des Landes resultieren.

Thomas Okfen GIZ_Primary Forest

Vorgehensweise

Um die Umsetzung des Emissionsminderungsprogramms zu unterstützen, hat CliPAD einen Vollfinanzierungsantrag („Implementation of Governance, Forest Landscapes and Livelihoods/I-GFLL“) entwickelt und beim Green Climate Fund (GCF) eingereicht. Der Antrag wurde am 13. November 2019 auf dem 24. Meeting des GCF Board (B24) mit Wirkung zum 19. Mai 2020 genehmigt. Dadurch wird das Vorhaben mit 16,1 Mio. Euro bezuschusst. Durch staatliche Beiträge aller Ebenen und die Unterstützung durch verschiedene Entwicklungspartner ist es dem Projekt gelungen, weitere Fördermittel in Höhe von 50 Mio. Euro zu mobilisieren. Außerdem wurden Kooperationsvereinbarungen mit der KfW, JICA, ADB und IFAD geschlossen bzw. werden derzeit angebahnt.

Die Verwaltung und Auszahlung der GCF-Mittel in Laos erfolgt über den Environment Protection Fund (EPF). Dabei handelt es sich um eine finanziell eigenständige Organisation, die die Aufgabe hat, den Umweltschutz zu stärken, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu bewirtschaften und die Biodiversität sowie sich selbst zu erhalten.

Durch die Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern, Landschaften und landwirtschaftlichen Ressourcen will das Projekt 5,6 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente einsparen und zwischen Mai 2020 und Juni 2024 REDD+-erfolgsabhängige Zahlungen in Höhe von 23 Mio. Euro aus dem FCPF Carbon Fund einwerben. Die Zielgruppen des Projekts sind die ländliche Bevölkerung in den drei nördlichen Provinzen Luang Prabang, Sayaboury und Houaphan. Der Großteil der Zielgruppe gehört ethnischen Minderheiten an (ca. 65 Prozent) und wird als sehr arm bis arm (80 Prozent) eingestuft. 49 Prozent der Bevölkerung sind Frauen. Schätzungen zufolge werden voraussichtlich 355.000 Menschen in 17 Distrikten und bis zu 240 Dörfern direkt oder indirekt von den erfolgsabhängigen Zahlungen sowie von Investitionen in eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft profitieren.

Durch die Zusammenarbeit von nationalen und subnationalen Behörden und nichtstaatlichen Akteuren werden die Bedingungen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und insbesondere für die Verringerung der THG-Emissionen aus Entwaldung und Walddegradierung (REDD+) verbessert.

Dazu konzentriert sich das Projekt auf die folgenden Bereiche:

  1. Schaffung eines besseren Umfelds für REDD+ durch folgende Hauptmaßnahmen: die Verbesserung der Finanzmittelausstattung, um die Art der Bewirtschaftung von Waldflächen zu verändern; Überarbeitung und Verschärfung der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Forstwirtschaft; und Verbesserung der Durchsetzung der neuen aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen.
  2. Förderung einer Land- und Agroforstwirtschaft, die ohne die Entwaldung von Flächen auskomt, durch Produktivitätssteigerungen, eine stärkere Einbindung der Bäuerinnen und Bauern in landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten, einen besseren Zugang zu Finanzmitteln und die Beteiligung des Privatsektors an wirtschaftlichen Tätigkeiten, die den Druck von den Wäldern nehmen.
  3. Förderung einer nachhaltigen Bewirtschaftung bzw. Wiederherstellung von Waldlandschaften auf degradierten Waldflächen mit einer Gesamtgröße von mehr als 1,5 Mio. Hektar.

Results

Bisher wurden die zentralen institutionellen Voraussetzungen geschaffen: Dazu zählten der Aufbau der REDD+-Abteilung im Department of Forestry (DoF), die Neuorganisation der nationalen REDD+ Task Force und der nationalen REDD+-Arbeitsgruppen sowie die Umstrukturierung der REDD+ Task Forces und REDD+-Büros in allen drei Programmprovinzen. Das Emission Reductions Program Document (ERPD) wurde beim FCPF Carbon Fund eingereicht und vom Fonds angenommen. Außerdem wurde das laotische Waldgesetz vollständig überarbeitet und im Juli 2019 von der Nationalversammlung verabschiedet.

Auf subnationaler Ebene hat das Projekt in 70 Dörfern aus zwei Distrikten in der Provinz Houaphan tragfähige Strukturen für eine nachhaltige kommunale Waldbewirtschaftung aufgebaut.

Stand: März 2021

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