Nicaragua

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Nicaragua ist eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. 43 Prozent der Bevölkerung leben in Armut, die meisten von ihnen auf dem Land mit einem Tageseinkommen von weniger als einem US-Dollar. Besonders betroffen von Armut sind indigene Bevölkerung, Frauen und Jugendliche.

Andererseits verfügt das Land über große Naturreichtümer. Sieben Prozent der Tier- und Pflanzenarten, die weltweit bekannt sind, kommen hier vor. 57 Prozent der Arten Mittelamerikas gibt es in Nicaragua. Das Umweltministerium hat 74 private und 76 staatliche Naturschutzgebiete registriert, unter ihnen das Biosphärenreservat BOSAWAS mit der größten noch intakten Waldfläche des Landes. Die Abholzung jedoch schreitet voran, insbesondere an der Atlantikküste.

Das Land verfügt mit dem Nicaraguasee über die größte Süßwasserreserve in Mittelamerika. Dennoch ist die Ressource Wasser insbesondere in der Pazifik- und der zentralen Bergregion knapp, die Qualität des Trinkwassers unzureichend.

Hervorzuheben ist, dass das Land seinen Energiebedarf zu mehr als der Hälfte aus erneuerbaren Energien deckt.

Seit den 80er Jahren ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Nicaragua tätig. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Wassersektor. Die GIZ berät die nicaraguanischen Partner dabei, die Trinkwasser- und Sanitärversorgung zu verbessern und die Wasserressourcen im städtischen Raum nachhaltig zu nutzen.

Zudem berät die GIZ im Rahmen von Regional- und Globalvorhaben bei Energieeffizienz und ländlicher Elektrifizierung sowie dem Schützen und Bewirtschaften natürlicher Ressourcen.

Entwicklungshelfer bei nichtstaatlichen Organisationen und integrierte Experten an Universitäten und Forschungseinrichtungen arbeiten zur Energieeffizienz, Erschließung erneuerbarer Energien oder an wirtschaftsnahen Aufgaben wie zum Beispiel Unternehmensgründungen und Corporate Social Responsibility.

Die gemeinsame Arbeit von GIZ und nicaraguanischen Partnern hat für 50.000 Menschen in Gebieten mit unzureichender Wasserversorgung den Zugang zu Trinkwasser verbessert: Die Verfügbarkeit erhöhte sich von drei Stunden an nur wenigen Tagen der Woche auf acht Stunden täglich – bei besserer Qualität. Stadtteile, die früher ihr Wasser teuer kaufen und über lange Strecken transportieren mussten, haben jetzt Anschluss an eine eigene Wasserleitung.

In zwei Wassereinzugsgebieten beschließen Komitees unter Beteiligung von Kommunen, Privatsektor und Bürgern, wie die Wasserressourcen zu nutzen sind. 30 Prozent der Führungspositionen besetzen dabei Frauen. In beiden Einzugsgebieten werden Wasserbewirtschaftungspläne verwirklicht, die zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der Wasserressourcen beitragen.

Die Forschungseinrichtung FUNIDES hat mit deutscher Unterstützung jetzt mehr Gewicht: Ihre Stimme wird in der öffentlichen Diskussion gehört und trägt zur Meinungsbildung und Politikgestaltung für eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung bei.

2014 hat die Stiftung La Salle mit Unterstützung der GIZ das erste Forschungs- und Entwicklungsinstitut für Energie- und Umwelttechnologien Nicaraguas eingerichtet.

Im Trockenwald der Pazifikregion konnten neun weitere private Schutzgebiete eingerichtet werden. Sie schützen und verwalten drei Biokorridore, die die Lebensräume vieler Tierarten erweitern.

Die GIZ hat im Auftrag des BMZ die Gründung der Nationalen Trockenwaldallianz unterstützt, die das Programm für die nachhaltige Bewirtschaftung des Trockenwaldes in Nicaragua mitgestaltet.

Alle Entwicklungsmaßnahmen berücksichtigen die Auswirkungen des Klimawandels. Die inhaltliche Arbeit unterstützt den Ausgleich zwischen Mann und Frau, unterschiedlichen Ethnien und Generationen.

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