Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Ausgangssituation

Etwa 65 Prozent der Kooperationsländer des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sind von Konflikten, Gewalt oder Fragilität betroffen, Tendenz steigend. Dies hat negative Folgen für die Entwicklungschancen dieser Länder. Darüber hinaus stellen auch extreme Naturereignisse eine zunehmend große entwicklungspolitische Herausforderung für viele Kooperationsländer dar. Die Schäden durch extreme Naturereignisse nehmen seit Jahren weltweit zu. Wirksame Strategien zum Umgang mit fragilen Ländern, zur Friedensförderung und zum Management der Auswirkungen von extremen Naturereignissen sind vor diesem Hintergrund zentrale Themen auf der nationalen und internationalen entwicklungspolitischen Agenda. Für das BMZ bilden das Strategiepapier „Entwicklung für Frieden und Sicherheit“ sowie die Handreichung „Katastrophenrisikomanagement – Ansatz und Beiträge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ wichtige Grundlagen.

Ziel

Das BMZ und die Durchführungsorganisationen setzen Strategien, Ansätze und Methoden für eine friedensfördernde und katastrophenresiliente Entwicklungspolitik zunehmend kompetent und kohärent um.

Vorgehensweise

Das Vorhaben berät in erster Linie das BMZ-Fachreferat ‚Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement‘. Dabei geht es darum, Ansätze der Friedensförderung und des Katastrophenrisikomanagements weiter zu entwickeln. Darüber hinaus sollen diese Ansätze den Kooperationspartnern in den Ländern, mit denen das BMZ zusammenarbeitet, vermittelt und mit ihnen verwirklicht werden. Das Projektteam arbeitet beispielsweise an Themen wie der Schnittstelle zwischen Friedensförderung und Flucht, dem Umgang mit Organisierter Kriminalität oder dem Katastrophenrisikomanagement in fragilen Staaten.

Mit dem BMZ entwickelt das Projektteam Vorschläge, wie das Ministerium die deutschen entwicklungspolitischen Ansätze und positiven Erfahrungen zur Gewaltprävention, Friedensförderung und Katastrophenrisikomanagement international z.B. im fachlichen Gebergremium der OECD, bei der Weltbank oder bei multilateralen Konferenzen wie dem humanitären Weltgipfel positionieren kann. Eine zunehmend wichtige Rolle spielen dabei die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Sie möchte das BMZ in seiner Arbeit mit Leben füllen.

Um die Entwicklungszusammenarbeit in fragilen Länder stärker friedensfördernd und konfliktsensibel auszurichten, steht das Projektteam im Auftrag des BMZ Referats mit den verantwortlichen Regionalzuständigen, den BMZ Beratern in den deutschen Botschaften vor Ort wie auch teilweise mit anderen Ministerien im Kontakt. Neben einer dezidierten Analyse des aktuellen landesspezifischen Kontextes umfasst dies spezifische Empfehlungen für das Landesportfolio und für Länderstrategien.

Das Projektteam gestaltet und führt für Mitarbeitende des BMZ, Durchführungsorganisationen und auch andere Ministerien, wie das Auswärtige Amt, Informationsveranstaltungen und Fortbildungen zu den Themen Fragilität, Frieden und Sicherheit durch.

Wichtige Kooperationspartner des Vorhabens sind die BMZ Regionalreferate, das Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF), internationale Organisationen wie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Globale Fazilität zur Verringerung und Bewältigung von Katastrophen (GFDRR) der Weltbank, sowie Netzwerke wie die Globale Initiative gegen Transnationale Organisierte Kriminalität..

Wirkung

Während des ersten humanitären Weltgipfels 2016 in Istanbul konnte Deutschland seine entwicklungspolitischen Perspektiven und Vorstellungen positionieren. So wurden u.a. Themen wie die Priorisierung von Krisenprävention zur nachhaltigen Reduzierung humanitärer Notlagen, die stärkere Verzahnung zwischen Humanitärer Hilfe und längerfristigen Entwicklungszusammenarbeit sowie die wichtige Verknüpfung von fragiler Staatlichkeit und extremen Naturereignissen zur Verhinderung von Katastrophen in die Debatten eingebracht.

Das BMZ hat des Weiteren die inhaltliche Ausrichtung der Globalen Fazilität zur Verringerung und Bewältigung von Katastrophen (GFDRR) mit gestaltet und mit der Bearbeitung des Zusammenhangs zwischen Naturgefahren und Fragilität einen neuen Schwerpunkt setzen können.

Die für die Regionen zuständigen Referenten des BMZ haben durch die Beratungsleistungen in zehn Ländern das Portfolio der Entwicklungszusammenarbeit und die Länderstrategien zu den jeweiligen Ländern friedensfördernder und konfliktsensibler gestaltet. Im Rahmen des Attaché-Lehrganges des Auswärtigen Amtes (AA) sowie der Trainings zur zivil-militärischen Zusammenarbeit zwischen AA, BMZ, Bundesministerium der Verteidigung (BMVG) und Bundesministerium des Innern (BMI) hat das Projektteam über 80 Personen hinsichtlich Friedensförderung, Sicherheit und Katastrophenrisikomanagement sensibilisiert.

Das Projektteam hat außerdem in internationalen relevanten Gremien wie den sogenannten ‚Entwicklungsdialogen‘ entwicklungspolitische Ansätze zu Transnationaler Organisierter Kriminalität mit beeinflusst. Der Fokus lag darauf, Zusammenhänge zwischen Fragilität, Konflikt, Sicherheit, Flucht, Gewalt und den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 herauszustellen. Diese Zusammenhänge hat das Projektteam in Arbeitsgruppen, Konferenzen und Treffen an internationale Geber und die Vereinten Nationen zurückgespielt.